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Galerie: Erster Test Volvo C30 Facelift

Erster Test: Volvo C30 Facelift

Für rationale Bauchmenschen

18.02.2010

Eine Prise Retro, etwas Lifestyle und Premium-Flair – mit diesem attraktiven Mix startete der Volvo C30 durchaus vielversprechend Anfang 2007. Doch klafften Verkaufszahlen und die an ihn gestellten Erwartungen bisher auseinander. Jetzt legt Volvo nach und hat sein kleinstes Modell optisch modernisiert, die Ausstattung verbessert und beim Sparmodell 1.6D DRIVe Start/Stop den Verbrauch auf 3,8 Liter gesenkt. Ein neues Testgerät verhindert sogar Alkoholfahrten.

Richtig gelesen: Den C30 kann man neuerdings auch mit dem 850 Euro teuren Alcoguard bestellen. Hinter der freischwebenden Mittelkonsole befindet sich dann ein handliches Gerät mit Mundstück zum Reinpusten. Leuchten nach der Atemprobe die Lämpchen grün oder gelb, kann der Wagen gestartet werden. Leuchtet es hingegen rot, wurde ein zuvor definierter Grenzwert (zum Beispiel 0,3 und 0,8 Promille) überschritten. Die Wegfahrsperre wird in diesem Fall per Funk vom Testgerät für 30 Minuten aktiviert. Erst danach kann man mit einem erneuten Alkoholtest und einem Blutalkoholwert unterhalb des Grenzwertes den C30 starten. Alternativ lässt sich auch die Sperre mit wenigen Knopfdrücken umgehen, was allerdings die Sinnfrage des Alcoguards aufwirft.

Letztlich muss die Antwort ohnehin lauten: Alkohol gehört nicht in den Straßenverkehr. Nie. Und hübsch muss man sich den C30 ohnehin nicht trinken. Seine neuen, nach oben auslaufenden Scheinwerfer, die vergrößerten Lufteinlässe und der Kühlergrill mit Wabenstruktur sorgen sogar für etwas mehr Schick. Das Heck mit seinen ausgeprägten Schultern und der sehenswerten Klappe aus Glas bliebt unangetastet und wirkt weiterhin so angenehm andersartig. Mit dem R-Design-Paket wird dem C30 ab Werk auch noch starke Sport-Optik ins Blechkleid gezaubert. Auch darüber hinaus bietet die C30-Zubehörliste noch reichliche Möglichkeiten zur Individualisierung und Veredelung.

Wohnlich, hinten eng

Galerie: Erster Test Volvo C30 FaceliftDer Innenraum wurde ebenfalls nicht verändert, was dem Wohlfühl-Faktor keinen Abbruch tut. Aufgeräumt und wohnlich und mit Materialien von gehobener Qualität, wird Volvo seinem Premium-Anspruch auch in seinem kleinsten Modell gerecht. Während sich die Passagiere vorne über ein klassenübliches Raumangebot freuen können, stört am C30-Fond weiterhin eine schlechte Raumökonomie. Dennoch können im fast 4,30 Meter langen Zweitürer hinten zwei Erwachsene noch halbwegs bequem reisen und ist der 250-Liter-Kofferraum dank der umlegbaren Rückbank auf fast 900 Liter erweiterbar. Wenn auch nicht familienfreundlich, so können doch kinderlose Paare den Autoalltag mit dem C30 problemlos meistern.

Galerie: Erster Test Volvo C30 FaceliftBei den Motoren haben wir gleich vier aktuelle Aggregate getestet. Neben dem faszinierend starken 2.5T haben wir uns noch den Ethanol-Otto 2.0F, den Stark-Diesel D5 sowie die Sparversion 1.6D DRIVe Start/Stop zur Brust genommen. Der 1.6D konnte uns jüngst ob seiner Effizienz bereits im V70 DRIVe beeindrucken. Im C30 soll er sich dank einer Start-Stop-Funktion sogar mit 3,8 Liter begnügen. Per Knopfdruck in der Mittelkonsole lässt sich die Start-Stop-Automatik ein- beziehungsweise ausschalten. Trotz aktivierter Sparhilfe nagelte der Vierzylinder auf unserem Test-Loop auch bei Ampelstopps  angesichts der Kälte fortwährend, wenn auch mit angenehm verhaltener Akustik. Ab minus 3 Grad setzt die Funktion des automatischen Motorabschaltens nämlich grundsätzlich aus.

Vier Liter möglich

Galerie: Erster Test Volvo C30 FaceliftLaut Bordcomputer kamen wir selbst ohne diese zusätzliche Sparfunktion dennoch mit vier Litern aus. Sogar ein Spritverbrauch darunter sollten sensible Gasfüße in der Praxis erreichen können. Und ausreichend flott kann man auch unterwegs sein. 190 km/h Topspeed und knapp elf Sekunden für den Sprint sind fraglos gute Werte. Dazu passend ist auch das angenehm straffe, aber keineswegs unkomfortable Fahrwerk.

Einen ebenfalls überzeugenden Kompromiss aus sportlicher Auslegung und dennoch akzeptablem Komfort bietet der Unterbau der Starkversion 2.5T. Hinzu kommt eine feinfühlig abgestimmte Lenkung, die sportliche Ambitionen ebenfalls unterstützt. Selbst in Kombination mit der Fünf-Gang-Automatik Geartronic macht der 230-PS-Bolide den 100-km/h-Sprint mit sieben Sekunden zur Nebensache und erlaubt maximal 235 km/h. Neben einer gelassen komfortablen Gangart mit der sanft schaltenden Automatik ist sich der C30 T5 auch für ambitioniertes Rumballern auf Augenhöhe mit Golf GTI oder Focus ST keineswegs zu Schade. Je nach Fahrweise schluckt der Fünfzylinder zwischen acht und 15 Litern Benzin pro 100 Kilometer.

Zweite Schnaps-Idee

Galerie: Erster Test Volvo C30 FaceliftÄhnlich durstig kann auch der 145 PS starke Vierzylinder 2.0F sein. Der Buchstabe F steht für Flexifuel und ist der Hinweis auf die Verwertbarkeit des Ethanol-Treibstoffs E85. Angesichts von nicht einmal 200 E85-Zapfsäulen in Deutschland gestaltete sich hier die Kraftstoff-Suche allerdings etwas schwierig. Flexifuel ist eine im Wortsinn ähnlich zweifelhafte Schnaps-Idee wie der zuvor erwähnte Alcoguard. Allerdings hat man mit dem 2.0F stets die Möglichkeit, auch reines Benzin zu tanken. Zum Geld sparen eignet sich der E85-Modus aufgrund erhöhter Verbrauchswerte ohnehin nicht. Allein der teils regenerativ gewonnene und somit klimafreundliche E85-Treibstoff und gute Fahrleistungen sprechen für den 2.0F: 9,4 Sekunden im Sprint und 210 km/h Höchstgeschwindigkeit sowie ein erstaunlich quirlig wirkender Motor haben auch eine gewisse Überzeugungskraft.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Volvo C30   Volvo C30
Ausstattungsvariante   1.6D DRIVe Start/Stop   2.0F Flexifuel
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.266/ 1.782 / 1.477   4.266/ 1.782 / 1.477
Radstand (mm)   2.640   2.640
Wendekreis (m)   10,6   10,6
Leergewicht (kg)   1.356   1.320
Kofferraum (Liter)   251 - 894   251 - 894
Bereifung Testwagen   205/55 R16   205/55 R16
Motor        
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.560 / 4, Reihe   1.999 / 4, Reihe
Leistung kW (PS)   80 (109)   107 (145)
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   240 / 1.750   185 / 4.500
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 5-Gang-Getriebe   manuelles 5-Gang-Getriebe
Verbrauch        
Krafstoffart   Diesel   E85 oder Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   3,8   7,8
CO2-Emissionen (g/km)   99   185
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.   k.A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   11,3   9,4
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   190   210
Preise        
ab (Euro)   22.800   22.800
 
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Eine attraktivere Alternative aus Dynamik und Effizienz bietet der 180 PS starke Diesel D5. Er kann mit rund sechs Litern bewegt werden, aber auch in unter acht Sekunden mit kräftigem Drehmoment den Standardsprint erledigen und fast 230 km/h schnell werden. Herrlich ist dabei der einerseits kultivierte Lauf gepaart mit einem lustvollen Dieselpunch von immerhin 400 Newtonmetern. Trotz der bisweilen enormen Kräfte ist der ausschließlich als Fronttriebler erhältliche C30 nur selten an den Vorderrädern überfordert – egal mit welchem Motor.

Preisliche Alternative zum Golf

Galerie: Erster Test Volvo C30 FaceliftFür welche dieser von uns gefahrenen C30-Varianten man sich gegebenenfalls auch entscheiden mag: Ein Schnäppchen ist keiner. Bereits das 100 PS starke Basismodell 1.6 ist mit 19.900 Euro für das Kompaktsegment vergleichsweise hoch angesetzt. Allerdings wurde zum Modelljahr 2010 die bisherige Basisversion durch die höherwertige Ausstattung Kinetic ersetzt. Diese bietet bereits 16-Zoll-Alus, ein CD-Radio, Klimaautomatik, Leder an Lenkrad sowie Hand-Brems-und Schalthebel, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrische Fensterheber und eine vollständige Sicherheitsausstattung. Bestellt man einen VW Golf 1.6 mit etwa gleicher Ausstattung, müsste man sogar knapp über 20.000 Euro hinblättern.

Galerie: Erster Test Volvo C30 FaceliftIm Fall der besonders empfehlenswerten DRIVe-Version (ab 22.400 Euro) wächst der Preisvorsprung des C30 im Vergleich zu einem entsprechenden Golf 1.6 TDI Bluemotion sogar weiter. Hingegen muss sich C30 T5 (ab 27.500 Euro) dem Golf GTI geschlagen geben. Hier bietet der Volkswagen nicht nur bessere Fahrleistungen bei weniger Verbrauch, er ist zudem auch das günstigere Angebot.

Fazit

Der Kauf eines Volvo C30 ist trotz Facelift weiterhin eine vor allem emotionale Entscheidung. Besonders in Szene setzt sich der coole Schwede weiterhin mit seiner stylischen Aura und einer besonderen, individuellen Note. Doch sprechen für ihn auch einige handfeste rationale Kaufargumente. So wurde der Volvo C30 zum Modelljahr 2010 optisch leicht verfeinert und dank einer verbesserten Basisausstattung sogar etwas günstiger, womit er in einigen Versionen sogar eine preisliche Alternative zum Platzhirsch VW Golf ist. Herausragend ist zudem seine neue Diesel-Sparversion 1.6 D DRIVe Start/Stop, die sich mit 3,8 Liter begnügen kann. Doch so schick und sparsam der neue C30 auch ist: Wer gehobene Alltagstauglichkeit und clevere Raumökonomie wünscht, der sollte sich nach anderen Kompakten umsehen.

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