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Galerie: Erster Test Volvo C30

Erster Test: Volvo C30

Heißer Schwede

06.11.2006

Von wegen kühle Skandinavier: Mit dem neuen C30 bietet Volvo eine heiße Alternative zu BMW 1er und Audi A3. Das Design des kompakten Schweden mischt das moderne Volvo-Antlitz mit der neu interpretierten Heckansicht des legendären Schneewittchensargs. Ob der C30 mehr kann als nur gut aussehen, klärt unser erster Fahrbericht.

Zuallererst soll der neue Kompakt-Volvo neue Märkte erschließen, jüngeren Kunden den Einstieg in die Marke ermöglichen. Das geht übers Design und über den Preis. Letzteres ist relativ, da sich Volvo als Premium-Hersteller versteht und entsprechend Geld verlangt. Aber dazu später mehr.

Galerie: Erster Test Volvo C30Die Plattform teilt sich der C30 mit dem ein Segment höher positionierten Volvo S40/V50. Auch der Radstand wurde vom Mittelklassemodell übernommen. Kaum zu glauben, wenn der scheinbar deutlich größere Kombi V50 und der C30 nebeneinander stehen. Doch die Designer haben ganze Arbeit geleistet, das jüngste Volvo-Familienmitglied kompakt wirken zu lassen. Die hohe Schulterlinie, die abfallende Dachlinie und das kräftige Heck mit der tief heruntergezogenen Glasklappe sowie den riesigen Rückleuchten kaschieren.

Obwohl der kleine Volvo etwas größer ist als seine süddeutschen Konkurrenten, wird er ausschließlich als Viersitzer angeboten. „Lieber hinten zwei gute Sitze als drei schlechte“, erklärt Michael Gerber, Leiter Produktmarketing bei Volvo. Und es stimmt: Die zwei Einzelsitze im Fond des C30 sind äußerst komfortabel, Knie- und Kopffreiheit deutlich besser als bei Audi A3 und BMW 1er.

Gut sitzen, schlecht zu bepacken

Galerie: Erster Test Volvo C30Fahrer und Beifahrer haben ebenfalls ausgesprochen viel Platz auf bequem gepolsterten Sesseln mit guter Seitenführung. Das Lenkrad ist axial wie vertikal extrem weit verstellbar - hier findet jede Statur schnell die optimale Sitzposition.

Der Kofferraum dagegen ist mit regulär 278 Litern mickrig ausgefallen. Dazu kommen eine hohe Ladekante und eine schmale Ladeluke. Bewusst spricht Volvo vom „Gepäckraum“, nicht vom „Kofferraum“: Trolleys, Laptop-Taschen und Einkaufstüten gehen rein, bei Reisekoffern wird es schon schwierig. Immerhin: Mit umgeklappten Rücksitzen passen rund 900 Liter ins luftige Heck.

Galerie: Erster Test Volvo C30Apropos luftig: Eine Gepäckraumabdeckung kostet stets Aufpreis (ab € 80). Die ist zwar praktisch, denn wer will schon, dass alle Welt sieht, was da hinten so herumliegt. Doch laut Marketingmensch Gerner stört ein Deckel das „transparente Innenraumdesign“, das die Durchsicht von der Heckklappe bis vor zur freischwebenden Mittelkonsole gewährt. Diese wiederum sieht hübsch aus und ist im Zuge zunehmender Ab-Werk-Individualisierung inzwischen in vier verschiedenen Farb/Material-Kombinationen erhältlich. Dass sie mit ihren zu kleinen und eng nebeneinander liegenden Tasten unübersichtlich ist wie eine abgewetzte 80er-Jahre-Fernbedienungen, steht auf einem anderen Blatt.

Was das Herz begehrt

Bereits zum Marktstart Mitte Januar bietet Volvo den C30 mit der kompletten Motorenpalette an. Analog zum S40/V50 sind derer fünf Benziner (1.6 mit 100 PS bis T5 mit 220 PS) und drei Diesel (1.6 D mit 109 PS bis D5 mit 180 PS) erhältlich, letztere übrigens alle mit serienmäßigem Partikelfilter.

Galerie: Erster Test Volvo C30Auf Selbstzünderseite stand uns für erste Testfahrten das Topmodell D5 zur Verfügung. Nicht eben leise, dafür ausgesprochen kräftig geht der 2,4-Liter-Fünfzylinder zu Werke. Trotz der 180 PS und 350 Nm Drehmoment, die auf die angetriebene Vorderachse wirken, fallen die Antriebseinflüsse an der Lenkung erfreulich gering aus.

Die elektrohydraulische Servolenkung selbst arbeitet leichtgängig und präzise. Einen großartigen Kompromiss aus Komfort und Sportlichkeit fanden die Ingenieure beim Fahrwerk. Agil und ohne nennenswerte Seitenneigung nimmt der C30 gelassen Kurve um Kurve. Querfugen und Schlaglöcher werden trotzdem sanft und leise abgefedert.

Vorerst wird der D5 ausschließlich mit Fünfgang-Automatik angeboten. Mitte nächsten Jahres folgt dann ein neues manuelles Getriebe, das bis zu 400 Nm Drehmoment - soviel ist der Motor im Stande zu leisten - aushält.

Fantastische Fünf

Galerie: Erster Test Volvo C30Wer schon heute lieber mit der Hand schaltet und zugleich eine gehörige Portion Power will, sollte zum wunderbar unvernünftigen T5 greifen. Sein 2,5-Liter-Fünfzylinder leistet 220 PS und hat dank Turbo-Beatmung Druck über nahezu das gesamte Drehzahlband. Hinzu kommt der charismatische Fünftöpfe-Sound, den man, einmal erlegen, nie wieder missen möchte.

Die Sicherheitsausstattung des C30 ist vorbildlich. Bereits das Basismodell hat alle wichtigen Features serienmäßig an Bord. Auf Wunsch gibt es „BLIS“, das mittels Kameras in den Außenspiegeln und Warnlämpchen in den A-Säulen vor Fahrzeugen im toten Winkel warnt. Auch hinsichtlich der Komfortausstattung gibt es nix zu meckern. CD-Radio und Klimaanlage haben alle C30. Den Wunsch nach dem ganz persönlichen Volvo erfüllt schließlich das Body-Kit mit kontrastierender Zweifarbenlackierung.

Fazit

Der Volvo C30 feiert einen Einstand nach Maß. Stylisch, sportlich und individuell kann er es mit den etablierten Größen Audi A3 und BMW 1er aufnehmen. Zumal die Schweden aus den Kinderkrankheiten der Konkurrenten - diese nervten anfangs mit übertrieben straffen Fahrwerksabstimmungen - gelernt haben und hier einen ausgewogenen Kompromiss bieten.

Selbstbewusst ist die Preisgestaltung. Los geht es bei 18.600 Euro für den 1.6, die von uns gefahrenen Topmotorisierungen D5 bzw. T5 lassen sich jeweils locker auf gut 35.000 Euro aufrüsten. Ausstattungsbereinigt liegt der kompakte Volvo damit gerade einmal fünf Prozent unter den bayerischen Platzhirschen. Doch hohe Preise sind offenbar kein größeres Problem für die anvisierte Zielgruppe. Innerhalb des Kompaktsegments vermeldet nur der Premium-Bereich steigende Absatzzahlen. Die für kommendes Jahr prognostizierten 7.500 C30-Käufer dürften sich finden.

 
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