Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Erster Test Volvo S60/V60 Polestar

Erster Test: Volvo S60/V60 Polestar

Elch pass auf!

15.09.2016

Die Elche in Schwedens Wäldern müssen sich nun noch mehr in Acht nehmen: Mit den gedopten Modellen V60 und S60 Polestar bringt Volvo zwei verdammt flotte Flitzer auf die Straße. Erst letztes Jahr haben die Schweden die Tuning-Schmiede übernommen, doch dass sie schon seit Jahren erfolgreich zusammengearbeitet haben merkt man den neuesten Sportmodellen an. Die Verschmelzung von schwedischer Sicherheit und Komfort mit Extra-Power ist rundum gelungen. Ab 68.000 Euro steht die flotte Limousine beim Händler, den deutlich beliebteren Kombi gibts für 1.600 Euro mehr.

Galerie: Erster Test Volvo S60/V60 PolestarMit den neuen Power-Modellen trifft Volvo den Nerv der Zeit. Die Kunden wollen immer mehr Individualisierung, und das geht eben nicht nur mit bunten Farben oder lustigen Mustern auf dem Dach, sondern auch ausgezeichnet mit Leistung. Was M bei BMW, AMG bei Mercedes und Quattro bei Audi übernimmt, fällt bei Volvo seit 2015 in den Aufgabenbereich von Polestar. Ganz neu auf dem Markt ist der Tuner natürlich nicht, schon seit 1996 gibt es eine Kooperation mit Volvo. Anfänglich lag das Hauptaugenmerk auf dem Motorsport, 2009 schließlich wurde Polestar zum Performance-Partner und spezialisierte sich immer mehr auf Leistungssteigerung mittels Software-Updates.  

Galerie: Erster Test Volvo S60/V60 PolestarAber Software ist nicht alles, auch die Hardware beherrscht Polestar bestens: Aus dem S60 und V60 kitzeln sie die Extra-Kraft ganz klassisch mit größerem Turboloader und einer optimierten Nockenwelle heraus und neben Design-Merkmalen wie Spoiler und Diffusor verbaut Polestar auch ein knackig straffes Sportfahrwerk und sorgt für kräftigeren Sound aus der Abgasanlage – doch dazu später mehr. Zum ersten Mal durften die Polestar-Jungs nun also das komplette Fahrzeug entwickeln und setzen mit ihren tiefblau lackierten Performance-Modellen der braven Mittelklassebaureihe die Krone auf. Nach und nach sollen auch die anderen Modelle um  Spitzenversion ergänzt werden.

Aus brav mach flott

Galerie: Erster Test Volvo S60/V60 PolestarWie in allen neuen Volvo-Modellen kommt freilich auch in der Polestar-Version „nur“ ein Vierzylinder zum Einsatz. Doch immerhin schafft es der Haustuner dem Motörchen satte 367 PS zu entlocken, die die sonst so braven 60er-Modelle zu wahren Kraftpaketen machen. 470 Newtonmeter Drehmoment fallen über die Kurbelwelle her und sorgen dafür, das die schnellen Schweden den Standardsprint von 0 auf 100 km/h in nur 4,7 Sekunden schaffen.

Galerie: Erster Test Volvo S60/V60 PolestarZum Vergleich: Ein normaler S60 mit keineswegs schwächlichen 306 PS benötigt für den Sprint 5,9 Sekunden. Am Ende sind sie aber wieder gleich flott, denn wie die meisten Topmodelle werden auch die beiden Polestars bei 250 km/h elektronisch abgeriegelt. Angegeben sind die Power-Versionen mit einem durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch von 7,8 Liter (S60) und 8,1 Liter (V60) auf 100 Kilometer. Bei sportlicher Gangart und flotter Kurvenjagd liegt der Verbrauch, wen wundert’s, allerdings deutlich darüber. Aber wer sich für eine Polestar entscheidet, weiß vorher, dass er Fahrspaß, und nicht Sparspaß kauft.

Elchtest bestanden

UGalerie: Erster Test Volvo S60/V60 Polestarnd der Spaß kommt nicht zu kurz! Dass S60 und V60 mit der Polestar-Veredelung deutlich an Fahrdynamik gewonnen haben, lässt sich nicht von der Hand weisen. Beide hängen direkt am Gas und haben mehr als genug Reserven für zackige Zwischensprints. Mit leichten Lenkeingriffen lassen sich die Schweden durch die Kurve manövrieren und der Fahrer bekommt eine direkte Rückmeldung über die Straßenverhältnisse. Zwar ist das Fahrwerk deutlich straffer ausgelegt als in den braven Geschwistern, doch schluckt es die meisten Unebenheiten noch ohne Murren und Knurren weg und beansprucht den Rücken der Insassen nicht übermäßig. Untermalt  wird die Fahrt von einem, steten, aber gemäßigten Brummeln des Motors – doch irgendwie will das nicht ganz zum Gesamtbild passen. Es ist und bleibt halt ein Vierzylinder.

Galerie: Erster Test Volvo S60/V60 PolestarDie überarbeitete Achtgang-Automatik arbeitet nun noch flotter und im Sportmodus sorgt die Curve-Hold-Funktion dafür, das der niedrigere Gang in der Kurve gehalten wird, damit man noch flotter wieder herausbeschleunigen kann. Daran erfreuen sich die beiden gedopten Elchjäger gleichermaßen: Mit voller Freude stürzen sie sich in die Wegkrümmung um danach schnell wieder durchzustarten. Damit auch im Polestar-Modell die Sicherheit nicht zu kurz kommt, werden Limousine und Kombi ausschließlich mit Allradantrieb ausgeliefert.

Etwas umständlich

Bei einem richtigen Sportler darf natürlich eins nicht Fehlen: der Sport+ Modus. Damit lassen sich die Systeme noch ein bisschen mehr schärfen und ein Quäntchen mehr Sportlichkeit aus dem Fahrzeug herauskitzeln. Doch dieser Modus lässt sich nicht einfach per Tastendruck abrufen – denn eigentlich war er für die Serie zunächst gar nicht vorgesehen. Stattdessen muss man, etwas umständlich, erstmal das Fahrzeug zum Stillstand bringen, den Wahlhebel auf S stellen und den Schaltknauf nach vorne drücken und dann gleichzeitig zwei mal die linke Schaltwippe am Lenkrad ziehen. Erst jetzt gibt der Polestar wirklich restlos alles.

  • Technische Daten – Volvo S60/V60 Polestar T6 AWD

Länge: 4,64 Meter, Breite: 1,87 Meter (mit Außenspiegeln: 2,10 Meter), Höhe: 1,48 Meter, Radstand: 2,78 Meter, Kofferraumvolumen: 388 Liter (Kombi 460 - 1.241 Liter)

2,0-Liter-Benzin-Direkteinspritzer mit Kompressor und Turbolader, 8-Gang-Automatik, 270 kW/367 PS, maximales Drehmoment: 470 Nm bei 3.100 bis 5.100 U/min, 0-100 km/h: 4,7 s (V60: 4,8 s), Vmax: 250 km/h (abgeregelt), Durchschnittsverbrauch: 7,8 Liter/100 Kilometer (V60: 8,1), CO2-Ausstoß: 179 g/km (V60: 186 g/km), Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: C, Preis: ab 68.000 Euro (V60: ab 69.600 Euro).

 
Fazit

Jan Menno Schmidt

Die Topmodelle der 60er-Baureihe können sich sehen lassen und legen einen heißen Reifen auf den Asphalt. Wenn die Marketingstrategen sich geschickt anstellen, können die Polestar-Versionen schnell zum Imageträger für die ganze Marke werden – spätestens dann hat sich die Übernahme des Tuners vollends gelohnt. Zwar fehlt der kernige Sound eines Sechszylinders, doch in puncto Fahrdynamik können die Schweden durchaus mit den Mitbewerbern aus Neckarsulm, München oder Affalterbach mithalten.Ob man sich nun für die Limousine oder den Kombi entscheidet, ist Geschmacksache. Unsere Empfehlung aber ist ganz klar der V60, der die Sportlichkeit mit maximalem Alltagsnutzen kombiniert. Und im braven Kombikleid macht es gleich nochmal soviel Spaß, manch Sportwagen auf der Autobahn links – beziehungsweise rechts – liegen zu lassen. Wenig Freude bereitet einem dagegen der Preis: Für die knapp 70.000 Euro, die Volvo aufruft, bekommt man bei Mercedes locker einen gleichstarken C 43.
 
 

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.