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Galerie: Erster Test Volvo S80

Erster Test: Volvo S80

Schwedenhappen

20.03.2009

1985 lud Volvo die Presse nach Turin ein, um von dort mit dem nagelneuen 780, dem damaligen Topmodell, nach Monte Carlo ins Loews Hotel zu fahren. Fast 25 Jahre später ist das Fürstentum an der Côte d‘Azur wieder das Ziel einer Präsentation: Nur dass das Hotel nicht mehr Loews sondern Fairmont heißt und Volvos Flaggschiff mittlerweile auf den Namen S80 hört.

Auffallen kann man mit dem S80 in Monte Carlo nicht wirklich. Unter den Rolls Royces, Bentleys und Maybachs wirkt die mit 4,85 Metern eigentlich stattliche Limousine doch recht unscheinbar. Anders in Deutschland: Schon allein seiner Seltenheit wegen fällt der große Schwede auf. Wenn man denn einen sieht: Nur 900 Fahrzeuge konnte Volvo 2008 hierzulande absetzen. Ein dezentes Facelift und vor allem zwei neue Dieselmotoren sollen den Absatz nun ankurbeln.

Ganz der Alte

Volvo S80Die Änderungen an der Karosserie fallen nur ausgesprochenen Volvo-Kennern auf. Optische Tricks, wie der neue Kühlergrill mit größerem Logo, geänderte Lufteinlässe und die behutsam modifizierte Heckschürze sollen den S80 etwas tiefer, breiter und eleganter aussehen lassen. Mehr Leder und Chromeinfassungen sorgen zudem für mehr Eleganz im kühlen Innenraum.

Das stärkere Verkaufsargument für den überarbeiteten Volvo sind mit Sicherheit die beiden neuen 2,4-Liter-Dieselaggregate; eins komplett neu, das andere hinsichtlich Leistung und Verbrauch optimiert. Der Neuling ersetzt den alten, gleich großen D5 und hört auf den selben Namen wie bisher.  Mit 205 PS leistet er allerdings zwanzig PS mehr als der Vorgänger und auch das Drehmoment stieg um 20 auf 420 Newtonmeter.

Starker Antritt

Volvo S80Schon bei nur 1.500 Touren liegt die maximale Kraft an der Kurbelwelle an und bleibt bis 3.330 Umdrehungen konstant; ein Turboloch kennt der Fünfzylinder nur aus Erzählungen. Nach einer klitzekleinen Gedenksekunde zieht er kraftvoll aus dem Drehzahlkeller heraus und sorgt für Fahrspaß. Das breite Drehzahlband erlaubt zudem eine schaltfaule Gangart - falls man sich nicht für die zwar sanfte  aber leider auch etwas träge Sechsgang-Automatik entschieden hat.

Der Automat ist allerdings Pflicht, wenn man den optionalen Allradantrieb ordert, der dieselseitig ausschließlich für das neue Top-Triebwerk erhältlich ist. Zu dem halben Liter Treibstoff, den die Automatikversion gegenüber dem Handschalter mehr verbraucht, muss man mit Vierradantrieb noch einmal 0,6 Liter Diesel je 100 Kilometer addieren, so dass der durchschnittliche Konsum von 6,2 auf 7,3 Liter steigt. Immerhin konnten die Ingenieure den Verbrauch gegenüber dem schwächeren Vorgänger reduzieren.

Schneller und sparsamer

Volvo S80Die zweite Neuheit, der überarbeitete 2.4D, wartet ab Juni 2009 mit  zwölf PS mehr Leistung auf. Mehr noch als von den jetzt 175 Pferdestärken profitiert der Volvo aber von dem von 340 auf - wie beim D5 - nun 420 Newtonmeter gestiegenen Drehmoment. Allerdings liegt die Kraft nicht mehr wie bisher bei 1.500 Touren, sondern erst 250 Umdrehungen später komplett an. Trotzdem: Der S80 gewinnt durch die Optimierung 0,6 Sekunden beim Standardsprint und wird dazu noch einen halben Liter sparsamer als bisher.

Vom Facelift unberührt bleiben die beiden Vierzylinder-Diesel mit 1,6  und 2,0-Liter-Hubraum (109 und 136 PS) sowie die Benziner mit einem Leistungsspektrum von 145 bis 315 PS. Der Einstiegsbenziner kann sowohl mit Ottokraftstoff als auch mit Ethanol betrieben werden; der kleinste Diesel rollt als verbrauchsoptimiertes DRIVe-Modell vom Band und verspricht einen  Durchschnittsverbrauch von unter fünf Litern.

Sportfahrwerk auf Wunsch

Volvo S80Wem die traditionell eher komfortable Fahrwerksauslegung des Volvos zu weich ist, kann zukünftig auf eine straffere Sportversion zurückgreifen (für 890 Euro). Die rund zwei Zentimeter tiefer liegende Karosserie sorgt zusammen mit den härteren Federn und einer direkteren Lenkung für spürbar mehr Fahrdynamik - vor allem in Verbindung mit dem Allradantrieb. Nicht wegzudiskutieren ist dagegen das Gewicht: Mit bis zu 1,9 Tonnen (je nach Motorisierung) drängt der Volvo spürbar zum Kurvenrand.    

Genaue Preise für den ab April bestellbaren neuen S80 hat Volvo noch nicht genannt. Allerdings soll der 205 PS starke D5 unter 40.000 Euro und der überarbeitete 2.4D weniger als 38.000 Euro kosten. Damit würden beide jeweils circa 1.500 Euro teurer als bisher. Der Aufpreis für den Allradantrieb beim D5 bleibt mit rund 2.500 Euro dagegen gleich. Ausgeliefert werden die neuen Fahrzeuge ab Juni.  

Fazit

Der Volvo S80 war schon immer als komfortable Alternative in der oberen Mittelklasse bekannt. Dank der neuen, starken Dieselmotoren und dem optionalen Sportfahrwerk wird  er nun attraktiver für dynamisch orientierte Fahrer. Mankos des Schweden sind nach wie vor die unübersichtliche Karosserie und der verhältnismäßig große Wendekreis.  

Volvo S80

 
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