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Galerie: Erster Test Volvo V70 1.6D DRIVe

Erster Test: Volvo V70 1.6D DRIVe

Große Klappe, kleiner Durst

29.07.2009

Während Autos stetig wachsen, schrumpfen ihre Antriebe. Eine neue Rekordmarke in dieser konträren Entwicklung setzt der über 4,80 Meter lange Luxus-Laster Volvo V70 1.6D DRIVe. Ein nur 109 PS starker Vierzylinder-Diesel soll den schwedischen Raumgleiter besonders sparsam machen. Vor der für Oktober 2009 geplanten Markteinführung haben wir mit dem Spar-Kombi bereits getestet, welche Minimal- und Maximalverbräuche in der Stadt, über Land und auf der Autobahn möglich sind.

Äußerlich unterscheidet sich der Volvo DRIVe kaum von seinen stärkeren Brüdern. Zwar posaunte unser weißes Testexemplar mit riesigen DRIVe-Schriftzügen an den Flanken seine Spritspar-Ambitionen lautstark in die Welt hinaus. Doch die künftigen Serienfahrzeuge werden ohne diese plakative Werbung an die Kunden gehen. Dann beschränken sich die Erkennungsmerkmale des 1.6D DRIVe auf eine Fahrwerkstieferlegung, 16-Zoll-Leichtlaufreifen und einen dezenten Aerodynamik-Feinschliff. Darüber hinaus verhelfen dem hinlänglich bekannten 1.6D eine längere Übersetzung der Stufen drei, vier und fünf im manuellen Fünf-Gang-Schaltgetriebe beim Spritsparen.

Galerie: Erster Test Volvo V70 1.6D DRIVe4,9 Liter lautet die optimistische Ansage der Schweden. Und praktisch haben wir diesen Wert ohne größere Anstrengungen erreicht. Zunächst führte uns eine rund einstündige Testrunde durch Magedeburg. Das Streckenprofil war dank weniger Ampeln einer sparsamen Fahrweise zuträglich. Ein bereits bei anderen Spar-Modellen von Volvo verfügbares Start-Stopp-System wird im 1.6D Drive übrigens erst 2010 gegen Aufpreis bestellbar sein. Ohne diesen Ampelstopp-Spareffekt und mit laufender Klimaanlage gelang es uns dennoch mit vorsichtigem Gasfuß und frühem Hochschalten, den Spritkonsum im Stadtverkehr auf Normverbrauch-Niveau zu drücken. 4,9 Liter zeigte der Bordcomputer des 1,6-Tonners nach gut 20 Kilometern an. Respekt.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Volvo V70 1.6D Drive
Ausstattungsvariante    
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.823/ 1.861 / 1.547
Radstand (mm)   2.816
Wendekreis (m)   11,2
Leergewicht (kg)   1.652
Kofferraum (Liter)   575 - 1.600
Bereifung Testwagen   225/55R16W
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.560 / 4, Reihe
Leistung (PS)   109
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   240 / 1.750
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 5-Gang-Getriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   4,9
CO2-Emissionen (g/km)   129
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   13,5
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   185
Preise    
ab (Euro)   30.300
 
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Keine Rakete

Während dieser niedrige Wert Freude aufkommen ließ, konnte die Motor-Performance des 1.6D kaum begeistern. Der Vierzylinder ist weder besonders kultiviert noch spritzig. Beim akustisch durchaus präsenten Diesel stört vor allem eine ausgeprägte Anfahrschwäche. Erst ab etwa 1.500 Touren zieht der Lader den Motor aus dem Turboloch und stellt kurz danach sein Maximal-Drehmoment von 240 Newtonmetern zur Verfügung. Zwischen 1.000 und 1.500 Umdrehungen ist der Wagen zwar fahrbar und zudem besonders genügsam, doch ist der Geschwindigkeitsaufbau in diesem Drehzahlbereich extrem zäh. 13,5 Sekunden soll der 100-km/h-Sprint dauern, sofern man die Gänge ausdreht. Will man also im Straßenverkehr halbwegs souverän mitschwimmen, schaltet man lieber später hoch und dreht die Gänge länger aus. Bis 5.000 Touren lässt sich der drehfreudige Reihenvierzylinder hochjubeln. Einen fulminanten Dieselpunch bekommt man allerdings nie zu spüren.

Galerie: Erster Test Volvo V70 1.6D DRIVeDoch unsere Mission beschränkte sich zunächst darauf, Spar- statt Spaßrekorde aufzustellen und entsprechend konzentrierten wir uns auf eine vorausschauende, effiziente Fahrweise. Auf einer Überland-Partie, rund 50 Kilometer durchs flache Magdeburger Umland, konnten wir den Verbrauch sogar weiter drücken. Wie zuvor auf der Innenstadt-Tour blieb auch diesmal die Klimaanlage aktiv, doch streichelten wir das Gaspedal noch vorsichtiger, schalteten die Gänge noch früher hoch. Nach wiederum gut einer Stunde Fahrzeit zeigte der zuvor genullte Bordcomputer 4,5 Liter an. Sparsamer konnten wir den V70 an diesem Tag nicht bewegen, doch bot unsere Fahrweise noch Potenzial nach unten und sollte auch ein Wert um vier Liter machbar sein.

Starke Konkurrenz

Galerie: Erster Test Volvo V70 1.6D DRIVeUnser dritter und letzter Loop führte uns auf die Autobahn, um dort allerdings zu erfahren, wie der Spar-V70 Bleifuß-Etappen quittiert. Entsprechend fuhren wir zügig auf die A14 und dort mit möglichst durchgetretenem Gaspedal auf der linken Spur. Trotz des verhaltenen Durchzugs konnten wir mit etwas Anlauf und bergab die Tachonadel auf fast 190 km/h treiben. Der Wagen liegt selbst dann ruhig und satt auf der Straße und empfiehlt sich eigentlich für höhere Geschwindigkeiten. Doch der 1.6D soll sparen und das gelingt ihm selbst unter Volllast: Trotz der längeren Vollgasetappe vermeldete die Verbrauchsanzeige maximal siebeneinhalb Liter. Auch dieser Wert ist niedrig, wenn auch keine Sensation.

Galerie: Erster Test Volvo V70 1.6D DRIVeEine Sensation ist das Effizienz-Niveau des V70 DRIVe ohnehin nicht, denn andere Hersteller bieten ebenfalls große Kombis mit gleichem Verbrauch an. Peugeot 407 SW 110 HDi, Audi A4 Avant 2.0 TDI e und VW Passat Bluemotion geizen jeweils mit identischen 4,9 Liter. Und ein Schnäppchen ist der Volvo V70 im Vergleich zu diesen Spritspar-Kombis nicht. Die Schweden verlangen knapp über 30.000 Euro. Der Passat Bluemotion ist gut 2.000 Euro und der 407 gar 5.000 Euro günstiger. Letzterer hat übrigens den gleichen Motor wie der Volvo. Eine etwas teurere Alternative ist der Audi A4 Avant 2.0 TDI e. Der Ingolstädter kostet zwar gut 2.000 Euro mehr als der V70, bietet dafür aber deutlich bessere Fahrleistungen. So ist der sparsame A4 bereits in 9,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und wird über 200 km/h schnell. Unter anderem dank Sechs-Gang-Schaltgetriebe und Start-Stopp-System kommt der Spar-Avant auf einen niedrigen Verbrauch trotz dieser Fahrleistungen.

Fazit

Ein großer, solider und schicker Kombi mit besonders sparsamem Motor – das klingt durchaus zeitgemäß. 4,9 Liter soll der große Volvo V70 1.6D verbrauchen. In einem Praxistest konnten wir diesen Wert laut Bordcomputer sogar unterbieten. Chapeau. Besondere Fahrfreuden lässt der Antrieb zwar nicht aufkommen, doch hat man mit den 109 PS für alle Lebenslagen ausreichend Leistung. Beim Beschleunigen zaubert der Kombi dem Fahrer zwar kein Grinsen ins Gesicht, doch dürfte dieser angesichts der seltenen Besuche an der Zapfsäule dennoch gut gelaunt durchs Leben brausen.

Galerie: Erster Test Volvo V70 1.6D DRIVe

 
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