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Galerie: Erster Test Volvo V70

Erster Test: Volvo V70

Viel Platz für Knäckebrot

20.06.2007

Volvo präsentiert den neuen V70 - doch ein nicht ganz unwichtiger Unterschied zwischen Alt und Neu fällt gar nicht auf: Früher war der V70 der Kombiableger der Mittelklasselimousine S60. Sang und klanglos haben die Schweden das neue Modell aber auf der Plattform des größeren S80 - also der Bodengruppe des neuen Ford Mondeo - aufgesetzt. Während der V70 sich bislang zwischen zwei Segmenten bewegte soll er nun klar die Obere Mittelklasse anvisieren.

Größentechnisch spielt der neue Kombi auf jeden Fall in der höheren Liga. Um elf Zentimeter gewachsen misst er nun 4,82 Meter. Vorne wie hinten sitzt es sich komfortabel. Volvo hat sich nicht zu einer coupéartigen Dachlinie hinreisen lassen, die klassische Kastenform sorgt für üppige Kopffreiheit im Fond. Problem auf allen Plätzen ist der mangelnde Seitenhalt der Sitze.

Einzeln umklappbar

Galerie: Erster Test Volvo V70Einzigartig in diesem Segment ist die 40:20:40 geteilte Rückbank, die sich mit nur einem Handgriff flach legen lässt. Das Gepäckvolumen wächst so von 575 auf eher unterdurchschnittliche 1.600 Liter. Die große, auf Wunsch elektrisch betriebene Heckklappe gibt eine breite Ladeöffnung frei, der verschiebbare Ladeboden erleichtert das einpacken.

Der Innenraum im typischen Schweden-Design wirkt hochwertig, einzig die Alu- und Holzdekore werden dem Anspruch nicht gerecht. Klare Linien, gut ablesbare Instrumente und endlich auch eine übersichtliche Mittelkonsole laden zum Wohlfühlen ein.

Muskelaufbau

Galerie: Erster Test Volvo V70Der Zufall will es, dass neben meinem Testwagen das Vorgängermodell parkt. Ob das selbst gesteckte Ziel, den V70 eleganter zu machen erreicht wurde, ist eine subjektive Entscheidung. Fakt ist, dass der Neue wuchtiger wirkt, nicht mehr ganz so filigran. Die mächtigen, kantigen Rückleuchten dominieren die Heckansicht, grad so als hätte der V70 im Fitness-Studio sein Kreuz gestählt.

Neben den traditionellen Fünfzylindern bietet Volvo für den V70 nun erstmals auch Motoren mit sechs Brennkammern an - bis auf einen Benziner alles Turbomotoren. Den Einstieg in die Ottowelt markiert der 200 PS starke 2.5T, darüber rangiert der 3,2 Liter große Sauger mit 238 Pferdestärken. Topmodell ist der 3.0 T6. Er mobilisiert 285 PS und schickt bis zu 400 Newtonmeter an die Räder.

Stark wie ein Diesel

Galerie: Erster Test Volvo V70Im ersten Test konnte der stärkste Benziner auf der ganzen Linie überzeugen. Der zweiflutige Turbolader kommt schnell auf Touren: Das Drehmoment liegt zwischen 1.500 und 4.800 Umdrehungen an und bietet dieselähnlichen Durchzug. Akustisch ist das Aggregat eher unauffällig, nur das Seufzen des Turboladers ist deutlich zu hören.

Der zwar hubraumstärkere, aber leistungsmäßig schwächere Sauger wirkt deutlich träger. Die für alle Motoren erhältliche Sechstufen-Automatik (Serie beim T6) hat gut zu tun: Erst bei hohen  Drehzahlen stellt das Aggregat die volle Kraft zur Verfügung und klingt dabei angestrengt laut. Mit rund 10,5 Litern Super je 100 Kilometer braucht der Sauger nicht mal einen Liter weniger als der stärkere Turbo (11,3 Liter).

Der Fünfzylinder lebt

Galerie: Erster Test Volvo V70Bei den Dieseln ist Volvo der Fünfzylinder-Tradition treu geblieben. Der 2.4D genannte Selbstzünder leistet 163 PS und 340 Newtonmeter. Stärker ist der D5 mit 185 PS und einem maximalen Drehmoment von 400 Newtonmetern. Fast ohne Turboloch schiebt der D5 den rund 1,7 Tonnen schweren Volvo an. Richtig spritzig wirkt der nordische Laster zwar nicht, doch ein Durchschnittsverbrauch von rund 6,5 Litern tröstet darüber schnell hinweg.

In der Basisausstattung kommt der Volvo mit Frontantrieb, der starke T6 wird serienmäßig mit Allradantrieb ausgeliefert. Eine elektronisch geregelte Haldex-Kupplung verteilt dann die Kraft zwischen den Achsen und sorgt für spürbar mehr Traktion und weniger Untersteuern. Hier wie da ist eine etwas direktere Lenkung wünschenswert.

Von Zart bis Hart

Galerie: Erster Test Volvo V70Gegenüber dem Vorgänger ist das neue Modell merklich komfortabler gefedert, nur Querfugen werden straff an die Passagiere weitergegeben. Gegen Aufpreis (1.540 Euro) bietet Volvo das vom S80 bekannte, adaptive Four-C-Fahrwerk.

Im Komfort-Modus gibt der Volvo ganz die gemütliche, weiche Familienkutsche. Ist Papa allein unterwegs, bietet sich der harte, straffe Advanced-Modus bestens für die Kurvenhatz an. Als komfortabel-ausgewogen und für jeden Einsatzzweck geeignet erweist sich der Sport-Modus.

Vorbildliche Sicherheit

Galerie: Erster Test Volvo V70Dass der V70 in Richtung Obere Mittelklasse drängt, zeigen auch die Preise. Ab 37.550 Euro ist der kleinste Benziner zu haben, legt man 37.670 Euro auf den Tisch darf man den Einstiegs-Diesel sein Eigen nennen. Das Top-Modell T6 gibt es zum Preis von 49.410 Euro. Damit liegt Volvo zwar noch unter den Preisen der deutschen Premium-Konkurrenz, ist aber von Passat und Co. ein ganzes Stück entfernt.

Positiv: Bereits die Basisversion „Kinetic“ bringt ein CD-Radio, Klimaautomatik, Aluräder und Nebelleuchten mit. Allen gemein ist das für Volvo typische umfangreiche Sicherheitspaket. ESP, Schleudertrauma-Schutzsystem, gewachsene Airbags, integrierte Kindersitze und eine leistungsstarke Bremsanlage gehören zum Standard.

Fazit

Rund ein Viertel aller in Deutschland verkauften Volvo sind V70. Mit der neuen Generation erhält der noch bis zum Jahresende weiter gebaute Vorgänger einen würdigen Nachfolger - zumindest was Technik und Fahrleistungen betrifft. Leider ist der Neue zwar besser – aber auch emotionsloser geworden. Womit er sich den Erotikfaktor mit Knäckebrot teilt: Sinnvoll, aber nicht wirklich prickelnd. Am Ende jedoch entscheidet der Kunde. Ab August wird er sein Votum beim Volvo-Händler abgeben können.

 
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