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Galerie: Erster Test Volvo XC40 T3

Erster Test: Volvo XC40 T3

Flotter Schweden-Dreier

12.10.2018

Jetzt also auch Volvo: Vor einiger Zeit haben sich die Schweden von den großen Motoren verabschiedet und Sechs- sowie Achtzylinder komplett aus ihrem Angebot verbannt. Jetzt erweitern sie ihr bisweilen nurmehr aus Vierzylindern bestehendes Motoren-Portfolio wieder, allerdings nach unten. Zum ersten Mal bringt Volvo einen Dreizylinder! Der Startet im kleinen SUV XC40. AutoScout24 hat den Schweden-Dreier für Sie getestet.

Einen Vorteil des neuen Dreizylinders gibt es schwarz auf weiß: Durch den Verzicht auf eine zusätzliche Brennkammer sinkt der Einstiegspreis für das beliebte Kompakt-SUV auf 32.050 Euro; bislang mussten rund zweieinhalbtausend Euro mehr investiert werden. Ein Schnäppchen ist der Volvo damit freilich immer noch nicht, und dementsprechend präsentiert sich auch das neue, T3 genannte Einstiegsaggregat nicht als spaßbefreite Spar-Version, sondern tatsächlich als ernst zu nehmende Alternative.

Erstaunlich kräftig

Galerie: Erster Test Volvo XC40 T3An Leistung mangelt’s dem XC40 auf jeden Fall nicht. Ohnehin verfügen die meisten Dreizylinder auf dem Markt über ordentlich PS, der Volvo-Motor etwa bringt es auf ausreichende 156 Pferdestärken. Die Krux ist häufiger das Drehmoment, das sich mangels Hubraum in den kleinen Triebwerken einfach nicht so recht entfalten will. Allerdings gönnt Volvo mit 1,5 Litern seinem neuen Motor etwas mehr Brennraum als es viele Mitbewerber tun, und in Kombination mit der geschmeidigen Turboaufladung entlocken die Ingenieure dem T3 immerhin 265 Newtonmeter Drehmoment.

Galerie: Erster Test Volvo XC40 T3Die liegen zwischen 1.850 und 3.850 Umdrehungen voll an, und schon ab rund 1.500 Touren merkt man, wie der Volvo anzieht. Zwar muss man für eine flotte Gangart schon häufiger die sechs Gänge wechseln, und sind 9,4 Sekunden für den 100er-Sprint keine Bestmarke. Doch wer entspannt im Verkehr mitrollen will, kann den XC40 erstaunlich schaltfaul fahren – das ist umso erfreulicher, als das Volvo keine Automatik für den Dreizylinder im Angebot hat. Mehrere Ausgleichswellen sorgen dafür, dass der Motor auch im niedertourigen Bereich kultiviert läuft und kaum ruckelt; sogar das typische Dreizylinder-Knurren haben die Techniker weitgehend weggedämmt.

Vor Steigungen bitte schalten

Galerie: Erster Test Volvo XC40 T3Deutlicher zu hören ist da schon das Säuseln des Turboladers, der spätestens dann gefordert ist, wenn’s bergauf geht. Die Gelassenheit, die der Volvo an den Tag legt, solange es ebenerdig dahin geht, ist schon bei der kleinsten Steigung perdu. Dann gilt es, schnell runter zu schalten, will man den Anschluss an den Vordermann nicht verlieren. Übrigens: Bis knapp 200 km/h kann der XC 40 T3 auch auf der Autobahn mithalten, danach muss er die linke Spur frei machen.        

Galerie: Erster Test Volvo XC40 T3Allradantrieb ist – SUV hin oder her – in Anbetracht der Leistung nicht zwingend nötig, und so verzichten die Schweden derzeit komplett auf eine 4x4-Option für den Dreizylinder. Traktionsprobleme beim Anfahren kennt der XC40 trotzdem nicht. Und dass er in flotten Kurven mitunter spürbar untersteuert, passiert auch bei den Allradler: Hier machen sich die satten 1,7 Tonnen, die der Schwede auf den Rippen hat, nun mal bemerkbar.

Kein Sparmeister

Galerie: Erster Test Volvo XC40 T3Die hohe Masse dürfte auch den hehren Spritspar-Absichten des Dreizylinders einen Strich durch die Rechnung machen: 6,2 Liter stehen im Datenblatt als Durchschnittswert. Das ist ok, allerdings nicht mal ein Liter weniger, als der 247 PS starke Vierzylinder (T4, ab 38.550 Euro) mit Allrad und Automatik konsumiert. In der Praxis dürfte der Unterschied sogar noch geringer ausfallen: Schließlich müssen die kleinen Motoren, wenn es im Stadtverkehr doch mal etwas zackiger voran gehen soll,  sich mehr in Zeug legen als die größeren, und die hohen Drehzahlen wirken sich negativ auf den Durst aus.  

Galerie: Erster Test Volvo XC40 T3Wer die Haushaltskasse schonen will, ist bei Volvo aber ohnehin eher Fehl am Platz: Nicht nur, dass der Einstiegspreis auch mit Dreizylinder noch eine selbstbewusste Ansage ist. Es gibt auch noch reichlich teuer zu erstehende Extras, die die zu überweisende Summe locker auf vierzig- bis fünfzigtausend Euro treiben: Einparkassistent, Abstandstempomat, Spurhalteassisten, Voll-LED-Licht oder ein High-End-Navigationssystem sind nur Beispiele. Zumindest bei ihrem Touchscreen lassen sich die Schweden aber nicht lumpen: Das hochkant verbaute 9-Zoll-Display ist schon in der Basis-Version an Bord.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Wer im Flachland lebt und nicht vorhat, jede Woche mit High-Speed über die Autobahn zu düsen, ist mit dem neuen Einstiegsmotor gut bedient: Der XC40 T3 ist erstaunlich flott und lässt sich dazu auch noch angenehm schaltfaul fahren; auch in Sachen Akustik ist der Dreizylinder keine Verzichtserklärung. Ein Schnäppchen ist er allerdings nicht, und selbst auf dem Papier ist sein Verbrauch nicht überzeugend niedrig.
 
 

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