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Galerie: Erster Test Volvo XC60

Erster Test: Volvo XC60

Thors Laser-Schild

01.10.2008

Auf das Thema Sicherheit legt Volvo traditionell ein besonderes Augenmerk. Mit dem XC60 erweitern die Schweden nicht nur ihre Offroad-Palette um ein drittes Modell, sie führen gleich noch ein lasergesteuertes Crash-Vermeidungs-System ein. Neben dieser Innovation überzeugt das etwas andere Kompakt-SUV außerdem mit Vielseitigkeit, Komfort und Schick.

Statt mit beinharter Macho-Optik gibt sich der XC60 schlank und elegant, fast ohne Ecken und Kanten. Dezente Schutzplanken vermitteln nur eine unterschwellige Robustheit. Auf aggressive Designelemente wurde weitgehend verzichtet. Einen charaktervollen Abschluss des dynamischen Volvos bilden säulenartige Rückleuchten mit schwungvoller Nachtgrafik.

Der über 4,60 Meter lange Viertürer bietet einen bequemen Einsteig sowie gute Kopffreiheit vorne und hinten. Auf der Rückbank fällt angesichts der Fahrzeuglänge die Kniefreiheit allerdings etwas knapp aus. Das Cockpit bietet Volvo-typische Elemente wie die freischwebende Mittelkonsole. Diese ist im XC60 jedoch erstmalig dem Fahrer zugeneigt. Statt Metall- kann man alternativ die Mittelkonsole mit Vollholz-Dekor aufhübschen. Zwar ist die Holzvariante gnadenlos schick, knarzte jedoch auf unserer Testfahrt in schnellen Kurven penetrant.

Sicherheits-Laser

Galerie: Erster Test Volvo XC60Am unteren Ende der Mittelkonsole fällt eine breite Schalter-Reihe auf. Über die diversen Knöpfe lassen sich verschiedene Sicherheitssysteme aktivieren. Besonders hervorzuheben ist das völlig neue und zudem serienmäßige City-Safety-System. Ein Laser in der Frontscheibe tastet hier permanent den Nahbereich bis zehn Meter nach größeren Hindernissen ab. Sollte der XC60 auf ein Auto zu dicht auffahren, wird zunächst die Bremse vorgespannt und bei Geschwindigkeiten bis 15 km/h kurz vorm Aufprall der Wagen vollständig abgebremst. Zwischen 15 und 30 km/h verringert City-Safety zumindest die Aufprallwucht durch einen Bremseingriff deutlich.

Wir konnten die Funktionsweise praktisch testen und sind ungebremst auf ein Hindernis mit knapp unter 15 km/h gefahren. Spektakulär war diese Demonstration angesichts der niedrigen Geschwindigkeit zwar nicht. Doch brachte das City-Safety-System den Wagen automatisch vor dem Aufprall zum Stehen. Typische Auffahrunfälle im Stop-and-go-Verkehr lassen sich so effektiv verhindern.

Vielseitig

Galerie: Erster Test Volvo XC60Der XC60 ist nicht nur sicher sondern auch praktisch. Sein sauber ausgekleideter Kofferraum mit großer Öffnung fasst gut 500 Liter. Die Ladekante ist allerdings SUV-typisch hoch. Einfach lässt sich die asymmetrisch geteilte Rückbank umlegen und so ein topfebener Laderaum mit Platz für 1.455 Liter Gepäck schaffen. Neben Fixiersystem und Taschenhaken gibt es außerdem eine nach vorne klappbare Beifahrerlehne, die den Transport besonders langer Gegenstände ermöglicht.

Vielseitig ist der XC60 auch in fahrerischer Hinsicht. Für den Stadtverkehr ist er ausreichend handlich sowie übersichtlich und, wie bereits erwähnt, besonders sicher. Das Fahrwerk mit 18-Zoll-Rädern gibt sich verbindlich straff. Auf kurze Anregungen reagiert der ansonsten komfortable Unterbau etwas stößig. Die leichtgängige und etwas indirekte Lenkung überzeugt sowohl im Großstadtdschungel wie auch auf flotten Landstraßenpartien.

Von allem etwas

Galerie: Erster Test Volvo XC60Dynamische Talente sind beim XC60 durchaus vorhanden. Der hohe Aufbau, das üppige Gewicht und die mäßig konturierten Vordersitze verhindern jedoch einen gehobenen Kurvenspaß. Dennoch fegt der Volvo mit bemerkenswert wenig Seitenneigung behände durch Biegungen. Geht man enge Kurven besonders schnell an, schiebt der Wagen spürbar über die Vorderräder und das Regelsystem ESP muss mit kräftigen Bremseingriffen den XC60 auf Kurs halten. Beim Herausbeschleunigen sorgt dafür die elektronisch geregelte Haldexkupplung des serienmäßigen Allradsystems für optimale Traktion.

Die Kraft auf vier Räder bietet auch abseits befestigter Straßen Vorteile. Der XC60-Unterbau stammt zwar vom Freelander II, doch fehlt dem Volvo die etwas aufwendigere Allradtechnik des kleine Landys. Ohne mechanische Sperren ist der XC60 immerhin noch für Schotterpisten und seichtes Gelände ausreichend gut gerüstet. Er bietet eine erhöhte Bodenfreiheit, 350 Millimeter Wattiefe und 33 Grad Steigungsfähigkeit. Serienmäßig ist zudem eine Bergabfahrhilfe an Bord.

Mit Alkoholtester

Galerie: Erster Test Volvo XC60Neben der sicheren Bergabfahrt bietet der XC60 eine Reihe serienmäßiger wie optionaler Sicherheits-Features. Dazu gehören eine Spurverlassenswarnung, ein Totewinkel-Assistent, das Kurvenlicht, ein Alkoholtester, das Übermüdungswarnsystem Driver Alert (…mehr), eine Reifendruckwarnanzeige, eine Rückfahrkamera, eine Anhänger-Stabilisierung und eine – unter anderem dank kompakter, quer eingebauter Motoren – besonders crashsichere Karosserie.

Der Alkotester

Vorläufig wird der XC60 mit drei bekannten Aggregaten angeboten. Fast 90 Prozent der Kunden werden laut Volvo entweder den 163 PS starken Diesel 2.4D oder den D5 mit 185 PS bestellen. Dabei ist der T6-Benziner mit 285 PS und 400 Newtonmeter das eindeutig faszinierendere Aggregat. Vor allem die hohe Laufruhe, das direkte Ansprechverhalten und die guten Fahrwerte (7,5 Sekunden, 210 km/h) sprechen für den Sechszylinder. Allerdings wird dieser Traummotor allein in Kombination mit einer Sechsgang-Automatik angeboten. In der Praxis dürfte der Verbrauch noch deutlich über dem Durchschnittswert von zwölf Litern liegen.

Stark und durstig

Der mit Sechsgang-Schaltgetriebe kombinierbare D5 ist wesentlich genügsamer. 7,5 Liter soll der Fünfzylinder auf 100 Kilometer konsumieren. Die Fahrleistungen sind mit 9,5 Sekunden im Sprint und 205 km/h Top-Speed ebenfalls noch gut. Der insgesamt sehr hohe Geräuschkomfort im XC60 wird durch den Klang des Diesels nicht ungebührlich stark beeinträchtigt.

Neben den Spritkosten sind die Diesel auch in der Anschaffung deutlich günstiger. Der 2.4D kostet etwa 34.000 Euro, der D5 36.000 Euro, während der T6 – nur ab der höherwertigen Ausstattung Kinetic erhältlich – mindestens 43.500 Euro kostet. In 2009 bringt Volvo den XC60 jeweils noch mit einem kleineren Benziner und Diesel sowie in einer 2WD-Variante. Der Basispreis dürfte dann wohl unter 30.000 Euro liegen.

Günstiger als Q5 und X3

Galerie: Erster Test Volvo XC60Der Ausstattungsumfang der XC60-Basis kann sich übrigens sehen lassen. Neben bereits erwähnten Sicherheits-Features wie dem City-Safety zählen noch der Allradantrieb, ein MP3-fähiges CD-Radio, eine Klimaanlage, eine Dachreling und 17-Zoll-Leichtmetallräder zum Serienumfang. Viele Ausstattungsoptionen kann man mit Preisvorteilen in den Paketen Kinetic, Momentum und Summum ordern. Wer den XC60 mit vielen Extras aufwerten will, wird seinen Preis leicht auf über 50.000 Euro steigern können.

Das klingt zwar happig, doch unterbietet der XC60 preislich seine Mitbewerber deutlich. So sind Audi Q5 und BMW X3 in der Dieselbasis jeweils um über 4.000 Euro teurer. Ausstattungsbereinigt sinkt der Preisvorteil des Volvo XC60 auf etwas die Hälfte.

Fazit

Der neue Volvo XC60 kommt als SUV erfrischend anders und attraktiv daher. Seine Stärke liegt vor allem in der umfangreichen Sicherheitsausstattung. Mit City-Safety hat er sogar ein zukunftsweisendes System serienmäßig an Bord. Gegen Aufpreis lassen sich noch eine Reihe weiterer Innovationen ordern. Sowohl in der Stadt, auf der Landstraße wie auch Autobahn ist man im sehr alltagstauglichen und komfortablen XC60 gut unterwegs. Als Sportwagen oder kerniger Geländewagen kann er allerdings nicht ganz überzeugen.  

Galerie: Erster Test Volvo XC60

 
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