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Galerie: Erster Test VW Caddy Life 4Motion

Erster Test: VW Caddy Life 4Motion

Der es-geht-weiter-Caddy

06.02.2009

Der 2004 gestartete VW Caddy hat sich sukzessive zum Vielseitigkeitskünstler gemausert. Ob als Kleintransporter fürs Handwerk, Familien-Van, Minibus oder Camper – für fast alle Bedürfnisse bietet der VW mittlerweile eine Variante. Und nun kommt mit dem 4Motion noch ein Traktionsspezialist hinzu, der den Caddy weiter als bisher bringt. Wir haben die neue Antriebsvariante im Querdrift, auf Kraxeltour und Passfahrt getestet.

So ein Allrad-Caddy könnte vielleicht auch als modischer Crossover eine gute Figur machen. Doch Offroad-Anleihen sucht man bei der neuen Antriebsvariante vergeblich. Der ausschließlich als kurzer 4,40-Meter-Caddy erhältliche 4Motion kommt ganz ohne robust wirkende Plastikbeplankung oder ähnlichen Offroad-Chichi aus. Hier ist alles echt Caddy und gibt sich der 4x4 allein durch einen kleinen Schriftzug am Heck und dem großen Differentialgetriebe an der Hinterachse zu erkennen.

Die Allradtechnik ist hinlänglich bekannt und hat sich vielfach bewährt. Den neuen Antrieb des Caddy gibt sich zum Beispiel bereits in den VW-Modellen Tiguan und Golf 4Motion. Sprich: Für die Kraftverteilung zwischen den Achsen ist dort wie auch im Caddy eine elektronisch geregelte Lamellenkupplung der Firma Haldex verantwortlich. Sie kann bis zu 100 Prozent allein an die Vorder- oder Hinterachse schicken. Beim normalen Dahingleiten auf trockener Straße gelangt Antriebskraft in der Regel allein an die Vorderachse, erst bei Traktionsverlust wird umgehend Leistung an die Hinterhand übertragen.

Immer Taktion

Galerie: Erster Test VW Caddy Life 4MotionIn der Praxis bekommt der Fahrer nur wenig vom aufwendigen Antriebssystem mit. Es müssen auch keine Schalter oder Knöpfe betätigt werden. Was man hingegen deutlich erfährt, ist die stets optimale Traktion. Egal, ob volles Beschleunigen aus Kurven oder Fahren auf Schotter, Schnee, Matsch oder Eis – hier ist der Allrad-Caddy seinen 2WD-Brüdern eindeutig überlegen. Besonderen Spaß bereitet es, den hoch bauenden 4x4-VW auf gefrorener Eisdecke leicht anzustellen und dann mit hängendem Heck durch Kurven zu driften. Wer es dabei übertreibt, wird alsbald vom serienmäßigen ESP eingefangen. Ohnehin: Das Fahrverhalten des Caddy ist dank des elektronischen Regelsystems im Grenzbereich nahezu narrensicher.

Darüber hinaus überzeugt der traktionsstarke Hannoveraner (Sitz von VW-Nutzfahrzeuge) in schnell gefahrenen Kurven mit gehobener Agilität und Handlichkeit. Es handelt sich zwar grundsätzlich nicht um ein sportliches Auto, doch als extreme Spaßbremse kann man ihn nicht abqualifizieren. Und auch der Abrollkomfort wird selbst gehobenen Ansprüchen gerecht.

Alter Pumpe-Düse immer noch topfit

Galerie: Erster Test VW Caddy Life 4MotionDen Allradantrieb gibt es übrigens allein in der Kombination mit dem altbekannten 1,9-Liter-Pumpedüse-Diesel in der Leistungsvariante mit 105 PS. Zwar hat der Vierzylinder ein bereits hohes Dienstalter im VW-Konzern erreicht, doch gibt er sich noch immer erfrischend wuchtig. Lediglich bei der Laufkultur kann er nicht so überzeugen wie seine neueren Common-Rail-Brüder, die ihn in vielen VW-Modellen bereits beerbet haben. Dafür bietet der alte 1,9er einen herrlichen Drehmoment-Punch, der den Caddy gefühlt recht schwungvoll macht.

Bei den tatsächlichen Fahrleistungen muss man allerdings leichte Abstriche hinnehmen. Mit 14 Sekunden fährt der 4Motion beim 100-km/h-Sprint um ein paar Zehntel seinem 2WD-Pendant hinterher und auch bei der Endgeschwindigkeit sind maximal 164 km/h angesagt. Selbstredend sorgt das 4x4-System für einen um 0,5 Liter höheren Verbrauch. Laut VW soll dieser bei insgesamt 6,7 Litern liegen, wir haben auf einem gut 100 Kilometer langen Rundkurs laut Bordcomputer mit genügsamen 7,3 einen sehr respektablen Wert erreicht. Immerhin will hier ein 1,7-Tonner mit plumper Aerodynamik bewegt werden – und das oft über alle vier Räder. Insofern kann man dem guten alten Pumpe-Düse-Diesel auch beim Verbrauch wenig vorwerfen. Allein bei der Abgasnorm wird dieses Aggregat auch in den kommenden Jahren die Euro-5-Grenze nicht mehr nehmen.

Üppiger Aufpreis

Galerie: Erster Test VW Caddy Life 4MotionSo richtig billig ist der 4Motion übrigens nicht. Über 3.000 Euro Aufpreis verlangt VW für diese Antriebsvariante. Im Golf kostet die 4Motion-Allradoption nur etwa die Hälfte. Grund für den relativ hohen Aufpreis ist das umfassendere Gesamtpaket, dass zusätzlich noch Sechsgang-Getriebe, ESP, Berganfahrhilfe und Dieselpartikelfilter umfasst. Neben diesen Extras bietet der Caddy übrigens recht wenig Ausstattung. Der Life als Fünfsitzer kostet in der etwas mageren Basis mit 4Motion-Antrieb mindestens 23.500 Euro.

Wenn auch kein Schnäppchen, so ist der Caddy 4Motion dafür so ziemlich allein auf weiter Flur. Einen ähnlichen Kleintransporter mit viel Platz (über 3.000 Liter Stauraum) und hoher Zuladung (mindestens 500 Kilo) in Kombination mit Allrad bietet sonst kein anderer Hersteller. So besitzt der neue Allrad-Caddy in Regionen mit viel Schnee und Bergen ab sofort ein weiteres gewichtiges Verkaufsargument. Vor allem in den Alpenländer wird VW offene Türen einrennen.

Fazit

Es ist diese kaum spürbare Art, mit der das 4Motion-System die Kraft intelligent und bedarfsgerecht verteilt. Mit unmerklicher Selbstverständlichkeit wird das Drehmoment beim Caddy zwischen Vorder- und Hinterachse variiert und so maximale Traktion aufgebaut. Vor allem dort wo es bergig ist, häufiger Schnee liegt oder asphaltierte Straßen fehlen, sorgt der Allrad-Caddy für mehr Sicherheit und ein spürbar besseres Vorankommen. Und Antriebseinflüsse auf die Lenkung gibt es außerdem keine mehr. Der Aufpreis für das System ist allerdings etwas happig und der Verbrauch steigt um einen halben Liter.

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