Cabrio-Special 2011
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Erster Test: VW Eos

Erster Test: VW Eos

Klappt einwandfrei!

19.05.2006

Da ist er also, der neue VW Eos. Das nach der griechischen Göttin der Morgenröte benannte Cabrio-Coupé, auf das wir länger warten mussten, als es den VW-Verantwortlichen lieb ist. Was also schreiben, böse Geschichten über das Dach? Wird langsam langweilig, zumal es inzwischen einwandfrei klappt. Und geht es bei einem Cabrio nicht vielmehr um Gefühle, Entspannung und Fahrspaß?

Trotzdem zuerst zum Dach, schließlich ist das Glas-Metall-Hardtop eines der Highlights des Eos. Und schon vor dem Marktstart heftig ins Gerede gekommen. Funktioniert nicht weil zu aufwändig, hieß es immer wieder. Dann wurde sogar der Termin für die Markteinführung verschoben, weshalb der neue Wolfsburger Sonnenanbeter auch erst jetzt am 19. Mai zu den Händlern kommt.

Erster Test VW EosWie auch immer, nun jedenfalls öffnet und schließt es, hält dicht und zieht die Blicke auf sich. Per Knopfdruck zerteilt es sich in fünf Teile und verschwindet binnen 25 Sekunden in der Heckpartie des Wagens: Zuerst gleitet das Schiebedach nach hinten, dann schiebt sich die Heckscheibe über die Dachholme, bevor diese zum Teil in den Fahrzeugflanken verschwinden. Nun hebt die große Heckklappe ab und setzt sich in einem weit nach hinten ausholenden Schwung wie ein Deckel darüber. Die (optionale) Einparkhilfe achtet dabei darauf, dass hinter dem Fahrzeug auch genügend Platz ist.

Schön kompliziert

Erster Test VW EosWarum so kompliziert? Weil sich daraus letztlich eine Menge Vorteile ergeben. Ein verhältnismäßig großer Kofferraum zum Beispiel (offen 205 Liter; geschlossen 380 Liter), der auch bei geöffnetem Dach problemlos zugänglich ist. Dazu viel Platz im Innenraum: Im Fond können zwei Erwachsene durchaus normal sitzen. Und nicht zu vergessen erlaubt die kompakt bauende Kappe eine vergleichsweise schlanke Linie.

Eleganz und Klappdachcabrios. Das zu vereinen gelang bislang nur wenigen Herstellern. VW hat es mit dem Eos geschafft: Das Heck ist bei weitem nicht so wuchtig wie bei den meisten Mitbewerbern. Geschlossen schwingt die oft vermisste Leichtigkeit echter Coupés mit. Die Metallstreben des Hardtops sind zierlich ausgefallen, der eigentliche Dachhimmel ist gläsern. Und mit einer Besonderheit versehen: einem voll funktionstüchtigen Schiebe-Hubdach.

Fein verhüllt

Erster Test VW EosSelbst wenn alle Schotten dicht sind, besticht der Eos mit einem herausragenden Qualitätseindruck. Der Laie wird kaum auf die Idee kommen, in einem Cabrio zu sitzen, denn die gesamte Verdeckkinematik ist verkleidet. Selbst im aktuellen Mercedes SL ist das Gestänge zu sehen. Und der Eos spielt wohlgemerkt einige Preisregionen niedriger, ist zwischen Kompakt- und Mittelklasse angesiedelt. Übrigens auch technisch. Die Vorderachse beispielsweise stammt vom Golf, die Hinterachse vom Passat.

Das Baukastenprinzip spiegelt auch der hochwertig verarbeitete Innenraum wider. Hinsichtlich des Designs und der Materialauswahl ist die Eos-Stube eine gelungene Mischung aus Golf und Passat. VW-Fahrer finden sich sofort zurecht und erkennen das eine oder andere Detail wieder. Nicht-VW-Fahrern erschließt sich die Ergonomie ebenso intuitiv, allerdings dürften sie - vor allem wenn sie bislang höher positionierte Fahrzeuge ihr Eigen nannten - durchaus positiv überrascht sein von der Optik und Haptik.

Summerfeeling

Erster Test VW EosNun genug der Fakten, lassen wir den Sonnenschein herein: Blauer Himmel, 22 Grad Celsius, im Hintergrund das Meer, saftig grüner Ginster mit ersten Blüten am Straßenrand. Offen cruisen wir mit dem Eos entlang der attischen Küste. Sachte weht die Seebrise in den Innenraum, die Landstraße schlängelt sich kurvenreich vorbei an türkisblau schimmernden Buchten.

Weder vom 2,0-Liter-TFSI-Motor, noch vom Fahrwerk ist etwas zu hören. Der nach oben offene Raum ist erfüllt vom relaxten Gesang des zum Sänger gewandelten Surfers Jack Johnson, dessen Stimme glasklar aus den Boxen der empfehlenswerten Dynaudio-Soundanlage (€ 1.990) trällert. Leise säuselt der Fahrtwind, ab und zu quietscht es in den Kurven.

Schnell entspannen

Erster Test VW EosDie satte Straßenlage und die beeindruckend verwindungssteife Karosserie verführen mitunter zu flotterer Gangart. Wohlgemerkt nicht zum Rasen, denn dafür ist der grundkomfortable Eos einfach zu entspannt.

Und wenn vor einem ein gemächlicherer Zeitgenosse die schöne Aussicht beeinträchtigt, reicht ein kurzer Tipp aufs Gaspedal zum schaltfaulen Überholen. Die 200 PS und 280 Newtonmeter Drehmoment des Turbo-Vierzylinders brauchen keiner weiteren Erklärung. Nur beim heftigen Beschleunigen stößt der Fronttriebler schnell an seine Traktionsgrenzen. Doch wer will schon hetzen?

Fazit

Feine Technik, ein bildschönes Design und souveräne Fahreigenschaften: VW ist mit dem Eos gelungen, was viele nicht für möglich gehalten hatten. Die Wolfsburger haben ein voll alltagstaugliches, aber eben auch begehrenswertes Automobil auf die Beine gestellt. Die aufwändige Dachkonstruktion macht sich bezahlt, denn sowohl als Cabrio, wie auch als Coupé macht der Eos ein gute, weil schlanke Figur.

Da geht täglich die Sonne auf, nur bei der Anschaffung trübt eine dunkle Wolke den Glanz. Denn schon das Basismodell 1.6 FSI mit 115 PS kostet stolze 25.950 Euro, der 140-PS-Diesel knapp unter und der von uns gefahrene Turbo-Benziner etwas über 30.000 Euro. Der Hauptkonkurrent Opel Astra TwinTop ist in den entsprechenden Motorisierungen jeweils rund 2.000 Euro günstiger, die kompakten Klappdachcabrios von Renault und Peugeot ebenfalls.

Erster Test VW Eos

 
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