Cabrio-Special 2011
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Galerie: Erster Test VW Golf Cabriolet

Erster Test: VW Golf Cabriolet

Enkel ohne Henkel

05.05.2011

Der Golf gilt als die mobile Allzweckwaffe. Mit leichten Abstrichen erfüllt diesen Vielseitigkeits-Anspruch auch das neu aufgelegte und ab 17. Juni 2011 verfügbare, nunmehr henkellose Golf Cabriolet. Ob als Langstrecken-Autobahnexpress, spaßiger Kurvenfeger, Familienauto oder entspannter Sonnenschein-Cruiser – die neue Frischluft-Variante bietet ein breites Einsatzspektrum, und das ganzjährig. Zudem ist der Luftikus mit den vielen Stärken des Golfs gesegnet und sogar preislich bestens aufgestellt.

Der für den einstigen Spitznamen Erdbeerkörbchen verantwortliche Henkel ist weg. Gut so. Zum Niederknien verleitet das ansonsten wenig überraschende Design der dritten Golf-Cabrio-Generation vielleicht nicht, doch dank einer im Vergleich zum Standard-Golf etwas sportlicher akzentuierten Linie und einigen aufpreispflichtigen Extras wie Alu-Rädern, Metallic-Lack und LED-Tagfahrlicht vermag unser Testexemplar dennoch Will-haben-Impulse wecken.

Besonders gut gefällt die Linienführung im offenen Zustand, denn mit abgeflachter Frontscheibe und der von vorn nach hinten leicht aufsteigenden Schulterlinie vermittelt der Zweitürer einen dynamischen Eindruck. Besonders lobenswert: Anders als beim technisch eng verwandten A3 Cabriolet gibt es keine störenden Überrollbügel hinter den Fondsitzen. Dank der beim Überschlag aus den Fondsitzen automatisch ausfahrenden Stützmodule und den Kopf-Thorax-Airbags soll das Sicherheitsniveau dennoch hoch sein.

Tradition mit Brüchen

VW Golf CabrioletVom offenen A3 hat das VW Cabriolet unter anderem das sich im weiten Bogen über den Fahrgastraum spannende und in einem Stummelheck endende Stoffdach bekommen. Stoffdach-Cabriolets wie der BMW 1er mit seinem coupéhaften Seitenprofil wirken da etwas eleganter, aber ein gewisses Eleganz-Defizit hat beim Golf Cabriolet ja Tradition. Apropos Tradition: Das von Webasto stammende Verdeck feiert übrigens mit der Karosserie an dem von Karmann übernommenen, historischen VW-Cabriolet-Produktionsstandort in Osnabrück Hochzeit.

Doch hinfort mit der Stoffpelle: Vollelektrisch und selbsttätig faltet sich das üppig dimensionierte Konglomerat aus Stangen, Scharnieren und Textilbahnen per Knopfdruck (verchromter Schalter in der Mittelkonsole) nach hinten. Angenehm kurzweilig (neun Sekunden) und sehr geschmeidig geht dies vonstatten, sogar während der Fahrt bis 30 km/h. In dem nach oben offenen Heckbürzel faltet sich das Dach eng und flach zusammen, bildet die oberste Verdecklage einen nahezu sauberen Abschluss leicht oberhalb der Schulterlinie. Auf eine Persenning oder einen Verdeckdeckel hat man verzichtet.

Platz für vier und Gepäck

VW Golf CabrioletRaumökonomisch gibt sich der Golf auch als Cabriolet vorbildlich. Statt eines plumpen Riesenhecks mit einem im Offenmodus schlecht nutzbaren Kofferraum,  wie in der Klasse der kompakten Klappdach-Cabrios üblich, kommt man beim Golf über eine zugegeben etwas kleine Klappe jederzeit an das stets 250 Liter große, gut beladbare Gepäckabteil.

Dank der umklappbaren Rückbanklehne und einer immerhin 53 Zentimeter breiten Durchreiche lässt sich selbst längeres und sperrigeres Transportgut einladen. Zwar reicht das nicht an die Transportqualitäten eines normalen Golf heran, dafür lassen sich in dem nach oben offenen Wagen immerhin hochgewachsene Pflanzen problemlos transportieren.  

Gediegener Standard

VW Golf CabrioletWeiter vorne können sich die Insassen an dem gediegenen Standard der Golf-Baureihe erfreuen – die hohe Qualitätsanmutung, die vielen Ausstattungsoptionen, die intuitive Bedienlogik und  das Platzangebot sind vorbildlich. Dank vieler Verstellmöglichkeiten sitzt dem Fahrer der Arbeitsplatz zudem wie angegossen.

Sogar im Fond kommen auf den zwei Sitzen auch Erwachsene noch halbwegs kommod unter; allerdings sind Einstieg sowie die Knie- und Kopffreiheit bei geschlossenem Dach nicht überragend. Dafür ist das Geräuschniveau sehr niedrig, leitet die auch bei Autobahntempo stramm anliegende, mehrlagige Stoffhaube vergleichsweise wenig Störakustik in den Innenraum. Auch im Offen-Modus übertreibt es das Golf Cabriolet nicht mit Verwirbelungen und Windgeräuschen. Nur die vorderen Sicherheitsgurte flattern gelegentlich im Wind.

Von stark bis sparsam

VW Golf CabrioletVon ordentlich bis großzügig reicht das Leistungsspektrum der angebotenen Motorisierungen. Bereits der hinlänglich bekannte und höchst kultivierte 1.2 TSI mit 105 PS macht durchaus Laune, fühlt man sich trotz der fast 200 Kilogramm Mehrgewicht des Cabriolets nur selten untermotorisiert.

Lediglich bergauf und wenn das volle Drehmoment noch nicht aufgebaut ist, wirkt der kleine Vier-Zylinder etwas schwachbrüstig. 11,7 Sekunden für den Sprint und 188 km/h Top-Speed – so lauten die respektablen Papierwerte. Den Verbrauch gibt VW mit bescheidenen 5,9 Litern an. In der 400 Euro teureren Version Bluemotion Technology sind es gar nur 5,7 Liter.

Es geht auch flotter

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Es geht aber auch deutlich flotter, können die aufgeladenen Benziner mit 160 und 210 PS längsdynamisch eindeutig mehr beeindrucken. Letzterer bietet immerhin das Leistungsniveau des GTI, ohne aber als solcher gekennzeichnet zu sein.

Ebenfalls heftigen Vorwärtsdrang entwickelt der sowohl kultivierte als auch drehmomentstarke Selbstzünder 2.0 TDI mit 140 PS. Das großartige Triebwerk soll sich trotz guter Fahrleistungen in der Version Bluemotion Technology mit 4,5 Litern Sprit bescheiden. Wer noch sparsamer unterwegs sein will, kann auf den zugegeben etwas trägen 1.6er-TDI zurückgreifen, den VW mit 4,4 Litern angibt.

Während dieser Basisdiesel grundsätzlich mit einem manuellen Fünf-Gang-Getriebe kombiniert wird, haben alle anderen zunächst angebotenen Motorvarianten standardmäßig ein manuelles Sechs-Gang-Getriebe. Allein der ab Herbst 2011 verfügbare 210-PS-Motor wird ausschließlich mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG kombiniert. Dieses ist optional auch für den 160 PS starken TSI bestellbar.

Tolles Fahrwerk

VW Golf CabrioletGlänzen kann das Golf Cabriolet auch fahrwerksseitig. Dank der souveränen Straßenlage gleitet der Wohlfühl-Wolfsburger perfekt durch  Kurven, weiß man stets, was der gutmütig untersteuernde, sehr ausgewogen abgestimmte und homogen wirkende Wagen als nächstes macht. Ein angenehmes Komfort-Niveau vermittelt die Feder-Dämpfer-Abstimmung, die allerdings Unebenheiten etwas weniger geschmeidig verdaut als der geschlossene Golf - ein Tribut an das bereits erwähnte Mehrgewicht.

Wie alle auf Basis geschlossener Karosserien entwickelten Offenkonstruktionen, so musste auch der Golf unten rum massiv versteift werden. Da ein fester Überbau fehlt, kommt an vielen Stellen zusätzlicher Stahl zum Einsatz. Diese Maßnahmen sorgen für die bereits erwähnten Zusatzkilo, die aber ihre Wirkung keineswegs verfehlen. Das bei vielen anderen Offen-Konstruktionen nervige Cabrio-Zittern gibt es hier nicht, bleiben die Karosserie-Schwingungen selbst bei groben Unebenheiten auf niedrigem Niveau.

Attraktiver Preis

Ebenfalls auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau bewegt sich das VW Golf Cabriolet preislich: Mit dem 1.2 TSI kostet der offene, voll alltagstaugliche Golf mindestens 23.625 Euro. Das sind rund 4.800 Euro mehr als bei einem vergleichbar motorisierten, dreitürigen Standard-Golf. Allerdings bietet das Cabriolet in der Basisversion einige zusätzliche Ausstattungsdetails wie 16-Zoll-Räder, Komfortsitze, LED-Rückleuchten und 4fach-Fensterheber. Angesichts dieser Mehrausstattung schrumpft der Aufpreis auf rund 4.000 Euro, was für den gebotenen Lifestyle-Mehrwert ein durchaus fairer Kurs ist.

Zudem liegt das Golf-Cabriolet preislich unter dem Niveau der direkten Mitbewerber. So kosten die C-Segment-Cabriolets von Renault und Peugeot (Mégane/308) zwischen 25.000 und 26.000 Euro und auch der technisch eng verwandte A3 ist mit 25.100 Euro mit gleichem Motor und der gleichen Dachlösung teurer.

Technische Daten
 
Marke und Modell   VW Golf Cabriolet   VW Golf Cabriolet
    1.2 TSI Bluemotion Technology   2.0 TDI
Motor        
Hubraum (ccm) / Bauart   1.197 / R4   1.968 / R4
Leistung (kW / PS)   77 / 105   103 / 140
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   175 / 1.500   320 / 1.750 - 2.500
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles Fünf-Gang-Getriebe   manuelles Sechs-Gang-Getriebe
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.246 / 1.782 / 1.423   4.246 / 1.782 / 1.423
Radstand (mm)   2.578   2.578
Wendekreis (m)   10,9   10,9
Leergewicht (kg)   1.341   1.535
Kofferraum (Liter)   250   250
Bereifung Testwagen   205/55 R 16   205/55 R 16
Verbrauch        
Krafstoffart   Benzin   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,7 (mit Start-Stopp)   5,1
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   132 / Euro 5   134 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.   k .A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   11,7   9,9
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.   k .A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.   k .A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   188   205
Preise        
ab (Euro)   24.025,00   k.A.
Empfohlene Extras        
 
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Fazit

Warum nicht ein Cabriolet!? Wer häufiger davon träumt, bei Sonnenschein auch mal mit offenem Dach lässig dahin zu cruisen, sollte beim Kauf seines neuen Kompakten lieber gleich den offenen Golf hernehmen. Die Mehrkosten sind überschaubar und ist der Frischluft-Volkswagen mit leichten Abstrichen zudem alltagstauglich. Auch eine Kleinfamilie kann dieses Spaßmobil mit seinen herausragenden Golf-Qualitäten als Erstwagen nutzen und bei entsprechendem Wetter außerdem noch die besonders herrlichen Momente des Cabriolet-Fahrens sogar zu viert genießen.

VW Golf Cabriolet

 
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