Elektromobilität-Special
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Galerie: Erster Test VW Golf GTE

Erster Test: VW Golf GTE

Der Öko-GTI

04.09.2014

E-Mobilität mag zwar sauber sein, doch um voll zu überzeugen, fehlt den meisten Stromern nach oben raus ein gewisses längsdynamisches Potenzial und andererseits ein ordentliches Maß an Langstreckentauglichkeit. Der jetzt startende E-Golf mag ein feines E-Mobil sein, aber auch er krankt an eben jenen Einschränkungen. Deshalb will ihm VW noch 2014 den Golf GTE zur Seite stellen, der elektrische Mobilität mit klassischen Benzinmotor-Eigenschaften vereint und sich als Öko-Auto auf GTI-Niveau empfiehlt.

Plug-in-Hybrid heißt die noch junge und sprunghaft wachsende Fahrzeugkategorie, die diesen attraktiv erscheinenden Spagat meistert. Toyota, Mitsubishi oder Opel haben schon ähnliche Modelle im Markt. Auch VW setzt nun auf das Doppelherz und hat nach eigener Aussage den Unterbau, also den Modularen Querbaukasten, bereits in der Entwicklung für die Aufnahme von zwei Antrieben samt einer mittelgroßen Batterie vorbereitet.

Kompakt integrierte E-Motor

Galerie: Erster Test VW Golf GTEDie Unterbringung ist unter anderem möglich, weil das Antriebskonglomerat recht kompakt aufgebaut ist. Denn zwischen dem 1,4-Liter-TSI-Motor mit 150 PS und dem Doppelkupplungsgetriebe ist noch eine 75 Kilowatt leistende, scheibenförmige E-Maschine integriert, die wenig Bauraum beansprucht. Und agiert diese Maschine allein, sorgt sie bereits für ordentlichen Schub. Per Knopfdruck kann man den GTE in diesen rein elektrischen Modus zwingen, bei dem der Benziner inaktiv bleibt. Der elektrische Antrieb fühlt sich keineswegs nach Verzicht an und bietet das knapp über 100 PS starke Zusatzaggregat einen mit dem E-Golf vergleichbaren Schub. Nach oben raus ist der GTE dank des Doppelkupplungsgetriebes sogar etwas flotter als der E-Golf. Maximal sind immerhin 130 km/h im reinen E-Modus möglich.

Diesen kann man auch spontan überstimmen, denn beim Kickdown übernimmt selbst im E-Modus der Benziner die Vortriebsarbeit. Richtig wild wird es allerdings erst im GTE-Modus, denn jetzt sorgen beide Antriebe im Konzert für maximalen Schub und wird mir klar, warum der Teilzeitstromer sein GTE-Kürzel trägt: Mit einer Systemleistung von 204 PS und 350 Newtonmeter Drehmoment ballert der 1,6-Tonner in nur 7,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Maximal sind immerhin 222 km/h möglich. Insofern fährt sich der GTE wie ein sportlicher Golf und ist er nur etwas langsamer als der GTD. Auf einem von VW abgesteckten Handling-Parcours auf dem Tempelhofer Rollfeld konnte mir die üppige Kraft im GTE-Modus, untermalt von einem markanten Motorsound, ein freudiges Lächeln entlocken.

50 Kilometer elektrische Reichweite

Galerie: Erster Test VW Golf GTEDoch eigentlich soll beim GTE ja das Grüne Gewissen im Vordergrund stehen. Der E-Modus ermöglichst es dem GTE in jedem Fall in eigentlich jeder Verkehrslage mitschwimmen zu können. Wenn man besonders zurückhaltend ist, soll die 8,8-kWh-Batterie immerhin 50 Kilometer Reichweite ermöglichen. Wer will, kann also die allermeisten Fahrten rein elektrisch bewältigen, emissionsfrei und zudem kostengünstig, denn die Energiekosten für 100 Kilometer dürften im reinen E-Modus bei rund drei Euro liegen. Allerdings muss man dann konsequent daran denken, die Batterie zu laden und also den Golf dort parken, wo man das Ladekabel an eine Steckdose anschließen kann. Zweieinhalb bis dreieinhalb Stunden dauert es, bis eine leere Batterie wieder voll ist. Für Berufspendler bietet der GTE also eine gute Möglichkeit, zugleich günstig als auch sauber zu fahren.

Und man muss keine Angst haben, einmal liegen zu bleiben, denn jederzeit kann man ja auf den Benziner zurückgreifen, der zumindest eine theoretische Reichweite von über 900 Kilometer ermöglicht. Insofern lässt sich der GTE auch als Erstauto einsetzen, mit dem man spontan mit der Familie auch mal von Hamburg nach München fahren kann. Einen Verbrauchswert allein für den Benziner gibt VW nicht an, sondern lediglich den offiziellen Prüfstand-Wert für Plug-in-Hybride, der im Fall des GTE bei 1,5 Litern liegt. Praktisch kann man den GTE sowohl als Null-Emissions-Auto bewegen, als auch zehn Liter auf 100 Kilometer mit ihm verblasen. Hier kann der Fahrer entscheiden, wie er den Wagen einsetzen will. Darüber hinaus hat man noch den sparsamen Hybrid-Modus, der unter anderem die Unterstützung des E-Motors und die Rekuperation dazu nutzt, Benzin zu sparen.

Hoher Preis mit viel Sparpotenzial

Galerie: Erster Test VW Golf GTEGanz billig wird der vielseitige GTE allerdings nicht. Den genauen Preis verraten die Wolfsburger noch nicht, doch soll dieser „besonders konkurrenzfähig“ sein und dürfte somit sehr wahrscheinlich nur knapp über 35.000 Euro liegen. Vermutlich wird der Doppelherz-Golf also etwas günstiger als der Toyota Prius Plug-in-Hybrid sein, der 36.550 Euro kostet und dessen Batterie und rein elektrische Reichweite nur halb so groß ist und der kein sportliches Fahrerlebnis bietet.

Neben dem zweifachen Antrieb wird der GTE übrigens noch mit einer gehobenen Ausstattung aufwarten und insofern kann der ökologisch korrektere Sport-Golf als durchaus interessantes, eventuell sogar günstiges Angebot gesehen werden, denn wer möglichst oft mit Strom fährt, kann viel Geld bei den Energiekosten sparen und könnte sich so die Mehrinvestition irgendwann sogar amortisieren. Genau kalkulieren lässt sich das erst, wenn VW zur Markteinführung im Herbst 2014 auch genaue Preise nennt.

 
Fazit

Mario Hommen

Sie wollen elektrisch fahren, aber bei der Alltagstauglichkeit auf nichts verzichten? Mit dem Golf GTE bietet VW ab Herbst 2014 eine sehr interessante Alternative. Mit der Kombination von Benziner und E-Motor kann der Teilzeitstromer nämlich beide Bedürfnisse auf überraschend gute Weise befriedigen.

Zwar wird VW einen etwas gehobenen Preis abrufen, der könnte sich allerdings langfristig sogar bezahlt machen, wenn man denn möglichst oft rein elektrisch fahren würde. Und für die flotte Landstraßen-Sause am Sonntagmorgen muss man sich nicht extra ein Auto leihen, denn auch hier kann der GTE seinen Fahrer durchaus befriedigen.
 
 

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