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Galerie: Erster Test VW Golf GTI Cabriolet

Erster Test: VW Golf GTI Cabriolet

Schneller Spätzünder

23.05.2012

Für die aktuelle Golf-Generation ist eigentlich Abenddämmerung angesagt, denn bereits Ende 2012 wird die siebte Generation durchstarten. Nichtsdestotrotz geht es jetzt auch mit der sechsten Generation noch einmal in die Vollen: Die Wolfsburger schicken erstmalig in der Geschichte des Kompaktklasse-Modells das 2011 eingeführte Cabriolet auch als GTI ins Rennen. Ein spritziges Spaßgerät für sommerliche Offentouren und entspannten Autoalltag.

Als GTI gibt sich dieses traditionsgemäß durch eine sportlicher gezeichnete Front, große GTI-Felgen, durch die man die roten Bremssättel sehen kann, sowie die zwei Auspuffendrohre am Heck zu erkennen. Kleine Maßnahmen, die ihre Wirkung nicht verfehlen, denn die Muskeloptik des schnellen Volkssportlers fällt ins Auge. Im Innenraum sorgen Dekors-Elemente in Aluoptik und Leder für mehr Nobelflair, während das Sportlenkrad und die Sportsitze mit den traditionellen GTI-Stoffbezügen "Jacky" eine sportliche Atmosphäre versprühen.

Obwohl es sich um eine vornehmlich dem Fahrspaß verpflichtete Version handelt, ist das Golf Cabriolet in der GTI-Version auch ein betont alltagstaugliches Mobil. Die Funktionalität ist golftypisch top, das Platzangebot hinten wie vorne und auch im Kofferraum trotz des variablen Dachs erstaunlich gut, und sogar beim Geräusch- und Fahrwerkskomfort bietet der Stoffdach-Wolfsburger ein gehobenes Niveau.

50 PS mehr als bisher

Galerie: Erster Test VW Golf GTI CabrioletDoch vordergründig geht es ja um die besondere Stärke des GTI: Unter der Haube arbeitet der bekannte Zwei-Liter-Benziner, der 210 PS leistet und damit 50 PS mehr als die bislang stärkste verfügbare Motorisierung beim Golf Cabriolet. In Kombination mit dem Sechs-Gang-Schaltgetriebe dauert der Sprint 7,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 237 km/h. Und diese eindrucksvolle Marke erreicht der Bolide mit Leichtigkeit, auf unserer Testfahrt marschierte die Tachonadel sogar bis jenseits der 250 km/h. Ebenso demonstrierte der Oben-ohne-Flitzer bei Überholvorgängen auf der Landstraße seine Überlegenheit in eindrucksvoller Weise.

Allerdings fährt der offene GTI seinem geschlossenen Pendant etwas hinterher, dieser reißt bereits nach 6,9 Sekunden die 100er-Marke und schafft 240 Sachen. Die über 130 Kilogramm Mehrgewicht für die Offenkonstruktion fordern ihren Preis. Und auch der Verbrauch ist etwas höher, liegt laut Hersteller der Spritkonsum bei 7,6 Liter, der sich laut Bordcomputer auf einer Landstraßentour rund einen Liter darüber einpendelte.

Deutlich mehr Speck auf den Hüften

Galerie: Erster Test VW Golf GTI CabrioletEine nachträglich zum Cabriolet gewandelte Festdachkonstruktion bringt nun mal gewisse Nachteile mit sich: Damit die nach oben offene Karosserie nicht zu sehr zu Verwindungen neigt, braucht es massive Versteifungsmaßnahmen unten herum, die dann auch im Fall des Golf GTI zu der erwähnten Gewichtszunahme führen. Und auch wenn es den Konstrukteuren damit gelungen ist, das unschöne Cabriozittern zu minimieren, ist selbst der offene Golf GTI nicht ganz frei von Verwindungen.

Nichtsdestotrotz eignet sich der Viersitzer vorzüglich zum schnellen Kurvenspaß, der Motor sorgt in fast allen Lebenslagen für satten Durchzug, der 1,5-Tonner zieht sich herrlich geschmeidig in Kurven und lässt sich ohne nervige Antriebseinflüsse in der allerdings etwas leichtgängigen Lenkung wieder heraus beschleunigen.

Stark in Kurven

Galerie: Erster Test VW Golf GTI CabrioletBis der wilde Golf in Kurven untersteuert und mit quietschenden Reifen und regelnd eingreifendem ESP vom Grenzbereich kündet, muss man einiges riskieren. Für das besonders gute Traktionsverhalten ist die serienmäßige ESP-Unterfunktion XDS verantwortlich. Das elektronische Vorderachs-Sperrdifferenzial gebietet dem kurveninneren Rad Einhalt, wenn dieses durch Vollgasbefehle eigentlich zum Durchdrehen animiert wird.

Wer den ambitionierten Fahrstil pflegt, sollte außerdem das 965 Euro teure adaptive Fahrwerk DCC ordern. Dieses bietet die spürbar unterschiedlichen Fahrwerkseinstellungen Comfort, Normal und Sport. Sollte das leicht hoppelige Verhalten im Sportmodus nerven, kann man alternativ im Comfort-Modus erstaunlich entspannt dahin cruisen.

Technische Daten
 
Marke und Modell   VW Golf Cabriolet
Version / Ausstattung   GTI
Motor    
Hubraum (ccm) / Bauart   1.984 / R4-Turbobenziner
Leistung (kW / PS)   155 / 210
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   280 / 1.700 - 5.200
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   manuelle Sechs-Gang-Schaltung
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.246 / 1.782 / 1.423
Radstand (mm)   2.578
Wendekreis (m)   10,9
Leergewicht (kg)   1.533
Kofferraum (Liter)   250
Bereifung Testwagen   225/45 R 17
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   7,6
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   177 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   7,3
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   237
Preise    
ab (Euro)   31.350,00
Empfohlene Extras   Adaptiv-Fahrwerk DCC (965 Euro), Xenon-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlich (1.325 Euro)
 
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Herrlich entspannter Cruiser

Cruisen ist eine weitere Stärke des offenen GTIs, denn der Abrollkomfort, die langstreckentauglichen Sitze und das niedrige Geräuschniveau überzeugen selbst auf längeren Autobahntouren. Bei gehobenem Tempo leitet die stramm anliegende, mehrlagige Stoffhaube wenig Störakustik nach innen und übertreibt es der Golf auch im Offen-Modus nicht mit Verwirbelungen und Windgeräuschen.

Apropos Geräusche: Die Motorakustik des GTI Cabriolets enttäuscht ein wenig, denn Gänsehaut-Feeling mag hier kaum aufkommen. Bei Lastwechseln wabert immerhin ein dumpfes, synthetisches Grollen an die Insassenohren, und lässt man die Drehzahlen hochjubeln, klingt der Vierzylinder, belgeitet von technisch tönendem Sirren und Pfeifen, angenehm kernig.

Günstiger als die Konkurrenz

Galerie: Erster Test VW Golf GTI CabrioletWer jetzt Interesse hat, bei dem könnte die stolze Preisansage ein Sirren und Pfeifen im Kopf auslösen, denn mindestens 31.350 Euro verlangt VW für seinen offenen Sportler. Die Ausstattung ist dann bereits ordentlich: 17-Zoll-Räder, Sportfahrwerk, beheizte Sportsitze, Parkpiepser hinten, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik und ein CD-Radio sind bereits an Bord. Zusammen mit dem fast 2.000 Euro teuren Doppelkupplungsgetriebe und einigen weiteren Extras lässt sich der Preis mit Leichtigkeit auf stolze 40.000 Euro treiben.

Doch schaut man sich bei den direkten Stoffdach-Mitbewebern um, schneidet das Golf Cabriolet im Preisvergleich durchaus gut ab, denn eigentlich gibt es hier nur das nahezu baugleiche Audi A3 Cabriolet, das mit nur 200 PS über 1.000 Euro mehr kostet und für eine ähnlich starke Stoffdachversion des BMW 1er muss man sogar sechseinhalbtausend Euro mehr hinblättern.

 
Fazit

Mario Hommen

Der Golf VI ist tot, es lebe der Golf VI. Obwohl der kompakte Wolfsburger kurz vorm Generationswechsel steht, bleibt uns die alte Sechser-Plattform noch einige Zeit in Form des Cabriolets erhalten. Und diese gibt es nunmehr auch in der sportlich akzentuierten GTI-Version, die in eindrucksvoller Weise ein gehobenes dynamisches Fahrspaßniveau mit gutem Komfort, hoher Alltagstauglichkeit und erfrischendem Cabrioletfeeling kombiniert.

Echte GTI-Fans und Letzte-Rille-Fahrer sollten sich allerdings besser für die geschlossene Variante entscheiden, mit der man längs- und querdynamisch etwas flotter und ambitionierter unterwegs sein kann, was übrigens auch akustisch besser vermittelt wird.
 
 

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