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Galerie: Erster Test VW Golf R Cabrio

Erster Test: VW Golf R Cabrio

Je oller, desto doller

14.02.2013

Der Golf 7 ist derzeit in aller Munde: Volkswagens Bestseller wurde mit großem Trara enthüllt, ist seit einiger Zeit auf der Straße und wurde schon um weitere Derivate (4Motion, GTI) ergänzt. Doch sein Vorgänger hat sich noch nicht ganz aufs Altenteil zurückgezogen. Mit dem Golf R Cabrio bäumt sich die letzte Generation noch einmal kräftig auf.  

Ein bisschen in die Jahre gekommen wirkt das Golf Cabrio schon, wenn man quasi gerade erst der feinen Golf-7-Welt entstiegen ist. Kein Wunder, schließlich war die sechste Generation nur ein rundum erneuerter 5er-Golf, und der kam schon 2003 auf den Markt. Doch bis auch die Offenvariante erneuert wird, dauert es wohl noch zwei Jahre; bis 2015 muss das aktuelle Cabrio noch durchhalten.

Um ihm für den Endspurt den nötigen Schwung mitzugeben, pflanzt Volkswagen nun auch dem Cabriolet den R-Motor ein. Der Unterschied zum geschlossenen Bruder: fünf PS weniger und nur Frontantrieb. Während der Golf R seine 270 PS immer an alle vier Räder schickt, fallen die 265 Pferde des R-Cabrios alleine über die Vorderachse her. Den Allradantrieb an das Cabrio anzupassen war dann doch zu aufwändig und er brächte dem ohnehin schwereren Cabrio (1.614 Kilogramm) noch einmal rund 100 Kilogramm mehr.

Erst zu wenig, dann zu viel

Galerie: Erster Test VW Golf R CabrioWert wäre es die Mühe aber allemal gewesen, denn wenn der Turbolader erst einmal zuschlägt, fallen 350 Newtonmeter über die Vorderräder her, bringen diese zum Scharren und zerren an der Lenkung. Bis es soweit ist, vergeht allerdings eine ziemlich lange Turbo-Gedenksekunde: Die maximale Kraft steht erst bei - heutzutage vergleichsweise hohen - 2.500 Touren bereit. Dass der zwei Liter große Vierzylinder auf Drehzahl kommt, dafür sorgt serienmäßig ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe – was seinerseits die gefühlte Antrittsverzögerung noch ein wenig ausbaut.

Der 100-km/h-Sprint endet zwar schon nach 6,4 Sekunden (und der Vortrieb elektronisch bedingt bei Tempo 250), doch von der herrlich direkten Verbindung zwischen Gaspedal und Motor, die konventionelle Sauger bieten, wird man sich wohl vorerst in Zeiten immer stärker aufgeladener Motoren verabschieden müssen. Von direkten Fahrwerken dagegen nicht: Die straffe Abstimmung von Federn und Dämpfern spürt - zusammen mit den optionalen 19-Zoll-Rädern - zwar auch kleinste Unebenheiten im Asphalt auf, sorgt aber für herausragende Agilität. Unterstützt von einer präzisen Lenkung und dem XDS, das das kurveninnere Rad leicht abbremst, lenkt das 25 Millimeter tiefer gelegte Golf R Cabrio knackig ein und neigt kaum zum Untersteuern. Für knapp tausend Euro bietet VW adaptive Dämpfer an, doch ist auch der Komfortmodus nicht deutlich bequemer.

Teures Konzert

Bei geschlossenem Dach ist es dank dreilagigem Verdeck angenehm ruhig im Golf R. Doch sobald die Stoffmütze hinter den Rücksitzen zusammengefaltet ist, kommt der R-Klang deutlich besser zur Geltung, als im geschlossenen Bruder. Aus dem Auspuff dröhnt ein stetes Grummeln, auch wenn der Golf nur dahingleitet. Tritt der Fahrer aufs Gas, schwillt das Grundrauschen zu einem kraftvollen Knurren an, und auch das Runterschalten wird akustisch begleitet.

Galerie: Erster Test VW Golf R CabrioWie gehabt, zeigt sich der Golf VI allerdings auch auf seine alten Tage preislich sehr selbstbewusst. Unter 43.325 Euro ist das R-Cabrio nicht zu haben, und wer mehr als Bi-Xenon-Licht, Leder und Zwei-Zonen-Klimaanlage will, muss noch tiefer in die Tasche greifen. Problemlos erreicht das Kompaktklasse-Cabrio so die 50.000-Euro-Marke.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Viel Leistung für viel Geld: VW spendiert dem offenen Golf in der R-Version ein kraftvolles Triebwerk, bittet dafür aber auch kräftig zur Kasse. Ziemlich selbstbewusst, handelt es sich dabei doch um ein altes Auto. Hinzu kommt, dass das Cabrio ohne Allradantrieb auskommen muss und die Vorderräder mitunter von der Leistung, wenn der Turbolader dann zuschlägt, überwältigt sind.

Wer das in Kauf nimmt, bekommt dafür einen offenen Kurvenräuber, den man höchstpräzise ums Eck scheuchen kann. Mangelnde Verwindungssteifigkeit kann man dem R-Cabrio bei Leibe nicht vorwerfen und mit der straffen Fahrwerksabstimmung kommen Dynamiker auch ohne Allradantrieb auf ihre Kosten. Für‘s entspannte Cruisen ist er dagegen zu hart, da helfen auch die adaptiven Dämpfer nichts.
 
 

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