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Galerie: Erster Test VW Golf R

Erster Test: VW Golf R

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28.01.2010

Zwei Zylinder haben sie ihrem Kompaktklasse-Flaggschiff abgenommen und 1,2 Liter Hubraum musste das Golf-Topmodell lassen. Trotzdem ist der neue Golf R stärker, schneller und dazu noch sparsamer als der Vorgänger R32. Angeben will man mit dem Downsizing trotzdem nicht.

Denn würde man bei VW die sich am Hubraum orientierende Nomenklatur des Sportmodells weiter verfolgen, müsste der Neue eigentlich R20 heißen. Dass aber würde auf den ersten Blick einen Rückschritt gegenüber dem R32 bedeuten. Darum verzichten die Wolfsburger auf die Zahl und nennen das neue Top-Modell schlicht R. Downsizing ja, aber nur nicht darüber reden.

Galerie: Erster Test VW Golf RSchade, denn gerade mit dem neuen Golf R könnten die Wolfsburger ein Exempel statuieren. Nämlich dass es keinen großen Sechs-Zylinder mehr braucht, um Spaß zu haben. Der zwei Liter große Turbo-Vier-Zylinder kann nämlich fast alles besser, als der Vorgänger. Bis auf den satten Klang aus der Abgasanlage zum Beispiel, den manch Fan vermissen wird, der aber vom Turbolader quasi zerstückelt wird. So hält sich der TSI-Motor akustisch sehr zurück, braust nur beim Gasgeben auf und ist sonst kaum wahrnehmbar.

Alltagstauglich

Galerie: Erster Test VW Golf RGenerell gilt: Trotz 270 PS und 350 Newtonmeter Drehmoment ist der Golf R so alltagstauglich und kommod, wie ein 2.0 TDI. Doch kann er freilich auch anders: Wer das Gaspedal durchtritt, erlebt - nach der obligatorischen Turbo-Gedenksekunde und einer weiteren für das (optionale) DSG - eine gewaltige Kraftentfaltung und kann den Golf in fünfeinhalb Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen.

War beim R32 knapp unter 250 km/h Schluss, so fährt der Neue ohne zu Zögern bis in den elektronischen Begrenzer. Und das auch noch sparsamer als früher: 8,5 Liter Benzin konsumiert der Golf R im Normzyklus, unter realistischen Bedingungen dürfte eine zehn oder elf vor dem Komma stehen. Der Sechs-Zylinder dagegen ließ gut und gerne an die zwanzig Liter in seine Brennkammern laufen.

Beste Traktion dank Allrad

Galerie: Erster Test VW Golf RDass die Gasannahme einen Tick indirekter erfolgt als beim Sechs-Zylinder-Sauger, dürfte nur die wenigsten stören. Denn dafür macht der einsetzende Turboschub die Kraft umso spürbarer. Völlig unbeeindruckt davon zeigt sich dagegen die Lenkung. Anders als beim frontgetriebenen Scirocco R sind ihr im Golf R mit Allrad Antriebseinflüsse völlig fremd.

Das Allradsystem, das stets für perfekte Traktion sorgt, ist das gleiche wie im Audi S3, mit dem der Golf R technisch eng verwandt ist. Eine Haldex-Kupplung der neuesten Generation übernimmt die Kraftverteilung zwischen den Achsen. Mussten im R32 dazu noch Drehzahlunterschiede zwischen Vorder- und Hinterachse vorliegen, so erfolgt der Druckaufbau in der Lamellenkupplung jetzt über eine elektronische Pumpe.

Greift vor dem Durchdrehen ein

Galerie: Erster Test VW Golf REin Steuergerät ermittelt aus den Werten verschiedener Sensoren wie ESP, ABS und Gaspedalstellung das ideale Antriebsmoment für die Hinterachse. So kann unter anderem schon beim Anfahren die Kraft optimal verteilt werden und ein Durchdrehen der Räder nahezu komplett verhindert werden. Und im Bedarfsfall können weiterhin fast 100 Prozent des Drehmoments an eine Achse geschickt werden.

Was auf rutschigem Untergrund für mehr Sicherheit sorgt, garantiert auf trockener Straße gesteigerten Kurvenspaß. Wie auf Schienen gleitet der Golf R um die Ecke, erst bei zu starker Belastung beginnt der Wolfsburger leicht zu untersteuern. Das aber lässt sich zum einen spielend korrrigieren, zum anderen greift sofort das ESP ein um den Golf wieder auf die Spur zu bringen - es ist nämlich nicht komplett deaktivierbar.

Fahrwerk nach Wahl

Galerie: Erster Test VW Golf RSerienmäßig rollt der 25 Millimeter tiefer als normal liegende Golf R mit 18-Zöllern und einem neu abgestimmten Sportfahrwerk vom Band, optional steht auch hier das adaptive Regelsystem DCC zur Wahl, mit dessen Hilfe der Fahrer zwischen den Modi Comfort, Normal und Sport wählen kann. Doch selbst im Sport-Modus ist der Golf R nicht übertrieben hart sondern durchaus alltagstauglich.

Das gilt im Übrigen auch für das Design. Setzen andere Hersteller bei ihren Topmodellen gerne auf übertriebene, optische Differenzierung durch Heckspoiler und andere Anbauteile, so gibt sich der Golf recht schlicht. Größere Lufteinlässe, weißes LED-Tagfahrlicht, breitere Schweller und ein Dachkantenspoiler kennzeichnen den Golf R. Am auffälligsten: Das mittig positionierte Doppel-Endrohr. Alles in allem haben die Designer den Golf aber so angezogen, dass man damit problemlos auch noch Mutti abholen kann.

Galerie: Erster Test VW Golf RKomplettpaket für 40.000 Euro

Wer den Basis-Golf-R bestellt, bekommt für 36.400 Euro einen Zweitürer mit manuellem Sechs-Gang-Getriebe, Bi-Xenon-Scheinwerfern, Sportsitzen, Klimaautomatik und CD-Radio. Inklusive sinnvoller Extras wie zwei weiteren Türen, DSG, Navigation und der adaptiven Fahrwerksregelung liegt der Golf R bei knapp über 40.000 Euro und damit etwas unter dem Konzern-Bruder S3.

Technische Daten
 
Marke und Modell   VW Golf R
Ausstattungsvariante    
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.212 / 1.779 / 1.461
Radstand (mm)   2.578
Wendekreis (m)   10,9
Leergewicht (kg)   1.521
Kofferraum (Liter)   350 - 1.305
Bereifung Testwagen   225/40 R 18
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.984 / 4, Reihe
Leistung (kW / PS)   199 / 270
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   350 / 2.500 - 5.000
Antriebsart   Allradantrieb
Getriebeart   manuelles 6-Gang-Getriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   8,5
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   199 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k. A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   5,7
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   250
Preise    
ab (Euro)   36.400
Empfohlene Extras   Viertürer (765 Euro), DSG (1.875 Euro), DCC (945 Euro), Navigationssystem (ab 500 Euro)
 
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Fazit

Der stärkste Golf ist ein Wolf im Schafspelz. Weder durch auffällige Proll-Optik noch durch viel Lärm fällt der 270-PS-Wolfsburger unangenehm auf. Doch fordert man den Zwei-Liter-Turbo heraus, zeigt er, was ihn im steckt und katapultiert den Golf blitzschnell nach vorne. Der serienmäßige Allradantrieb tut sein übriges, zum einen in Sachen Sicherheit, zum anderen in der Disziplin Fahrspaß. Und gegenüber dem Vorgänger ist der Golf R auch noch richtig sparsam geworden.

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