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Galerie: Erster Test VW Golf TSI Bluemotion

Erster Test: VW Golf TSI Bluemotion

Drei reichen aus

10.06.2015

Gesellschaftsfähig ist der Dreizylinder inzwischen zweifelsohne: Mercedes-Benz und BMW setzen ihn ebenso ein, wie Audi oder Ford. Und auch bei Volkswagen machen sich die kleinen Motörchen immer mehr breit - nach Up und Polo darf jetzt sogar einer in den Golf einziehen. Der Kompaktkönig wird durch das Einliter-Triebwerk zum Benzin-Bluemotion.

Galerie: Erster Test VW Golf TSI BluemotionZugegeben, die Namensgebung ist ein wenig verwirrend, denn beim Golf tragen alle Modelle den Beinamen Bluemotion Technologies. Die wahren Spritsparhelden aber sind die reinen Bluemotion-Modelle, und die gab es beim Kompaktkönig bislang nur als Diesel oder mit bivalentem Erdgas-Benzin-Antrieb. Der neue, 115 PS starke  Dreizylinder holt das nun auf der Otto-Seite nach und legt mit 4,3 Litern Durchschnittsverbrauch die Messlatte tief.

Über 1.100 Kilometer

Das bedeutet umgerechnet - unter Idealbedingungen - einen CO2-Ausstoß von gerade einmal 99 Gramm pro Kilometer und eine Reichweite von rechnerisch über 1.100 Kilometer. Wer bei diesen Werten allerdings einen lahmen, auf Energieffizienz getrimmten Öko-Golf erwartet, der irrt. Zumindest teilweise. Denn natürlich haben die Wolfsburger ihren Bestseller das Sparen gelehrt: Der Dachspoiler wurde zu Gunsten der Aerodynamik verlängert, die Karosserie aus selbem Grund anderthalb Zentimeter näher an die Straße gerückt und der Kühlergrill kann bedarfsgesteuert verschlossen werden, um die Windschlüpfigkeit zu erhöhen; rollwiderstandsoptimierte Reifen tun ihr übriges.

Galerie: Erster Test VW Golf TSI BluemotionLahm zu sein braucht sich der VW allerdings nicht nachsagen lassen: Satte 204 km/h Höchtgeschwindigkeit bescheinigt ihm das Datenblatt, bei einer Sprintzeit von 9,7 Sekunden auf Landstraßentempo. Die Werte allein sorgen schon für Verwunderung, doch wirft man das Aggregat erst einmal an, kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. “Haben die wirklich den richtigen Motor eingebaut?”, fragte ich mich auf den ersten Metern unserer Testrunde rund um Amsterdam.

Laufruhig und leise

Nicht nur, dass der Bluemotion-Golf artig am Gas hängt und zackig auf Zuckungen des rechten Fußes reagiert - dank Turboaufladung entwickelt der drehfreudige Motor satte 200 Newtonmeter Drehmoment, von denen 150 schon bei eineinhalbtausend Touren abrufbar sind. Nein, er ist auch noch so leise und laufruhig, wie man es einem Dreizylinder nicht zugetraut hätte - selbst mancher Vierzylinder kann sich hiervon eine Scheibe abschneiden.

Galerie: Erster Test VW Golf TSI BluemotionUnd das ohne extra Ausgleichswelle, die hat man nämlich zugunsten des Gewichts weggelassen. Stattdessen kommt in dem nur 89 Kilogramm schweren Aggregat eine Riemenscheibe zum Einsatz, die mit einem Torsionsschwingungsdämpfer gekoppelt ist und den Vibrationen des Motors durch eine gewollte Unwucht entgegen wirkt.

Kleiner Motor, große Technik

Das ist aber noch längst nicht alles, was an Technik in dem kleinen Motor steckt: Damit der Turbo schneller anspricht ist der Abgaskrümmer in den Zylinderkopf integriert, die Lichtmaschine ist mit einem Freilauf versehen und die Ölpumpe arbeitet bedarfsorientiert. Und damit sich der Golf-Antrieb vom Polo unterscheidet, wo das gleiche Triebwerk zum Einsatz kommt, haben die Ingenieure den Ladedruck leicht erhöht, das sorgt für fünf zusätzliche PS gegenüber der Kleinwagenvariante mit 110 Pferdestärken.

Galerie: Erster Test VW Golf TSI BluemotionWer die sechs Gänge des VW-typisch extrem leichtgängigen Getriebes nicht händisch wechseln will, kann für 1.875 Euro Aufpreis ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe ordern, das den Komfort erhöht, nicht aber den Verbrauch. Wirklich nötig ist das allerdings nicht, denn der Dreizylinder lässt sich durchaus schaltfaul bewegen und toleriert selbst niedrige Drehzahlen ohne Schütteln oder Murren.

Wer mit dem Polo gemütlich durch das niederländische Flachland gondelt, nähert sich auch in der Praxis problemlos dem Normverbrauch an. Aber auch wer vor allem in der Stadt unterwegs ist, dürfte mit fünf bis fünfeinhalb Liter hinkommen - und damit vorbildlich sparsam unterwegs sein. Allerdings hat die Effizienz ihren Preis, denn unter 20.450 Euro ist der ab Ende Juni beim Händler wartende Golf TSI Bluemotion nicht erhältlich.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Mehr als drei Zylinder braucht man nicht: Der VW Golf TSI Bluemotion beweist (wieder einmal), dass es mittlerweile formidable Dreizylinder-Motoren gibt, die nichts mehr mit den Rappelkisten vergangener Zeiten zu tun haben. Laufruhig und leise arbeitet das Motörchen derart unauffällig, dass man sich hin und wieder fragt, ob das richtige Triebwerk verbaut ist. Noch besser: Bei aller Sparsamkeit ist der Öko-Golf kein Schleichmobil; dank seiner 200 Newtonmeter Drehmoment kommt er flott in die Gänge und über 200 km/h Vmax sprechen für sich.
 
 

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