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Galerie: Erster Test VW Golf und Passat Bluemotion 1.6 TDI

Erster Test: VW Golf und Passat Bluemotion 1.6 TDI

Phase II

30.10.2009

Mit seinen Bluemotion-Modellen konnte VW in den letzten Jahren bereits respektable Effizienz-Statements setzen. Jetzt haben die Wolfsburger die nächste Spar-Runde eingeläutet: Polo (3,3 Liter), Golf (3,8 Liter) und Passat (4,4 Liter) haben dank kleinerer Dieselmotoren ihren Durst nochmals deutlich gesenkt. Jeweils mit neuem 1,6-Liter-TDI bestückt, haben wir Golf und Passat der zweiten Bluemotion-Generation zu einer Testrunde gebeten.

Die bemerkenswerteste Neuheit ist das Herzstück: Ein 105 PS starker 1.6 TDI, der im Herbst 2009 in gleich mehreren Baureihen des VW-Konzerns eingeführt wurde. Das Common-Rail-Aggregat ersetzt den alten Pumpe-Düse-1.9er und gefällt nicht nur durch seinen ruhigeren Lauf, sondern auch durch eine besonders harmonische Kraftentfaltung. Musste bisher ein deutliches Turboloch überwunden werden, so nimmt der neue Motor recht früh willig Gas an und liegen seine maximal 250 Newtonmeter Drehmoment bereits ab 1.500 Umdrehungen an der Kurbelwelle an.

Zudem nimmt man den 1.6 TDI im Passat Variant akustisch als Diesel kaum noch wahr. Entsprechend muss man genau darauf achten, ob der Motor auch tatsächlich läuft. Eine Neuerung des Bluemotion-Pakets ist nämlich ein Start-Stopp-System, das zum Beispiel bei Rotphasen an der Ampel den Motor automatisch abschaltet und erst beim Treten der Kupplung wieder zum Leben erweckt.

4,4 Liter in der Praxis

Galerie: Erster Test VW Golf und Passat Bluemotion 1.6 TDIDieses Leben vermittelt zwar kein ausgesprochen wildes Temperament, doch vermag der Antrieb auch längsdynamisch überzeugen. Die immerhin 1,4 Tonnen schwere Fuhre schafft in Kombination mit einem lang übersetzten Fünf-Gang-Schaltgetriebe den 100-km/h-Sprint in 12,7 Sekunden und wird über 190 km/h schnell. Im Vergleich dazu fühlt sich ein um vier PS stärkerer Volvo V70 1.6D DRIVe deutlich träger an.

Und sparsamer ist der Passat Bluemotion außerdem noch. Laut VW liegt der Normverbrauch bei 4,4 Litern, den V70 1.6D DRIVe gibt Volvo mit 4,9 Litern an. Im Fall des Passat ermöglicht dieses Effizienzniveau eine theoretische Reichweite von über 1.500 Kilometer. Unsere erste Ausfahrt führte uns allerdings auf einen lediglich gut 100 Kilometer langen Loop von Hannover nach Celle. In gemäßigtem Tempo, jedoch nicht in extremer Spritspar-Gangart, ging es über weitgehend flache Landstraßen. Am Ende zeigte der Bordcomputer exakt den Normverbrauch an.

Nur BMW ist besser

Galerie: Erster Test VW Golf und Passat Bluemotion 1.6 TDIMit diesem niedrigem Wert setzt VW allerdings keine Bestmarke. So bringt BMW mit dem 320d EfficientDynamics Edition eine Sparversion Anfang 2010 auf dem Markt, die nur 4,1 Liter Diesel verbraucht und dennoch wesentlich bessere Fahrleistungen bietet (7,9 Sekunden, 230 km/h). Hier ermöglicht BMW zwar einen größeren und attraktiveren Spagat zwischen hoher Leistung und hoher Effizienz, der mit mindestens 34.000 Euro allerdings auch etwas teuer bezahlt werden muss.

Sein dennoch bemerkenswert niedriges Verbrauchsniveau verdankt der Passat Bluemotion 1.6 TDI nicht allein dem neuen Downsize-Motor. Zusätzlich verfügt das Mittelklasse-Modell in seiner neuen Spritspar-Ausführung neben dem bereits erwähnten Start-Stopp-System noch über eine Bremsenergie-Rückgewinnung, rollwiderstandsoptimierte Reifen und eine Gangwahlempfehlung. Außerdem sorgen Schürzen, Schweller und Spoiler ähnlich denen aus dem R-Line-Programm für weniger Luftwiderstand und eine sportlichere Optik.

Sparen kann jeder

Galerie: Erster Test VW Golf und Passat Bluemotion 1.6 TDIDoch trotz dieser Feinschliff-Maßnahmen: Das größte Sparpotenzial steckt wie immer im Gasfuß des Fahrers. Hier braucht es bei den meisten Autofahrern allerdings noch ein Umdenken, weg vom Gas-will-Spaß-Credo. Vielleicht wird es ja bald en vogue, statt mit neuen Geschwindigkeitsrekorden mit neuen Spritsparwerten am Stammtisch zu prahlen. Immerhin würde eine solche Sucht nach Superlativen dem eigenen Geldbeutel gut tun und einen Beitrag dazu leisten, die Folgen der Klimakrise geringfügig abzumildern. Unsere Testfahrt im Passat hat gezeigt, dass für Jedermann Werte um vier Liter in der Praxis möglich sein sollten.

Mit diesem Gedanken im Kopf geht es von Celle zurück nach Hannover, diesmal allerdings im Golf Bluemotion, der nur 3,8 Liter verbrauchen soll. Diesmal führt die Strecke über Schnellstraßen und auch etwas Autobahn, die Geschwindigkeit liegt entsprechend höher als noch bei der Herfahrt. Wie schon beim Passat, so fallen auch beim Golf die besondere Laufruhe des Diesels und die homogene Leistungsentfaltung positiv auf. Apropos Leistungsentfaltung: Dank des geringeren Gewichts verkürzt sich bei identischem Motor die Sprintzeit aus dem Stand auf Tempo 100 auf 11,3 Sekunden, während die Endgeschwindigkeit mit exakt 190 km/h angegeben wird.

Der 3,8-Liter-Versuch

Galerie: Erster Test VW Golf und Passat Bluemotion 1.6 TDIAuch beim Golf Bluemotion sorgen zusätzlich noch ein Aerodynamik-Feinschliff, ein Start-Stopp-System, Leichtlaufreifen und eine Fahrwerkstieferlegung um 15 Millimeter für weniger Durst. Die harten Reifen und das Sportfahrwerk sorgen für ein angenehm straffes, aber nicht unkomfortables Fahrverhalten. Vielleicht verleitet uns diese straffe Abstimmung zu einer etwas flotteren Gangart, denn dieses Mal bleiben wir doch deutlich über Normverbrauch. Nach gut einer Stunde Fahrzeit liegt der Spritkonsum bei 4,6 Litern. Den erhofften Wert unterhalb von vier Liter erreichen wir trotz zurückhaltender Fahrweise nicht.

Deshalb wechseln wir im Golf Bluemotion 1.6 TDI abschließend auf der Autobahn noch in den Vollgasmodus. Hier zeigt sich nach einer etwa 100 Kilometer langen Bleifußorgie ein erfreulicher Verbrauchswert. Demnach konsumiert der Golf Bluemotion nur 7,1 Liter. Zwischen zurückhaltender und maximal flotter Fahrweise liegen also nur 2,5 Liter Unterschied. Wer viel auf der Autobahn unterwegs ist und dabei möglichst schnell vorankommen will, der wird im wohl schlimmsten Fall mit sieben Litern Dieselverbrauch bestraft.

Kann sich sogar rechnen

Galerie: Erster Test VW Golf und Passat Bluemotion 1.6 TDITrotz Spritsparpotenzial sind die von uns getesteten Bluemotion-Modelle keine Geiz-ist-Geil-Autos. Der Passat kostet als Limousine mindestens 27.850 Euro und als Variant knapp über 29.000 Euro, der Golf 21.650 Euro. Der Bluemotion-Golf liegt damit exakt 5.000 Euro über dem Basis-Golf, jedoch nur 1.000 Euro über dem Golf 1.6. TDI in der Ausstattung Trendline. Dafür soll der Golf Bluemotion 0,7 weniger verbrauchen als der 1.6 TDI. Zusammen mit einer leicht besseren Ausstattung (Basis ist Trendline) wird sich diese Mehrinvestition auf lange Sicht sogar rechnen.

Beim Passat liegt der Preisunterschied bei nur gut 700 Euro zwischen 1.6 TDI und dem Bluemotion, die Spritersparnis allerdings bei nur 0,1 Litern. Hier liegt der Kaufanreiz wohl eher in der leicht besseren Ausstattung gepaart mit einer sportlicheren Optik. Und ein Quäntchen weniger Sprit verbraucht der Passat Bluemotion dann auch noch.

Technische Daten
 
Marke und Modell   VW Golf Bluemotion 1.6 TDI   VW Passat Variant Bluemotion 1.6 TDI
Ausstattungsvariante   Bluemotion, 2-Türer   Bluemotion
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.199/ 1.779 / 1.480   4.774/ 1.820 / 1.508
Radstand (mm)   2.578   2.713
Wendekreis (m)   10,9   11,4
Leergewicht (kg)   1.239   1.455
Kofferraum (Liter)   350 - 1.305   603 - 1.731
Bereifung Testwagen   195/65 R 15 T   205/55 R 16 T
Motor        
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.598 / 4, Reihe   1.598 / 4, Reihe
Leistung (PS)   105   105
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   250 / 1.500 - 2.500   250 / 1.500 - 2.500
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 5-Gang-Getriebe   manuelles 5-Gang-Getriebe
Verbrauch        
Krafstoffart   Diesel   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   3,8   4,4
CO2-Emissionen (g/km)   99   114
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.   k.A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   11,3   12,7
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   190   190
Preise        
ab (Euro)   21.650   29.050
Empfohlene Extras   Tempomat für 200 Euro   Tempomat für 200 Euro
 
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Fazit

Der 1.6 TDI ist ein feiner, kleiner Diesel und für alle VW-Modelle eine echte Empfehlung. Wer besonderen Wert auf Leistung legt, sollte sich allerdings einen anderen Motor bestellen. Das beeindruckend kultivierte Aggregat hilft dafür beim Sparen. Mit den Bluemotion-Varianten von Golf und Passat wird dieses Potenzial noch stärker ausgelotet. Werte um vier Liter sind in der Praxis machbar, sofern der Fahrer auch das Sparpotenzial zu nutzen weiß. Nur wenige Autos lassen sich derzeit so effizient bewegen.

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