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Galerie: Erster Test VW Golf VI GTI

Erster Test: VW Golf VI GTI

Golfrasen

26.03.2009

Die rechte Hand zittert unwillkürlich, während sie den gummiartigen Golfball umfasst. Mit Good Vibes zeigt uns der über dreißig Jahre alte Golf GTI beim Ampelstopp, dass in ihm das wilde, unkultivierte Leben eines altgedienten Einspritzers pulsiert. Niedriges Standgas lässt den Motor kurz vorm Absterben kräftig rappeln. Und doch wehrt sich der Vierzylinder standhaft wie ein Übermüdeter vor dem Einschlafen. Unsere Zeitreise im Ur-GTI macht uns besonders sensibel für die anstehende Ausfahrt mit der sechsten GTI-Generation.

Aus heutiger Sicht ist der Golf I ein fast schon museumsreifes Auto. Das Blech klingt noch massiv, die Lenkung erfordert Kraft, das Bremsen leitet man deutlich früher als gewohnt ein. Und doch lässt der Ur-GTI noch gut erahnen, dass er einst das Traumauto für viele war, die lieber einen Tick schneller als andere fahren wollten.

Und genau dieses gesteigerte Fahrvergnügen bietet auch der GTI anno 2009. Bereits optisch unterstreicht die sportliche Kultkiste ihre Sonderstellung. Der Kühlergrill mit Wabengitter trägt rote Querstreifen und GTI-Schriftzug, die Frontleuchten sind schwarz unterlegt. Und die untere Frontschürze mit weit aufgerissenem Lüftungsschlund wird von schmalen, chromeingefassten Nebelscheinwerfern flankiert.

Edles außen und innen

VW Golf VI GTI17-Zoll-Aluräder, ein Dachkantenheckspoiler und die hintere Heckschürze in Diffusoroptik mit zwei großen Auspuffendrohren runden das GTI-Styling ab. Doch die 4,20 Meter lange Neuauflage sieht nicht nur stark aus, sie strahlt zudem noch gehobene Qualität aus

Gehobenes Qualitätsniveau bietet auch der Innenraum. Der bekannte Golf-Innenraum begeistert mit wohnlichem Ambiente und hoher Funktionalität. Serienmäßig wird das GTI-Interieur zudem mit einem unten abgeflachten Sportlenkrad, stark konturierten Sportsitzen mit Karomuster und einem speziellen Schaltknauf-Design aufgewertet. Am vorbildlichen Arbeitsplatz stört eigentlich nur die breite Mittelkonsole, an der sich zumindest im Kurvengetümmel das Fahrerknie zu stark reibt.

Klingt gut

VW Golf VI GTIDoch vor der Kurvenhatz müssen wir zunächst einmal den Zweiliter-TSI-Motor zum Leben erwecken. Im Stand ist dieser kaum hörbar und man will eigentlich ein Start-Stopp-System hierfür verantwortlich machen. Doch das Turboaggregat ist hellwach. Ein kurzer Tritt aufs Gaspedal lässt die Drehzahlnadel hochschnellen und den Vierzylinder seine akustische Präsenz demonstrieren.

Im Fahrbetrieb kommt ein angenehm sportlicher Tonfall hinzu. So ab etwa 2.000 Touren wird ein dumpfes Grollen vernehmbar, dass mit steigender Drehzahl kerniger, blecherner wird, doch insgesamt recht sonor bleibt. Zusammen mit einem technischen Sirren tönt der Benziner wie ein aggressives Hightech-Triebwerk.

Starker Antritt

VW Golf VI GTIDem sportlichen Klang folgen auch sportliche Taten. Immerhin 210 PS und 280 Newtonmeter (von 1.700 bis 5.200 Touren) können den gut 1,3 Tonnen schweren Fünfsitzer in knapp sieben Sekunden von 0 auf 100 km/h wuchten; 240 km/h sind maximal möglich. In Sachen Längsdynamik ist der GTI also fitter als je zuvor und quittiert dieses Potenzial mit nur knapp über sieben Liter Benzin auf 100 Kilometer – ebenfalls eine historische Bestmarke.

Und auch im Querbetrieb stellt sich der hochgerüstete Heißsporn geschickter denn je an. Der neue GTI liegt straff und verbindlich auf dem Asphalt, lässt sich mit direkt wirkender Lenkung und geringer Wankneigung vom geraden Weg willig und gutmütig abbringen. Die Karosserie ist steif, die Bremsen fast schon bissig. Bis der wilde Golf in Kurven untersteuert und mit quietschenden Reifen und regelnd eingreifendem ESP vom Grenzbereich kündet, muss man schon einiges riskieren.

Sperrdifferenzial vorne

VW Golf VI GTIIm stürmischen Kurvengetümmel machen sich die Lenkrad-Schaltwippen des Sechsgang-DSG bezahlt. Mit beiden Händen am Volant lassen sich die Gänge wechseln und so sicher der richtige Gang anwählen, um mit maximalem Schwung wieder aus der Kurve raus zu beschleunigen. Erstaunlich ist dabei vor allem, dass der Antriebseinfluss auf die Lenkung gering bleibt. Für das besonders gute Traktionsverhalten ist das serienmäßige Regelsystem XDS verantwortlich. Das elektronische Vorderachs-Sperrdifferenzial gebietet dem kurveninneren Rad Einhalt, wenn dieses durch Vollgasbefehle eigentlich zum Durchdrehen genötigt wird.

Einer ambitionierten Fahrweise kann außerdem noch das 925 Euro teure adaptive Fahrwerk DCC zuträglich sein. Zwischen den Einstellungen Comfort, Normal und Sport gibt es spürbare Unterschiede. Neben dem deutlich härteren Fahrwerk wird im Sportmodus zudem noch die Lenkung straffer. Wem der Wagen dann zu hoppelig ist, der kann alternativ im Comfort-Modus deutlich entspannter weiter cruisen. Entspanntes Cruisen ist übrigens eine Paradedisziplin des GTI. Vom geringen Geräuschniveau und guten Federkomfort dürften selbst verwöhnte Autofahrer begeistert sein.

Preiswert

VW Golf VI GTIGehobenes Niveau ist aber auch beim Preis angesagt. 26.650 Euro kostet die Handschaltversion. Für fast 2.000 Euro mehr bekommt man das komfortablere Sechsgang-DSG. Es sorgt allerdings bei schlechteren Fahrleistungen für ein marginal höheren Verbrauch (7,4 statt 7,3 Liter). In beiden Fällen ist der Spritkonsum aber bemerkenswert niedrig.

Im Gegenzug ist das Ausstattungsniveau des GTI hoch. Sportsitze, CD-Radio, Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer mit Abbiegefunktion, Sitzheizung, Einparkhilfe, 17-Zoll-Alus und Sportlenkrad gehören zu den besonderen Höhepunkten. Zusammen mit DSG und DCC wird der Golf GTI rund 30.000 Euro teuer und zu einem besonders sportlichen wie luxuriösen Kompaktwagen.

Technische Daten
 
Marke und Modell   VW Golf GTI
Ausstattungsvariante   2-Türer, 6-Gang-Schaltgetriebe
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.213 / 1.779 / 1.501
Radstand (mm)   2.578
Wendekreis (m)   10,9
Leergewicht (kg)   1.317
Kofferraum (Liter)   350 - 1.305
Bereifung Testwagen   225/45 R 17
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.984 / 4, Reihe
Leistung (PS)   210
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   280 / 1.700 - 5.200
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 6-Gang-Getriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   7,3
CO2-Emissionen (g/km)   170
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   6,9
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   240
Preise    
ab (Euro)   26.650
Empfohlene Extras   adaptives Fahrwerk DCC (925 Euro)
 
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Auch beim Preisvergleich mit seinen direkten Mitbewerbern kann sich der Golf sehen lassen. Einzig der Ford Focus ST hat einen um rund 1.000 Euro niedrigeren Basispreis. Doch ist beim GTI die Serienausstattung deutlich umfangreicher und würde ein vergleichbarer ST sogar mehr als der Golf kosten.

Fazit

Zwischen dem ersten und dem sechsten Golf GTI liegen Welten. Die 2009er-Auflage ist die zugleich sportlichste wie komfortabelste GTI-Generation. Bei Effizienz und Sicherheit nimmt der starke Wolfsburger sogar modellübergreifend eine Spitzenposition ein. Darüber hinaus bietet der Golf viel Hightech - einiges optional und vieles bereits als Teil der üppigen Serienausstattung. Und dank seiner umfangreichen Ausstattung ist der neue GTI auch preislich ein besonders attraktives Angebot.

VW Golf VI GTI

 
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