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Galerie: Erster Test VW Passat Bluemotion

Erster Test: VW Passat Bluemotion

Blauer Engel

27.04.2007

Spät kam die Zusage von Renate Künast, umso mehr freute man sich bei VW. Dabei hätte es durchaus unangenehm werden können, wenn die Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Deutschen Bundestag zu einer Autopräsentation kommt.

Was VW in der schicken Hauptstadtrepräsentanz vorstellte war nicht irgendein Auto. Jüngster Spross und neues Prestigeobjekt der Wolfsburger Autobauer ist der Passat Bluemotion. Analog zum Polo Bluemotion ein äußerst sparsamer, ergo klimaschonender Ableger der Mittelklasselimousine.

Und fast schien es, als hätte VW das Drehbuch für diese Inszenierung geschrieben. Künast lobte den neuen Volkswagen, relativierte ihre vor kurzem ausgesprochene Kaufempfehlung für Toyota (sie wollte doch nur  provozieren) und forderte - das muss schließlich sein - noch intensivere Forschungen zum Thema klimaschonende Antriebe. Was nun allerdings der Antrieb der Zukunft ist, da sei sie sich selbst auch noch nicht ganz sicher.

Zurück auf Los

Galerie: Erster Test VW Passat BluemotionChapeau, die zierliche Dame beherrscht die Kunst des Zurückruderns auf elegante Weise. Die Wogen, die sie mit oben genannter Toyota-Aussage geschlagen hatte, sind geglättet. Harmonisch diskutierte sie mit VW-Entwicklungsvorstand Hackenberg die Zukunft. Natürlich muss nicht jeder Kleinwagen fahren, nur müsse es in jedem Segment moderne, umweltschonende Fahrzeuge.

Geschäftstüchtig wie sie ist, empfahl sie den Wolfsburgern gleich einen Besuch beim Bundestagspräsidenten. Schließlich sei der Herr über unzählige Wagen der staatlichen Fahrbereitschaft ein potentieller Käufer. Mit Vorbildeffekt, wohlgemerkt. Und wenn sie selbst wieder in die Situation komme, einen Dienstwagen ihr Eigen zu nennen, dann natürlich einen VW Passat Bluemotion.

Sparsamster für fünf

Galerie: Erster Test VW Passat BluemotionDamit sind wir wieder beim eigentlichen Anlass der Hauptstadtreise, wenngleich der Passat ob des Rummels um die Fraktionsvorsitzende fast etwas in den Hintergrund gerückt schien. 5,1 Liter Diesel soll der im Bluemotion verbaute, 105 PS starke 1.9 TDI im Schnitt konsumieren. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 136 Gramm pro Kilometer entspricht.

Vorbildlich, immerhin haben wir es nicht mit einem Kleinwagen zu tun, sondern einer stattlichen Reiselimousine mit Platz für fünf Personen plus Gepäck. Das schöne an den 5,1 Litern ist zudem, dass der Wert problemlos erreichbar ist. Und das ohne Verzicht auf Fahrspaß.

Simple Veränderungen

Galerie: Erster Test VW Passat BluemotionMöglich machen es geringste Modifikationen. Etwas tiefergelegt haben sie den Passat (vorne 15, hinten acht Millimeter), das Strömungsverhalten von Kühlergrill und Unterboden wurde optimiert und Leichtlaufreifen mit 0,4 Bar mehr Druck als üblich sorgen für weniger Rollwiderstand. Schwupps, schon sinkt der Verbrauch um 0,6 Liter gegenüber dem konventionellen 1.9 TDI-Passat.

Die etwas längere Übersetzung des Fünfgang-Getriebes, das die 250 Newtonmeter Drehmoment verwaltet, fällt nur sensibelsten Fahrern auf. Auch die auf 730 Umdrehungen pro Minute abgesenkte Leerlaufdrehzahl (vorher 830 U/min) ist nur am Drehzahlmesser zu erkennen. Eine Anzeige mit Schaltempfehlungen soll den Fahrer dazu animieren, frühzeitig hoch zu schalten.

Keine Automatik

Diese Arbeit nimmt VW dem Fahrer auch nicht ab. Der nur in der Basislinie „Trendline“ verfügbare Bluemotion kann nicht mit einem Automatikgetriebe kombiniert werden. Aus Kostengründen, erklärt VW knapp. Serienmäßig an Bord sind dafür eine Multifunktionsanzeige sowie der Tempomat.

Galerie: Erster Test VW Passat BluemotionPacken wir den Taschenrechner aus: Der Passat Bluemotion kostet 26.300 Euro. 500 Euro mehr, als sein konventioneller Bruder. Ziehen wir die oben genannte Mehrausstattung ab (zusammen 415 Euro), bleibt ein effektiver Zuschlag von 85 Euro.

85 Euro für weniger CO2-Ausstoß, geringeren Treibstoffverbrauch und - für viele ein wichtiges Argument - damit ja auch geringeren Unterhaltskosten. Ein Normalfahrer, der pro Jahr 15.000 Kilometer zurücklegt, soll mit 71 Euro pro Monat seine Tankrechnungen begleichen können. Bei einer Reichweite von bis zu 1.370 Kilometern kommt der Passat mit einer Tankfüllung von Berlin nach München und zurück.

Fazit

Es geht doch: VW beweist mit dem Bluemotion-Konzept, wie mit einfachsten, kostengünstigen Maßnahmen spürbare Kraftstoff-Einsparungen erzielt werden können. Bleibt nur die Frage, warum die neue Technologie nicht einfach zur Serie geadelt wird? Warum hat der Käufer nach wie vor die Wahl, ein klimaschädlicheres Fahrzeug zu kaufen? Die VW-Antwort klingt konstruiert: Man wolle einen möglichst günstigen Einstiegspreis garantieren. Doch manchmal sollte man den Käufer vielleicht zum Umweltschutz zwingen.

 

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