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Galerie: Erster Test VW Passat Variant

Erster Test: VW Passat Variant

Der Platz-Hirsch ist zurück

02.08.2005

Der Variant ist zurück. Seit 43 Jahren steht „Variant“ für Kombis von VW. Extrem erfolgreiche Kombis, um genau zu sein. Der letzte Passat Variant etwa war seitens der Verkaufszahlen stets der Klassenprimus. Erst kurz vor der Wachablösung rutschte er auf den zweiten Platz zurück. Um ab 19. August in neuer Form wieder ganz nach oben zu stürmen.

Das Wichtigste vorweg: Auch die sechste Variant-Generation wird es in unzähligen Variationen geben: als Benziner oder Diesel, supersparsam oder mit richtig viel Power, als Handschalter, mit Automatikgetriebe oder DSG, zweckmäßig und kostengünstig ausgestattet oder sportlich luxuriös. Und: Wie bereits die Limousine wird auch der neue Kombi „günstiger“ verkauft als sein Vorgänger.

Galerie: Erster Test VW Passat VariantDie Basisvariante (Trendline mit 102-PS-Benziner) für 22.900 Euro erreicht zwar exakt den alten Preis, ist aber besser ausgestattet. Unter anderem sind hier eine Klimaanlage, ESP, sechs Airbags, elektrische Fensterheber vorne, eine elektronische Parkbremse, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und eine Dachreling serienmäßig. Die nächst höheren Ausstattungslinien Comfortline, Sportline und Highline sind im Vergleich zum Vorgänger geringfügig teurer, ausstattungsbereinigt aber ebenfalls günstiger.

Noch mehr Platz

Galerie: Erster Test VW Passat VariantBillig ist ein Passat Variant deshalb natürlich nicht. Aber das war er auch nie. Und will er auch nicht sein. Das zeigt schon das hochwertige Interieur mit den komfortablen Sitzen und dem Cockpit im Phaeton-Style - je nach Ausstattungstyp mit edlen Hölzern geschmückt. Platz ist - typisch Passat - in Hülle und Fülle vorhanden. Vorne wie hinten sitzt es sich sehr gut. Vorteil gegenüber der Limousine: Der Variant bietet im Fond deutlich mehr Kopffreiheit.

Junge Familien können sich über die in der Rückbank integrierten Kindersitze (€440; ab Herbst erhältlich) freuen, die sich mit einem Handgriff ausklappen lassen. Super Idee: Die Sitzwangen können aufgestellt werden und halten den Nachwuchs fest im Sattel. Galerie: Erster Test VW Passat VariantDazu können so genannte Booster-Kissen in die Kopfstützen gesteckt werden, die Kopf und Oberkörper des Kindes zusätzlich stützen. Werden die Kindersitze nicht benötigt, können die gepolsterten Haltebügel problemlos in der Reserveradmulde verstaut werden.

Womit wir beim Kaufargument Nummer eins sind, dem Kofferraum. Oder besser gesagt: dem Gepäckabteil. Der Stauraum ist gigantisch, mit regulär 603 Litern mehr als 100 Liter größer als beim Vorgänger. Maximal, also mit beidseitig umgeklappter Rückbank, fasst das harmonisch gezeichnete Heck sogar 1.731 Liter (131 Liter mehr als beim Vorgänger). Die maximale Zuladung wurde ebenfalls erhöht, liegt nun bei bis zu 638 Kilogramm. Galerie: Erster Test VW Passat Variant

Gewichtsproblem?

Addiert man das zum durchschnittlichen Leergewicht von gut 1.500 Kilogramm, sprengt ein vollbesetzter Variant locker die 2-Tonnen-Grenze. Dieses Gewicht will erst einmal bewegt werden. Die Basismotorisierung mit 102 PS starkem Vierzylinder-Benziner hat da kein leichtes Spiel, auch nicht der 1,6-Liter-FSI mit 115 PS. Wer zügig unterwegs sein will, muss zum 2,0-Liter-FSI mit 150 PS greifen.

Oder einen Diesel wählen. Hier kommen zu Beginn die zwei bekannten Pumpe-Düse-Treibwerke mit 105 (1.9 TDI) beziehungsweise kräftigen 140 PS (2.0 TDI) zum Einsatz. Beide erfüllen die Euro4-Norm, jedoch ist nur der 2,0-Liter mit Partikelfilter erhältlich (€565 Aufpreis). Fahrdynamische Wunderdinge sind aber auch hier nicht zu erwarten, denn selbst der große Diesel wirkte bei unseren Testfahrten weniger spritzig als erwartet.

Später wird es sportlich

Galerie: Erster Test VW Passat VariantSportliche Fahrer müssen sich noch bis Herbst gedulden. Dann folgen die Topmodelle: ein 2,0-Liter-TDI mit 170 PS und der neue 3,2-Liter-V6-Benziner mit 250 PS, serienmäßigem Allradantrieb und DSG-Getriebe. Das 4Motion genannte Allradsystem ist dann auch für den 140-PS-Diesel und den 150-PS-Benziner lieferbar. Das Direktschaltgetriebe steht schon zum Marktstart für den 2.0 TDI optional zur Verfügung, ein 6-Stufen-Wandlerautomat für den 2.0 FSI.

Im Fahrverhalten unterscheidet sich der Passat Variant kaum von der Limousine. Satt und in jeder Hinsicht solide spurt er dahin, gleicht Fahrbahnunebenheiten souverän und leise aus. Und doch ist das Fahrwerk ausreichend straff abgestimmt, um auf kurvigen Passagen Fahrspaß aufkommen zu lassen. Arges Räubern mag der Volkswagen-Kombi allerdings nicht, denn der Fronttriebler ist etwas kopflastig und neigt daher früh zum Untersteuern.

Fazit

Unsere Erwartungen an den neuen Passat Variant waren hoch. Und werden nahezu gänzlich erfüllt. Er bietet außerordentlich viel Platz, hohen Fahrkomfort, durchdachte Details wie beispielsweise die integrierten Kindersitze und einen überdurchschnittlich guten Qualitätseindruck. Günstig ist ein Passat schon lange nicht mehr, doch angesichts der nun besseren Grundausstattung gehen die kaum veränderten Preise in Ordnung.

Die Fahrdynamik leidet etwas unter dem hohen Gewicht. Zwar sind schon zum Marktstart zahlreiche Variant-Variationen erhältlich, darunter die beiden empfehlenswerten TDIs. Wer jedoch richtig schnell unterwegs sein will, muss bis Herbst auf die Topmodelle mit 170-Diesel- bzw. 250-Benzin-PS warten.

Doch warum rasen? Nichts hetzt einen in diesem Auto. Vielmehr strahlt der Passat Variant etwas Beruhigendes, Beschwichtigendes aus. Ein ideales Familienauto also.

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