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Galerie: Erster Test VW Polo Facelift

Erster Test: VW Polo Facelift

App ins Auto

17.04.2014

Dass VW die Polo-Technik gründlich und das Erscheinungsbild nach fünf Jahren Laufzeit behutsam überarbeitet hat, fällt unter die Rubrik Branchen-Routine. Eine in der Kompaktklasse eher unübliche Neuerung verbirgt sich hingegen im Innenraum - genauer gesagt: im Infotainment-Angebot, das mehr denn ja auf Smartphone-Nutzer zugeschnitten wurde.

Clou des Ganzen: Im Polo lässt sich der Hosentaschen-PC auf Wunsch nicht nur ins Audio- und Navigationssystem einbinden, sondern auch die darauf verwendeten Apps. Mirror Link heißt die neue Technik, die auf dem berührungsempfindlichen Display in der Mittelkonsole alles abbildet und bedienbar macht, was auf den Smartphone zu sehen ist. Aktuell funktioniert diese Übertragung zwar nur mit HTC-Geräten, doch demnächst wird auch Samsung den Anschluss schaffen, und weitere Android-Smartphones werden folgen.

Galerie: Erster Test VW Polo FaceliftDass Apps mit ausgeprägtem Ablenkungspotenzial ins Auto einziehen, will VW per Filter verhindern: Youtube-Filmchen beispielsweise würden nicht  freigegeben. Die Nutzung von System und Display als Spritspar-Trainingshilfe fördert VW hingegen mit einer eigens geschaffenen App. 170 Euro will VW für Mirror Link erlösen - zusätzlich zu den Einnahmen aus dem Verkauf eines passenden Infotainment-Systems. Zwei hat VW im Angebot, zum Preis von 940 oder 1.445 Euro.

Euro-6-Motoren sind jetzt Standard

Die Veränderungen im  Motorenangebot sind weniger spektakulär, aber ausgesprochen positiv, denn sie reduzieren den Verbrauch, bestenfalls um 21 Prozent. Außerdem erfüllen sämtliche Aggregate jetzt die Euro-6-Abgasnorm. Der Wert der dafür erforderlichen Technik wird im Kleingedruckten der Polo-Preisliste penibel beziffert: 125 beziehungweise 250 Euro (Benziner/Diesel) werden laut VW eingesetzt, um die von  der EU verschärften Schadstoff-Limits zu unterbieten.

Galerie: Erster Test VW Polo FaceliftUm die neuen Polo-Familie gleichzeitig zu einem munteren Kollektiv genügsamer Kostgänger zu machen, offeriert VW erstmals sämtliche Motorvarianten - vier Benziner, zwei Diesel - mit Stopp-Start-System und Technik zur Bremsenergierückgewinnung. Serienmäßig begleitet dieses BlueMotion Technology-Paket allerdings nur die vierzylindrigen Ottomotoren, die 90 PS und mehr mobilisieren, und den mit 75 PS wie auch 90 PS bestellbaren neuentwickelten Dreizylinder-Turbodiesel mit 1,4 Liter Hubraum. Er dankt’s, indem er - zu Preisen ab 15.600 Euro - einen Durchschnittsverbrauch von 3,4 Liter je 100 Kilometer und einen Kohlendioxid-Ausstoß von 88 Gramm pro Kilometer verheißt.

Der günstigste Polo im neu sortierten Angebot kostet 12.450 Euro. Dafür bekommt man einen Zweitürer mit 60 PS starkem 1,0-Liter-Dreizylinder ohne viel Drumherum und vor allem ohne Klimaanlage. Laut Datenblatt reichen ihm fünf Liter Benzin für 100 Kilometer Strecke. Investiert der Käufer 250 Euro in die BlueMotion-Spritsparhilfen, sinkt der Verbrauch - wenn auch zunächst nur im Prospekt - auf 4,7 Liter je 100 Kilometer. Soll die Innenraumtemperatur regelbar sein, muss ein Comfort- statt Trendline-Polo geordert werden, für den der Händler mindestens 14.150 Euro verlangt. Die Aufrüstung zum Viertürer steigert den Preis um weitere 800 Euro.

Wenig Hubraum = wenig Zugkraft

Galerie: Erster Test VW Polo FaceliftDas 1,0-Liter-Motörchen verrichtet brav seine Arbeit. Seine größte Schwäche ist, dass es nicht mehr als 95 Newtonmeter Drehmoment zu mobilisieren vermag. Etwas besser, wenn auch bei Weitem nicht so kräftig wie ein TDI, zieht der 90 PS-TSI bergauf, denn ihm haben die Ingenieure 160 Newtonmeter zugestanden. Serienmäßig verfügt dieses Modell (ab 15.975 Euro, in Comfortline-Ausführung) über eine Fünfgang-Schaltung; wer  sich ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gönnen möchte, zahlt 1.450 Euro zu.

Abgerundet wird das Motorenangebot von einem 110 PS starken 1,2-Liter-Turbobenziner mit 210 Newtonmeter. Dieser Vierzylinder wird ausschließlich mit der Highline genannten Bestausstattung offeriert. Mit Sechsgang-Schaltung bestückt kostet er 17.675, mit DSG 19.125 Euro. Bei allen anderen Motoren ist der fünfte in Handarbeit einlegbare Gang der höchste.

Eine Überlegung wert: Polo statt Golf

Galerie: Erster Test VW Polo FaceliftIm zweiten Teil der Preisliste, bei den kostenpflichtigen Extras, zeigt sich ein weiterer wichtiger Aspekt der VW-Modellpflege: Für den Polo stehen mehr Fahrerassistenzsysteme denn je bereit. Optional verfügbar sind ab sofort unter anderem eine Abstandsregelung mit City-Notbremsfunktion, Tempomat, Rückfahrkamera und Müdigkeitserkennung (Serie im Highline).

Wer genug davon ordert, bekommt einen kleinen Golf - eine Rolle, die der Polo in puncto Fahrverhalten und Verarbeitungsqualität ohnehin tadellos ausfüllt. Die Multikollisionsbremse baut VW sogar aufpreisfrei in alle Polo ein; sie bremst den  Wagen nach einem Unfall automatisch ab, um Folgekollisionen möglichst zu verhindern.

SUV als Ansichtssache

class="ct-right"Die Polo-Typen, die bei VW den Namenzusatz Cross tragen, sind stets viertürig und klimatisiert, bieten 1,5 Zentimeter mehr Bodenfreiheit als das Grundmodell und stellen Silberfarbenes an Dachreling, Außenspiegelgehäuse und Kunststoffbeplankung zur Schau. Geländegängig sind die Fahrzeuge deswegen noch lange nicht; Ausflüge ins Unwegsame verbieten sich vor allem wegen des fehlenden Allradantriebs, aber auch wegen der schmucken Leichtmetallräder. Ob es sich lohnt, für eine oberflächliche SUVisierung einen dicken Batzen Geld hinzublättern, ist im wahrsten Sinne des Wortes Ansichtssache, denn gefällig ist das Gesamtergebnis schon.

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Von der Modellpflege haben natürlich auch die Mitglieder der Cross-Familie profitiert. VW hebt vor allem die optischen Neuerungen im Außen- und Innenbereich hervor und das um die Metallic-Farben Honey Orange und Titanium Beige erweiterte Ausstattungsspektrum. Bewegen lässt sich der Cross-Polo mit 90 oder 110 PS. Dem in der Preisspanne von 18.425 bis 20.925 Euro angesiedelten 1,2-Liter-Turbobenziner kann in beiden Leistungsstufen ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe zugeordnet werden. Serienmäßig verfügt der schwächere TSI über ein Fünfgang-Schaltgetriebe, während der stärkere sechs Gänge spendiert bekam.

Dem Diesel fehlt ein Gang

Galerie: Erster Test VW Polo FaceliftFür drei der vier TSI im Cross Polo weist VW einen Durchschnittsverbrauch von 4,9 Liter aus; tritt der stärkere Vierzylinder mit DSG an, sind es 0,2 Liter mehr. Dem Turbodiesel zu 20.300 Euro, den stets ein Fünfgang-Getriebe begleitet, reichen 3,6 Liter je 100 Kilometer. Den Fahrer macht er dennoch nicht ganz glücklich:  Zu gerne hätte der auch im TDI-Modell einen Gang mehr und damit ein enger abgestuftes Getriebe. Und ein DSG wäre erst recht eine feine Sache.

Aber was nicht ist, kann ja noch werden: Noch ist das Polo-Programm jung und ausbaufähig. In der zweiten Jahreshälfte, soviel steht schon fest, wird unter anderem eine 95 PS-Version des 1.0-Dreizylinders debütieren. Die Paarung von Spritspartechnik, Direkteinspritzung und Turboaufladung soll den Durchschnittsverbauch auf 4,1 Liter je 100 Kilometer senken und den CO2-Ausstoß des Polo 1.0 TSI BlueMotion auf vorbildliche 94 Gramm pro Kilometer drücken. Die sportlich ambitionierte Kundschaft darf sich derweil auf einen Blue GT (150 PS), mit der in der Polo-Klasse nach wie vor einzigartigen Zylinderabschaltung oder den GTI (192 PS) freuen.

 
Fazit
 

Gerlinde Fröhlich-Merz

Wer kein großes Auto braucht, aber viel Wert auf VW-Qualität und technische Finessen legt, sollte sich den Polo anschauen. Mit Hilfe von Sonderausstattungen lassen sich die Comfort- und Highline-Versionen ohne Weiteres zum kleinen Golf hochrüsten.

 
Dass sich beim Facelift optisch sichtbar kaum etwas verändert hat, ist wohl der Tatsache geschuldet, dass der Polo auch nach einigen Jahren noch immer ansehnlich ist. Die technischen Neuerungen wie Mirrorlink oder die zahlreichen Assistenzsystem aber sind eine deutliche Aufwertung.
 
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