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Galerie: Erster Test VW Polo GTI

Erster Test: VW Polo GTI

Speerspitze

12.05.2010

Nein, von einem Polo R, um den sich derzeit die Gerüchte ranken, will man in Wolfsburg nichts wissen. Der soeben präsentierte GTI ist und bleibt die Speerspitze der Kleinwagenbaureihe. Zu Recht, wie wir nach der ersten Ausfahrt meinen.

Schließlich, so die VW-Experten einhellig, gäbe es in der Modellpalette ja auch gar keinen Platz für einen „R“. Zwischen dem neuen Polo GTI und seinem starken Bruder Golf GTI liegen gerade mal 30 PS und 5.000 Euro. Wer also solllte sich für einen Polo R, bei dem der Unterschied noch geringer wäre, entscheiden und nicht lieber gleich zum Kompakt-Sportler greifen?

Ob man bei VW nun lediglich versucht, den Gerüchten den Wind aus den Segeln zu nehmen oder tatsächlich nicht darüber nachdenkt, einen R zu bauen, ist erst einmal Spekutlation. Ganz real ist dagegen der Polo GTI, der ab Ende Mai gegen Mini Cooper S, Opel Corsa OPC und natürlich den hausinternen Konkurrenten Seat Ibiza Cupra antritt. Erstaunlich: Mit einem Preis von mindestens 22.500 Euro ist der Polo sogar günstiger als sein spanischer Ableger.

Gelungenes Downsizing

Galerie: Erster Test VW Polo GTIAn Leistung zugelegt hat der als Zwei- oder Vier-Türer erhältliche Flitzer gegenüber seinem Cup-Edition-Vorgänger nicht, nach wie vor stehen 180 PS in den technischen Daten. Die allerdings stammen nicht mehr aus einem 1,8-Liter-Turbo sondern aus einem nur noch 1,4 Liter großen Vier-Zylinder, der sowohl von einem Turbo als auch einem Kompressor zwangsbeatmet wird. Grund des Downsizings ist in erster Linie die Verbrauchssenkung: Nur noch 5,9 Liter Benzin soll der Neue auf 100 Kilometer konsumieren, rund ein Viertel weniger als bisher.

Bei konstanter, gleichmäßiger Fahrt ist dieser Wert fast erreichbar; eine sechs vor dem Komma ist auf jeden Fall realisierbar. Fährt man den Wagen seinem sportlichen Charakter entsprechend, schnellt die Anzeige zwar nach oben, allerdings nicht in utopische Höhen; zwischen sieben und acht Liter bei flotter Gangart sind druchaus akzeptabel.

Kompromissbereit

Galerie: Erster Test VW Polo GTIWie erst kürzlich beim Golf R ist den Technikern auch beim Polo GTI ein guter Kompromiss aus Alltagstauglichkeit und Spaßpotential gelungen. Der Wagen ist weder übrtrieben hart, noch übermäßig laut und hetzt seinen Fahrer nicht. Wer also den Normverbrauch erreichen will, lässt den Wählhebel des serienmäßigen Sieben-Gang-DSG auf D und gleitet mit dem Polo gemütlich dahin. Allerdings wechselt das Getriebe selbst auf dieser Stufe mitunter ein wenig hektisch die Gänge, wie man es eher vom Sportmodus erwartet.

Natürlich kann der Giftzwerg auch anders: Ein kräftiger Tritt aufs Gaspedal animiert den Benzindirekteinspritzer dazu, den nicht einmal 1,2 Tonnen schweren GTI in 6,9 Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen. Vor allem im unteren Drehzahlbereich, wo der Kompressor sein Potential ausspielt, hängt der Vier-Zylinder gut am Gas und reagiert spontan auf Pedalbewegungen. Sein maximales Drehmoment von 250 Newtonmetern erreicht er bei 2.000 Umdrehungen.

Kurvenspaß

Galerie: Erster Test VW Polo GTIZwar zieht der Polo auf der Autobahn mit maximal 229 km/h an den meisten anderen vorbei, doch so richtig Spaß macht er erst auf kurvigen Landstraßen, wo das Leichtgewicht sein querdynamisches Können unter Beweis stellen kann. Probleme, die Kraft auf die Straße zu bringen, kennt der GTI nicht. Und damit das auch in schnell gefahrenen Kurven so bleibt, spendierten ihm die Techniker an der Vorderachse die elektronische Quersperre XDS, wie sie auch beim Golf GTI oder dem Seat Ibiza Cupra zum Einsatz kommt. Nur wer zu flott ans Werk geht, provoziert ein Dauerblinken der ESP-Warnleuchte.

Den sicheren Kontakt zur Straße stellt zum einen das um 15 Millimeter tiefer gelegte Sportfahrwerk mit 17 Zoll Alurädern her, das dennoch gröbere Schnitzer im Asphalt gut ausgleicht. Zum anderen hat der Polo GTI eine zwar leichtgängige, aber direkte Lenkung, die einen präzisen Kurvenstrich ohne große Korrekturarbeiten erlaubt. Und wer meint, zum sportlichen Fahrgefühl gehören auch händische Gangwechsel, kann diese über Schaltpaddel am Lenkrad selbst erledigen und die einzelnen Gänge noch länger ausdrehen, als es der Sportmodus tut.

Klassischer Sportlook

Galerie: Erster Test VW Polo GTIFahrer und Beifahrer nehmen auf mit GTI-typischem 70er-Jahre Karo gemusterten Sportsitzen Platz, die sowohl ausreichend Seitenhalt wie auch Langstreckenkomfort bieten. Der gut verarbeitete Innenraum selbst ist Schwarz gehalten, ein paar Chrom-Applikationen und die Aluminiumpedalerie bringen den sportlichen Anspruch ins Interieur. Nur dort ist übrigens das angenehme Grollen des Motors wirklich zu hören, von dem die Passanten auf der Straße kaum etwas mitbekommen.   

Die erkennen den Polo GTI dagegen an der typischen, roten Zierleiste um den Waben-Kühlergrill, der größeren Frontschürze, Schwellerverbreiterungen und natürlich dem verchromten Doppelendrohr auf der linken Seite. Und hinter den 17-Zoll-Alurädern blitzen rote Bremssättel hervor.

Technische Daten
 
Marke und Modell   VW Polo GTI
     
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   3.976 / 1.682 / 1.452
Radstand (mm)   2.468
Wendekreis (m)   10,6
Leergewicht (kg)   1.194
Kofferraum (Liter)   185 - 882
Bereifung Testwagen   215/40 R 17
Motor    
Hubraum (ccm) / Bauart   1390
Leistung (kW / PS)   132 / 180
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   250 / 2.000 - 4.500
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   7-Gang-DSG
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,9
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   139 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k. A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   6,9
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   229
Preise    
ab (Euro)   22.500 Euro
Empfohlene Extras   k. A.
 
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Fazit

Wozu einen Polo R? Die erste Ausfahrt mit dem GTI hat bewiesen, dass der Kleinwagen mit 180 PS mehr als ausreichend motorisiert ist. Zur gehobenen Längsdynamik gesellt sich die Kurventauglichkeit, dank der sich der Polo GTI wieselflink um die Ecke scheuchen lässt. Doch der Wolfsburger Flitzer ist auch kompromissbereit: Wer keine Lust auf sportliches Fahren hat, kann mit dem GTI gemütlich dahingleiten. Und da es ihn auch als Viertürer gibt, leidet noch nicht mal der Alltagsnutzen.  

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