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Galerie: Erster Test VW Polo

Erster Test: VW Polo

Schlichtheit trifft Perfektion

14.05.2009

Pedantisch ist man bei VW schon. Das bekommen nicht nur Kunden (im Positiven) zu sehen und zu spüren. Der neue Polo begeistert zum Beispiel mit perfekter Materialauswahl und schlichtem Design. Beides ist in der Kleinwagen-Klasse derzeit konkurrenzlos.

Schon mit dem VW Phaeton, der mittlerweile rund neun Jahre nahezu unverändert am Markt ist, beweisen die Wolfsburger, wie zeitlose Eleganz aussehen kann. Mit dem Golf V, dem Touran und vielen anderen Modellen – gewiss nicht allen, siehe New Beetle und Fox –  sind weitere Design-Klassiker auf dem Markt. Alle haben diese VW-DNA, die scheinbar nicht altert.

Kein Design-Schnick-Schnack

Galerie: Erster Test VW PoloUnd nun kommt der neue Polo: Der knapp vier Meter lange Fünfsitzer (theoretisch) kokettiert nicht mit irgendwelchem Design-Schnick-Schnack à la Ford Fiesta, hat keine Van-Allüren nach Schema des Opel Corsa und sieht nicht so kleinwagenmäßig aus wie beispielsweise ein Toyota Yaris. Der Polo ist anders: Simpel im Design – manche mögen ihn langweilig nennen – und dennoch verströmt er beim ersten Anblick Hochwertigkeit. Er besitzt sozusagen ein teures Design.

So wie sich der Wolfsburger außen präsentiert, führt er seine Sache innen fort. Die Armaturen sind sauber gegliedert und perfekt ablesbar. Die Verarbeitung dürfte den Wettbewerbern Respekt einflößen. Die Liebe zum Detail begeistert. Das ab Comfortline weich unterfütterte Armaturenbrett sieht nicht nur edel aus, es fühlt sich auch nicht schlechter an als im Golf. In der Trendline-Basis-Version kommt es zwar – wie beim neuen Renault Clio Basis-Modell – in Hartplastik, das tut dem optischen Eindruck jedoch keinen Abbruch.

Nicht mehr Platz

Volkswagen PoloDas Platzangebot entspricht den Erwartungen. Dennoch hätten wir uns aufgrund des Größenwachstums im Vergleich zum Vorgänger mehr gewünscht. Immerhin hat er in der Länge um fünf Zentimeter zugelegt, in der Breite um drei und in der Höhe um zwei. Und trotzdem ist es hinten, speziell im Bereich des seitlichen Dacheinzugs etwas eng und zu dritt auf der Rückbank klappt nur bei Hungerhaken. Auch das Gepäckabteil schrumpfte von maximal 1.000 auf 952 Liter. In Normalstellung der Rücklehne, die sich erst ab Comfortline serienmäßig geteilt umklappen lässt, schafft der neue Polo 280 Liter weg und liegt damit auf Niveau der Konkurrenz.

Vorne müssen sich die Insassen hingegen nicht in Verzicht üben, hier reicht der Platz in jeder Hinsicht. Zudem kann schon in der Basis-Version die Sitzposition dank vertikal und axial verstellbarem Lenkrad und höhenverstellbarem Fahrersitz ideal justiert werden. Die Ausformung des Serien-Gestühls unterstützt den Fahrer auch bei forcierter Gangart prima und wird mit Sportgestühl nochmals verbessert.

Volkswagen PoloFahrwerks-Traum

Denn den ambitionierten Kurvenstrich beherrscht jeder Polo perfekt. Zwar neigen sich alle Kandidaten mit Standard-Fahrwerk deutlich in schnell gefahrenen Kurven. Das aber ist ein perfekter Indikator für die gefahrene Geschwindigkeit. Egal ob mit 15-, 16- oder 17-Zoll-Bereifung, die Dynamik harmoniert perfekt mit dem Komfort: Kein Poltern, kein Stuckern, kaum Schieben über die Vorderachse und kein Eindrehen des Hecks. Wer es übertreibt, wird vom ESP sanft auf Adrenalin-Normal-Niveau gebracht.

Alte Benziner zum Marktstart

Wirklichen Adrenalin-Ausstoß verursachen die zum Marktstart verfügbaren Polo-Motoren trotz Gewichtsreduzierung um bis zu 24 Kilogramm nicht. Ein 60- und 70-PS-Benziner, ein 85-PS-Otto (voraussichtlich meistverkaufter) und ein 75-PS-Diesel sind erhältlich. Die zwei kleineren Benziner schöpfen ihre Kraft aus je 1,2-Liter-Hubraum. Dabei ist der Drei-Zylinder grundsätzlich bekannt. Neu ist lediglich die Umstellung von Zwei- auf Vier-Ventil-Technik, die wiederum bewirkt, dass die Kettengetriebenen Saug-Motoren die Euro-5-Hürde nehmen, wie übrigens alle anderen Polo-Motoren auch.

Volkswagen PoloDer 85-PS-1,4-Liter erhielt ebenfalls zwei zusätzliche Ventile und im Vergleich zum Vorgänger fünf PS mehr. Mit ihm fährt man ausreichend flott, geräuscharm und vor allem sparsam. Laut Norm soll er sich mit 5,9 Litern begnügen. Der einzige Diesel zum Marktstart ist ein komplett neu entwickelter 75-PS-1.6-TDI. Er besticht vor allem mit einer in dieser PS-Klasse bisher unbekannt zurückhaltenden Akustik.

Die Neuen kommen später

Volkswagen PoloWer mehr Längsdynamik wünscht, muss sich bis November 2009 gedulden. Dann folgt auf der Benziner-Seite ein neuer 1.2 TSI (ab 16.325 Euro als Comfortline), der dank Turbolader 105 PS leistet und den Polo auf Tempo 190 beschleunigt. Dabei soll er sich mit 5,5 Litern nur so viel Sprit genehmigen, wie die beiden schwächsten Benziner. Ähnlich schnell ist der 1.6 TDI mit 105 PS, der dank besserer Geräuschkapselung noch ruhiger läuft als der 75-PS-TDI. Dazwischen packen die Wolfsburger einen 90-PS-TDI, ebenfalls mit 1,6 Liter Hubraum. Alle Diesel sollen nach Norm 4,2 Liter verbrauchen.

Wer nach Höherem strebt, kann zum 90-PS-TDI das Bluemotion-Technology-Paket (500 Euro) ordern. Dank Start-Stopp-System, tiefer gelegtem Sportfahrwerk, Leichtlauf-Reifen und Unterboden-Verkleidung sinkt der Verbrauch auf 3,6 Liter.

Volkswagen PoloDie Krönung in Sachen Zurückhaltung steht für Anfang 2010 auf dem Plan, dann soll der Polo Bluemotion folgen. Der komplett neu entwickelte 1,2-Liter-Common-Rail-Diesel mutiert mit Aerodynamik-Paket und den bekannten Bluemotion-Maßnahmen zum sparsamsten Fünfsitzer mit Verbrennungs-Motor überhaupt. 3,3 Litern Diesel und ein CO2-Ausstoß von 87 Gramm pro Kilometer zeichnen den 75-PS-TDI aus. Nach oben werden mehrere TSI-Motoren mit bis zu 200 PS und ein stärkerer Diesel mit rund 140 PS das Programm abrunden. Bereits in der Pipeline steht das Doppel-Kupplung-Getriebe DSG (für 1.2 TSI und 1.4).

Rechnung zum Schluss

Wie so oft kommt die Rechnung am Ende. 12.885 Euro werden für den Viertürer (der Zweitürer folgt Ende 2009) mindestens fällig. Mit an Bord sind im Gegensatz zum Vorgänger stets das sensibel abgestimmte ESP, die Sitz-Höhenverstellung, die Berg-Anfahr-Hilfe und beispielsweise das Dauerfahrlicht. Verwunderung herrscht allerdings, dass die Kopf-Airbags nicht zum Serienumfang zählen.

Galerie: Erster Test VW PoloAls neue Extras kommen das separate Tagfahrlicht im unteren Stoßfänger, das neue Navigations-System RNS 310, der digitale Radio-Empfang DAB und beispielsweise die Möglichkeit des iPod-Anschlusses hinzu. Ähnlich wie beim Lexus RX 450h soll auch im Polo das Bluetooth-Audio-Streaming über das Mobiltelefon möglich sein. So kommt es, dass ein gut ausgestatteter Polo 1.4 Comfort- oder Highline schnell mal an der 20.000-Euro-Marke kratzt.

Was den neuen Polo aber wieder günstig macht, sind die unschlagbare Versicherungs-Einstufung und der niedrige Norm-Verbrauch – der laut VW insgesamt knapp 20 Prozent unter dem Niveau des Vorgängers liegt – und nicht zuletzt der hohe Wiederverkaufswert. Auch deswegen kommt laut VW-Entwicklungs-Chef Ulrich Hackenberg „ im Kleinwagen-Segment keiner so schnell am Polo der 5. Generation vorbei“. Wir glauben’s gern.

Technische Daten
 
Marke und Modell   VW Polo 1.2 60   VW Polo 1.2 70
Ausstattungsvariante   Trendline 4-türig   Comfortline 4-türig
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   3.970/1.682/1.462   3.970/1.682/1.462
Radstand (mm)   2.470   2.470
Wendekreis (m)   10,6   10,6
Leergewicht (kg)   ab 993   ab 993
Kofferraum (Liter)   280 - 952   280 - 952
Bereifung Testwagen   175/70 R14   175/70 R14
Motor      
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.198 / 3, Reihe   1.198 / 3, Reihe
Leistung (PS)   60   70
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   108 bei 3.000   112 bei 3.000
Antriebsart   Front   Front
Getriebeart   Fünfgang manuell   Fünfgang manuell
Verbrauch        
Krafstoffart   Super   Super
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,5   5,5
CO2-Emissionen (g/km)   128 / Euro 5   128 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k. A.   k. A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   16,1   14,1
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   157   165
Preise        
ab (Euro)   12.885   14.885
Empfohlene Extras   Klima-Radio-Paket (1.075 Euro), Kopfairbags (465 Euro),   Metallic (425 Euro), Kopfairbags (465 Euro), Tempomat (200 Euro), Multimedia-Buchse (170 Euro), RCD 310 Radio (640 Euro) Digital-Radio DAB (210 Euro), 16-Zoll-Alus (730 Euro), Lederlenkrad (160 Euro), Winterpaket (395 Euro), Bordcomputer inklusive reifenkonrtollanzeige (160 Euro
 
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Fazit

Der neue VW Polo ist das beste Fahrzeug im Kleinwagen-Segment. So viel steht schon vor einem ersten Vergleich fest. Die Verarbeitung sprengt die Kleinwagen-Üblichen Maßstäbe, ein ähnlich gutes Fahrwerk in diesem Segment bietet nur der Renault Clio, der aber nicht die Geschmeidigkeit und den Abroll-Komfort bietet. Einzigartig ist auch, dass alle Motoren die Euro-5-Norm erfüllen. Zu bemängeln gibt es nicht viel. Lediglich das Platzangebot ist subjektiv nicht gewachsen und eben die Preispolitik, die aber gemessen an dem, was man bekommt, doch irgendwo preiswert erscheint. Denn den Polo kann man sehr lange fahren – langweilig wirkt er bestimmt nie, das haben schlichte Design-Klassiker immer wieder unter Beweis gestellt.

Volkswagen Polo

 
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