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Galerie: Erster Test VW Sharan

Erster Test: VW Sharan

Was lange währt...

06.07.2010

Lange hat es gedauert, doch das Warten hat sich gelohnt. Nach 15 Jahren bekommt der VW Sharan einen Nachfolger, der bewährte Volkswagen-Tugenden hoch hält und mit neuen Technikspielereien glänzt. Allen voran die praktischen Schiebetüren.

Das VW eineinhalb Jahrzente lang am Design des neuen Sharan gefeilt hätte, kann man wohl ausschließen. Optisch bietet der neue Familien-Van nichts Außergewöhnliches, sondern eine weitgehend bekannte Volkswagen-Formensprache und kommt ein wenig wie ein aufgeblasener Touran daher. Die scharf gezeichneten Scheinwerfer, die großflächigen Rückleuchten, der schmale Kühlergrill – irgendwie ist alles schon bekannt. Hinzu kommen LED-Tagfahrlichter in U-Form wie beim Touareg, vorausgesetzt man ordert das optionale Bi-Xenon-Licht.

Mit Schiebetüren

Galerie: Erster Test VW SharanVielleicht haben die Entwickler dafür die lange Zeit bis zur Neuauflage genutzt, um am Türkonzept zu feilen. Anders als sein Vorgänger fährt der neue Sharan nämlich mit praktischen Fond-Schiebetüren vor, die auf Wunsch elektrisch betätigt werden. Die erleichtern das Ein- und Aussteigen dank der weiten Türöffnung und sind auch in engen Parklücken kaum im Weg.

Apropos Parken: Der etwas unübersichtlichen Karosserie setzt VW eine neue Version seines Parkassistenten (840 Euro) entgegen, der den Wagen selbsttätig in die Lücke lenkt. Was früher nur längs zur Straße möglich war, geht nun auch beim Querparken. Das Gasgeben und Bremsen bleibt weiterhin Aufgabe des Fahrers, erstmals allerdings kann der Parkassistent auch selbsttätig die Geschwindigkeit - zumindest ein wenig - verringern und damit auch den Fahrer darauf aufmerksam machen, dass er eingreifen muss. Neu ist auch die umgekehrte Funktion, das heißt, dass System hilft nun auch beim Ausparken – wenn vor dem Fahrzeug 50 Zentimeter Platz sind.

Reichlich Platz

Platz ist auch schon das nächste Stichwort. Davon bietet der Sharan, wie schon sein Vorgänger, reichlich. Standardmäßig rollt der Van als Fünfsitzer vom Band im portugiesischen Palmela, dann stehen im Kofferraum satte 885 Liter Stauraum parat. Die Sitze in der zweiten Reihe sind kommod, auch für großgewachsene Beifahrer, und die äußeren Sessel sind auf Wunsch mit integriertem Kindersitz erhältlich.

Galerie: Erster Test VW SharanAlle Sitze in der zweiten Reihe sind einfach einzeln verschiebbar und kinderleicht umklappbar. Mit nur einem Handgriff faltet sich die Lehne nach vorne und gleichzeitig senkt sich die Sitzfläche ab, so dass ein ebener Kofferraumboden entsteht. Maximal passen so 2.430 Liter hinter die auf Wunsch elektrisch betätigte Heckklappe. Das lästige Ausbauen der Sitze, wie noch beim Vorgänger, entfällt.

Wer statt Koffern lieber Kinder mitnimmt, kann für 1.500 Euro eine dritte Sitzreihe ordern, die ebenfalls ebenerdig weggeklappt werden kann. Der Zugang zu den beiden Plätzen im Fond ist simpel, die äußeren Sessel der mittleren Reihe können hierzu nach vorne geklappt werden. Und selbst auf den Notsitzen im Kofferraum sitzt es sich, zumindest auf kurzen Strecken, ganz angenehm.

Zu kleine Sitze

Galerie: Erster Test VW SharanAnders in der ersten Reihe. Fahrer und Beifahrer wünschen sich etwas größeres Gestühl, selbst für kleine Fahrer ist die Schenkelauflage der Sitze zu kurz. Viel mehr gibt es allerdings nicht zu meckern, die Bedienung erfolgt intuitiv, die Übersicht ist gut und Materialien sowie Verarbeitung auf bekannt hohem Volkswagen-Niveau. Neben dem erwähnten Bi-Xenon-Licht bietet VW einen Fernlichtassistenten an. Dieser Assistent ist zwar keine technische Neuheit, im Van-Segment bislang allerdings einmalig.

Neu sind auch die Motoren nicht, die VW zum Marktstart im September 2010 anbietet. Benziner-seitig stehen der 150 PS starke 1.4 TSI sowie der 2.0 TSI mit 200 Pferdestärken zur Wahl. Die wohl deutlich stärker nachfragende Dieselfraktion wird zunächst mit einem Zwei-Liter-TDI mit 140 oder 170 PS bedient. Bis auf den Top-Benziner hat der Kunde stets die Wahl zwischen dem serienmäßigen Sechs-Gang-Schaltgetriebe oder einem sechsstufigen DSG (rund 2.000 Euro Aufpreis), dass beim 2.0 TSI serienmäßig ist. Standardmäßig ist bei allen Motoren außerdem eine Stopp-Start-Funktion an Bord.

Kleiner Diesel ganz groß

Galerie: Erster Test VW SharanBei unserer ersten Ausfahrt präsentierte sich der schwächere der beiden Diesel von seiner besten Seite. Das Aggregat, das ab 30.950 Euro in der Preisliste steht, stemmt bei 1.750 Umdrehungen seine 320 Newtonmeter auf die Kurbelwelle, die knapp 1,8 Tonnen Leergewicht bewegen müssen. Dass allerdings gelingt ihnen problemlos, gerade in Verbindung mit dem DSG wirkt der Motor spritzig und flott. Tempo 100 ist nach nicht ganz elf Sekunden erreicht, maximal läuft der Sharan so motorisiert 194 km/h.

Viel flotter ist er auch mit dem stärkeren Aggregat nicht, dass sowohl 30 PS als auch 30 Newtonmeter mehr zu bieten hat. Für den Top-Diesel, der übrigens ebenfalls noch nicht eingepreist wurde, hält VW noch keine Fahrwerte parat, doch gefühlt kommt man damit nicht schneller vom Fleck. Höchstens der etwas bessere Durchzug beim Überholen mag ein Kaufanreiz sein. Sparsam sind sie übrigens beide, für den schwächeren Motor gibt VW einen Konsum von fünfeinhalb, für den stärkeren 5,8 Liter Diesel auf 100 Kilometer an. Die Turbo-Benziner brauchen im EU-Zyklus 7,2 beziehungsweise 8,6 Liter für diese Distanz.

Drei Fahrwerksoptionen

Galerie: Erster Test VW SharanSind die Familien-Väter, die den Sharan zumeist kutschieren, mal ohne Anhang unterwegs, gönnt ihnen VW ein wenig Spaß. Das Standardfahrwerk ist zwar komfortorientiert, erlaubt aber trotzdem schon flotte Kurventempi. Alternativ gibt es ein um 15 Millimeter tiefer gelegtes, strafferes Sportfahrwerk, das die Insassen dann allerdings auch direkter an der Straßenbeschaffenheit teilhaben lässt. Wer Komfort und Sportlichkeit verbinden will, greift am besten zur adaptiven Fahrwerksregelung (1.000 Euro). Dann lassen sich die Dämpfer  per Tastendruck in den Stufen Sport, Comfort und Normal je nach Bedarf anpassen. Alternativ gibt es übrigens für 750 Euro eine automatische Niveauregelung für die Hinterachse, die den Sharan unabhängig vom Beladungszustand auf dem gleichen Niveau hält.

Auf hohem Niveau ist übrigens auch der Preis: Der günstigste Sharan mit 1,4-Liter-Turbo-Benziner steht mit 28.875 Euro in der Preisliste, für den kleinen Diesel müssen mindestens 30.950 Euro auf den Tisch gelegt werden. Die Preise für die beiden stärkeren Motoren stehen noch nicht fest, dürften aber noch vor dem Marktstart im September 2010 bekannt gegeben werden. Schon jetzt steht fest, dass die Serienausstattung eher dünn ist, außer einem Radio, elektrischen Fensterhebern, einer manuellen Klimaanlage und dem Stopp-Start-System bringt der Volkswagen nicht viel ab Werk. Die umfangreiche Aufpreisliste dürfte aber so gut wie jeden Kundenwunsch erfüllen.

Technische Daten
 
Marke und Modell   VW Sharan   VW Sharan
Motorisierung   2.0 TDI 103 kW   2.0 TDI 125 kW DSG
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.854/1.904/1.720   4.854/1.904/1.720
Radstand (mm)   2.919   2.919
Wendekreis (m)   11,9   11,9
Leergewicht (kg)   1.774   k. A.
Kofferraum (Liter)   885 (Fünfsitzer) - 2.430   885 (Fünfsitzer) - 2.430
Bereifung Testwagen   205/60 R 16   205/60 R 16
Motor        
Hubraum (ccm) / Bauart   1.986 / R4   1.986/ R4
Leistung (kW / PS)   103 / 140   125 / 170
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   320 / 1.750 - 2.500   350 / 1.750
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   Sechs-Gang-Schaltgetriebe   Sechs-Gang-DSG
Verbrauch        
Krafstoffart   Diesel   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,5   5,8
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   143 / Euro 5   151 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.   k .A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   10,9   k. A.
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.   k .A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.   k .A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   194   207
Preise        
ab (Euro)   30.950,00   noch nicht bekannt
Empfohlene Extras   Panorama-Schiebedach (1.200 Euro), Sieben Sitze (1.535 Euro), Tempomat (210 Euro), Parklenkassistent inkl. Rückfahrkamera (1.215 Euro), Adaptives Fahrwerk (1.055 Euro), Klimaautomatik (720 Euro), Licht- und Sichpaket (290 Euro), Multifunktionsanzeige (55 Euro)   Panorama-Schiebedach (1.200 Euro), Sieben Sitze (1.535 Euro), Tempomat (210 Euro), Parklenkassistent inkl. Rückfahrkamera (1.215 Euro), Adaptives Fahrwerk (1.055 Euro), Klimaautomatik (720 Euro), Licht- und Sichpaket (290 Euro), Multifunktionsanzeige (55 Euro)
 
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Fazit

Was lange währt, wird endlich gut: Nach 15 Jahren bekommt der VW Sharan einen würdigen Nachfolger, der nicht nur die Tugenden des Vorgängers bewahrt, also Platzangebot, Komfort und gute Verarbeitung, sondern neue, praktische Errungenschaften mitbringt, wie die auf Wunsch elektrischen Schiebetüren und das neue Sitzkonzept. Dass der neue Sharan wieder ein Bestseller wird, ist ziemlich sicher. Vielleicht auch wieder 15 Jahre lang.

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