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Galerie: Erster Test VW Touareg Facelift

Erster Test: VW Touareg Facelift

Für's Abenteuerland

12.02.2007

Die Neuheiten des überarbeiteten VW Touareg sind schnell aufgelistet: Nachgeschärfte Front, neue Heckleuchten, ein Wankstabilisator und ein paar zusätzliche elektrische Helfer. Die Erfahrungen aber, die ich mit ihm bei unserer ersten abenteuerlichen Ausfahrt in der tunesischen Pampa sammelte, sind abendfüllend…

Dass sich die Hersteller ständig neue Ziele für ihre Präsentationen einfallen lassen, ist kein Geheimnis. Das VW nach Tunesien einlud, war trotzdem außergewöhnlich. Zumal mir ein Insider bestätigte, dass dem Land ein solcher Auflauf von Journalisten nicht unbedingt willkommen ist.

Die Wolfsburger haben es gewagt, und die Tatsache, dass der tunesische Volkswagen-Importeur zufällig der Schwiegersohn des Präsidenten Ben Ali ist, hat sicher dabei geholfen. Präsident hin oder her, ich kam zum Autofahren. Also ab in den neuen Touareg und los.

Gewappnet

Galerie: Erster Test VW Touareg FaceliftÄußerlich tat sich nicht viel, die Front zieren nun der VW-einheitliche Wappengrill und, je nach Motor, mehr oder weniger Chrom. Der Blick wurde durch den inzwischen typischen Tränensack geschärft und die Heckleuchten arbeiten fortan mit LED-Technik. Insgesamt haben die Ingenieure 2.300 Teile überarbeitet. Die Funktion einiger neuer elektrischer Helfer sollte ich später noch kennenlernen.

Start unserer Exkursion war Tunis, mit zwei Millionen Einwohnern eine Großstadt wie sie im Buche steht - morgendliche Rushhour inklusive. Mein Begleiter erklärt mir erstmal die Verkehrsregeln: Tempo 50 in der Stadt heißt gut 120 km/h, überholt wird, wie man will! Und immer auf die Anderen aufpassen.

Zehn für alle Fälle

Galerie: Erster Test VW Touareg FaceliftNach kurzer Stadtralley lassen wir das Zentrum hinter uns, und steuern auf schnurgeraden Straßen Richtung Pampa. Der 313 PS starke V10 TDI verrichtet gelassen seine Arbeit. Das enorme Drehmoment von 750 Newtonmeter (bei 2.000 U/min) schiebt den 2.602 Kilogramm schweren Volkswagen mit Nachdruck an. Symmetrisch wird die Kraft zwischen Vorder- und Hinterachse aufgeteilt, die serienmäßige Sechsgangautomatik arbeitet tadellos.

Zeit, sich den Innenraum näher anzusehen. Die überarbeiteten, optionalen Komfortsitze übertreffen jede Wohnzimmergarnitur, eine Flut von Tasten an Mittelkonsole und Lenkrad sorgt dagegen für Verwirrung. Neu ist ein größeres Kombiinstrumente zwischen Tacho und Drehzahlmesser mit sehr guter Darstellung aller wichtigen Infos.

Durch die Wüste

Galerie: Erster Test VW Touareg FaceliftWir lassen die Provinzstadt Hammam-Lif hinter uns und biegen Richtung Küste ab. Ehe man sich versieht, schwindet der Asphalt unter den Rädern und vor uns liegt ein Teil der 7.000 nicht geteerten Straßenkilometer Tunesiens. Wobei sich „nicht geteert“ als glatte Untertreibung herausstellen soll.

Im wahrsten Sinne über Stock und Stein führt uns der Weg zum Mittelmeer. Eine ordentliche Probe für die beim V10 serienmäßige Luftfederung: Tiefe Schlaglöcher und wellblech-ähnlicher, harter Sandboden mit Tempo 80 sind kein Problem. Per Drehregler lässt sich der Touareg auf 30 Zentimeter Bodenfreiheit aufbocken, rollt somit über die meisten Hindernisse schlicht hinweg.

Nasse Füße

Galerie: Erster Test VW Touareg FaceliftErste Zweifel kommen mir, als unsere so genannte Straße vor einem Wasserloch endet. Ob die 580 Millimeter Wattiefe ausreichen? Vorsichtshalber lege ich die Geländeuntersetzung ein, in diesem Modus wird auch das Mitteldifferenzial automatisch kontinuierlich zugeschaltet. Manuell lässt es sich zusätzlich zu 100 Prozent sperren, gleiches gilt für das optionale Heckdifferenzial.

Langsam taucht der Kollos ab, dass Wasser steht Oberkante Unterlippe. Der Touareg zeigt sich unbeeindruckt. Die 255er Serienbereifung auf 18-Zöllern bringt uns sicher ans andere Ufer. Mehr Probleme machen dort der schwere nasse Sand und eine handfeste Steigung. Doch mit Anlauf erklimmt der Offroader (100 Prozent Steigfähigkeit) auch diese Hürde.

Keile Sache

Galerie: Erster Test VW Touareg FaceliftDie letzten Kilometer Sandpiste vor unserem Ziel bieten die Möglichkeit, bei einer Vollbremsung das neue ABS plus zu testen. Erkennt das System losen Untergrund, werden bei großer Verzögerung die Räder stärker blockiert als sonst. Das lose Bodenmaterial wird aufgeschoben, der selbstgebaute Bremskeil verkürzt den Anhalteweg spürbar.

Sicher kommt der V10 TDI an unserer Relais-Station zum stehen - und darf sich erstmal ausruhen. Wir wechseln in den 350 PS starken, neuen Benzindirekteinspritzer V8 FSI und treten den Rückzug an. Freudig brabbelt das knapp über vier Liter große Aggregat los.

Ohne Wanken

Galerie: Erster Test VW Touareg FaceliftDer Weg zur Autobahn führt uns noch einmal querfeldein. Hier fällt der Verlust von über 300 Newtonmetern in Vergleich zum V10 TDI deutlich auf. Erst bei 3.500 Touren liegen die 440 Newtonmeter voll an. Aber keine Angst: In die Bredouille gerät der Touareg-V8 keinesfalls.

Als wir wieder festen Boden unter den Füßen haben, gilt es, den neuen Wankstabilisator herauszufordern. Er ist in Kombination mit einem Fahrdynamikpaket (Luftfederung mit sportlicherer Abstimmung, härtere Federrate, 20 Millimeter tiefer) lieferbar. Die Dämpfer werden in Abhängigkeit der Lenkbewegung binnen Millisekunden an der Kurvenaußenseite gestrafft, um so Seitenneigungen vorzubeugen. Die Folge: spürbar mehr Fahrdynamik.

Teure Laufkultur

Galerie: Erster Test VW Touareg FaceliftAuf der gut ausgebauten Autobahn nach Tunis begeistert der V8 schließlich durch seinen kultivierten Lauf. Das neue ACC, ein Abstands-Tempomat, hält automatisch die Distanz zum Vordermann ein und bremst den Wagen im Bedarfsfall bis zum Stillstand ab. Ein Kollisionswarner erkennt frühzeitig einen drohenden Auffahrunfall, der SideScan überwacht den toten Winkel.

Wie zu erwarten war, sind die praktischen Helfer keineswegs serienmäßig. Die angebotenen Fahrassistenzsysteme (ACC, Parksensoren mit Rückfahrkamera, SideScan) tauchen zusammen mit 3.857,24 Euro in der Rechnung auf. Nackt kostet der V8 FSI exakt 64.526,73 Euro, der V10 TDI schmerzhafte 76.693,45 Euro. Der Einstieg in die Touareg-Welt (ein 174 PS starker 5-Zylinder-Diesel mit manuellem Sechsgang-Getriebe) kostet mindestens 42.521,98 Euro.

Fazit

Sicher und zuverlässig hat uns der Touareg über jede Art von Terrain gebracht. Die Geländeeigenschaften des großen Wolfsburger Wappenträgers sind nach wie vor hervorragend. Hinzu kommen ein nochmals verbessertes Onroad-Verhalten und teilweise neue Motoren. Optisch aufgefrischt und mit nützlichen Hilfen versehen scheint der Touareg gerüstet für die kommenden Jahre.

 
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