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Galerie: Erster Test VW Up Facelift

Erster Test: VW Up Facelift

Der wahnwinzige Größenwahn

29.06.2016

Für die einen sind es Knutschkugeln, für andere Asphaltbläschen oder auch ein Elefantenrollschuh – die Rede ist, natürlich, von Kleinstwagen. Doch die kleinen Stadtflitzer, die sich in enge Parklücken quetschen und nicht wirklich langstreckentauglich sind, sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Früher gingen die Winzlinge immer mit Verzicht einher. Das aber ist längst Geschichte, wie der aufgefrischte Volkswagen Up beweist – und der Automobil-Zwerg gibt sich nicht mit ein paar Kekskrümeln zufrieden, sondern will ein Stück vom großen Kuchen.

Optisch hat sich die aufgefrischte Generation des VW Up nicht wesentlich geändert. Die Front wurde mit einer Chromleiste verschönert und wirkt nun breiter, den Augenaufschlag macht der Up mit serienmäßigen LED-Tagfahrlichtern und das Heck wurde leicht abgewandelt. Um Abwechslung in den tristen Alltag zu bringen, hält Volkswagen 13 Lackfarben für den Kleinen bereit, die sich mit drei verschiedenen Dachfarben kombinieren lassen. Unser Tipp: Das neue blau-türkis mit dem malerischen Namen „teal blue“ – benannt nach der Krickente.

Galerie: Erster Test VW Up FaceliftAuch im Innenraum sind Spielereien nicht weniger wichtig: Neue Plastikverkleidungen, zehn an der Zahl, individualisieren den Innenraum genauso wie die sieben verschiedenen Sitz-Designs. Eine Klimaautomatik gibt es für 895 Euro und auch ein Multifunktionslenkrad für 165 Euro kann geordert werden. Wer neben der bunten Welt auch ordentlichen Sound auf die Ohren haben will, kann die mindestens 13.150 Euro teure Beats-Ausführung mit einem 300-Watt-Soundsystem ordern.

Reisebereit

Wer mit dem VW Up eine kleine Reise antreten will, muss nach wie vor einplanen, dass ein 3,60 Meter kurzes Auto kein Raumriese ist. Über kurze Distanzen hält man es mit angezogenen Knien auf der hinteren Sitzreihe zwar aus, allerdings ist es nicht die ideale Lösung. Besser, man beschränkt sich auf eine Ausfahrt zu zweit. Das ist vor allem auch deshalb zu empfehlen, da der Kofferraum gerade einmal 251 Liter Gepäck schluckt. Bei umgelegter Rückbank aber sind es 959 Liter – das reicht für viele Taschen und Hutschachteln – und der Wochenendtrip ist gesichert.

  • Technische Daten

Länge: 3,60 Meter, Breite: 1,64 Meter (mit Außenspiegeln 1,91 Meter), Höhe: 1,50 Meter, Radstand: 2,41 Meter, Kofferraum: 251 - 959 Liter

1,0-l-Dreizylinder-Benziner, Fünfgang-Schaltung, 44 kW/60 PS (55 kW/75 PS als Bluemotion), maximales Drehmoment: 95 Nm zwischen 3.000-4.300 U/min, Vmax: 162 (172) km/h, 0-100 km/h: 14,4 (13,5) s, Durchschnittsverbrauch: 4,4 (4,1) l/100 km, CO2-Ausstoß: 101 (96) g/km

Preis: ab 9.850 Euro

1,0-l-Dreizylinder-Turbobenziner, Fünfgang-Schaltung, 66 kW/90 PS, maximales Drehmoment: 160 Nm zwischen 1.500 - 3.000 U/min, Vmax: 185 km/h, 0-100 km/h: 9,9 s, Durchschnittsverbrauch: 4,4 l/100 km, CO2-Ausstoß: 101 g/km

Preis: ab 12.350 Euro

Ins Zentrum gestellt

Die Smartphone-Anbindung im Fahrzeug nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Vor allem in Kleinstwagen werden teure Navi-Infotainment-Systeme wenig nachgefragt. Die günstigste Lösung für ein vollwertiges Informationssystem im Up kostet deshalb gerade einmal 170 Euro: Mittig auf dem Armaturenbrett ist dann eine Smartphone-Halterung platziert, die Mobiltelefone bis zu einer Größe von 5,5 Zoll halten kann. Das entspricht der Größe eines iPhone 6 Plus. Das System unterstützt sowohl Android als auch iOS.

Vorher noch schnell die Volkswagen-App „Maps+More“ geladen und via Bluetooth verbunden –schon kann es losgehen. Die Navigationsansagen, Fahrinfos und Musik kommen nun direkt vom eigenen Telefon, das aber über die Tasten am Radio bedient werden kann. Zum Beispiel lässt sich so bequem per Drehregler auf der Landkarte zoomen. Manko: Zwar gibt es auf dem Multifunktionslenkrad die Sprachwahltaste, doch führt diese ins Leere. Und auch die eigenen Sprachhelfer von Google und Apple reagieren nicht auf den Tastendruck. Dafür unterstützt die VW-App eine Handschrifterkennung zur schnellen Eingabe von Navi-Zielen oder zur Suche im Telefonbuch.

Up-Gefahren

Galerie: Erster Test VW Up FaceliftErstmals kommt nun auch ein Turbomotor im Up zum Einsatz; mindestens 12.350 Euro werden für ihn fällig. Der aufgeladene 1,0-Liter-Dreizylinder kommt mit 90 PS vorgefahren und kann immerhin 160 Newtonmeter Drehmoment, die zwischen 1.500 und 3.000 Umdrehungen anliegen, vorweisen. Das reicht aus, um den Winzling in 9,9 Sekunden auf Landstraßentempo zu bringen. Um in Fahrt zu kommen, schaltet man sich geschmeidig durch die fünf kurzen Schaltwege. Wer öfter mal auf die Autobahn will, wird sich freuen: Auch nach Erreichen der 100 km/h steht noch ordentlich Power zur Verfügung, die zu einem weiteren Spurt animieren. Erst bei 185 km/h ist Schluss; und der Up fährt sich mit dem neuen Triebwerk fast so bequem wie ein Großer. Auch der durchschnittliche Verbrauch von 4,4 Litern kann annähernd realisiert werden. Bei unserer Testfahrt lagen wir bei gut fünf Litern.

Wer den Volkswagen Up allerdings lediglich seiner eigentlichen Bestimmung zuführen will und ihn als kleinen, wendigen Stadtflitzer nutzt, braucht den neuen Motor nicht wirklich. Dem reichen die bekannten Sauger mit 60 PS oder 75 PS vollkommen aus, die weiterhin im Angebot sind. Ab einem Preis von 9.850 Euro kann der Up dann schon beim Händler abgeholt werden. Aber natürlich kommt man mit ein paar Extras wie Klimaanlage und Co. auch bei einem Kleinstwagen schnell ein paar Tausender über den Basispreis.

 
Fazit

Jan Menno Schmidt

Der Volkswagen Up ist erwachsen geworden. Die optischen Verschönerungen sind nett, wirklich einen Mehrwert bietet der neue Turbomotor. Mit ihm kann man nun auch getrost weitere Strecken bequem zurücklegen. Wer sich für keinen der drei Benziner entscheiden kann, hat außerdem die Wahl zwischen dem rein elektrisch betriebenen e-Up und dem Eco-Up mit Erdgasantrieb. Letzterer kann bereits für mindestens 12.950 Euro bestellt werden. Und für alle Leistungs-Freaks: Ein 110 PS starker Up-GTI könnte auch bald noch folgen.
 
 

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