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Galerie: Erster Test Audi A1 quattro

Erster Test: Audi A1 quattro

Mini-Verblaser

17.02.2012

Auf Mini-Fahrer könnte man schon neidisch sein, die so offensichtlich happy sind mit einem total unpraktischen und, seien wir ehrlich, überteuerten Auto. Andere Autohersteller sind es auch, angesichts des ungebrochenen Erfolgs des gelungenen Retro-Konzepts aus München. Mangels eigener Historie in diesem Segment, zauberte Audi den A1 auf Polo-Basis hervor - und war mit 185 PS gegen einen John Cooper Works mit derer 211 chancenlos. Doch in Ingolstadt haben sie auch eine Historie, eine andere. Und die haben sie nun in den A1 gepresst: Quattro.

Um einen überzeugenden, 256 PS starken A1 zum Allradgetriebenen Sportgerät zu machen, musste der Kleinwagen umgebaut werden. 600 neue Teile waren nötig, um unter anderem die Hinterachse des TT S hineinzukriegen, ein extra entwickelter Tank, der um die Kardanwelle angepasst wurde, Entfall des Reserverades wegen der Lamellenkupplung an der Hinterachse und, und, und...

Krawall

Galerie: Erster Test Audi A1 quattroDer monströse Dachspoiler ist dagegen sowohl einer glaubwürdigen Portion Krawall geschuldet wie er auch eine Funktion hat: Der A1 quattro wurde nicht auf Topspeed optimiert, sondern auf Agilität: Also wird mehr Anpressdruck über die Aerodynamik realisiert, dieser erhöhte Luftwiderstand begrenzt die Vmax auf 245 km/h.

Vorne ist der – ebenfalls aus dem TT-S bekannte – Zwei-Liter TFSI-Turbo verbaut, ein Fünfzylinder würde beim besten Willen nicht reinpassen, sagen die Entwickler und überlassen diese Frickelei auf Kosten der Crashsicherheit den Tunern. Auf ein Doppelkupplungsgetriebe muss der A1 auch verzichten, wobei Verzicht nicht das richtige Wort ist: Die manuelle Sechsgangschaltung ist dem Wagen durchaus angemessen, da sie den aktiven Fahrspaß höher einordnet als Alltagskomfort.

Quattro

Galerie: Erster Test Audi A1 quattroDer Quattro genannte Allradantrieb ist eigentlich bloß ein Hang-On, der der normalerweise angetriebenen Vorderachse bei Drehzahlunterschieden zwischen den Achsen die hintere via Lamellenkupplung zuschaltet - die Quattro-Baureihen mit Längsmotoren (ab A4 aufwärts) haben den aufwändigeren permanent-Allrad mit Torsendifferenzial.

Der A1 quattro ist auf 333 Exemplare limitiert, es gibt keine Optionen, weil er schon das Beste aus der Aufpreisliste drin hat und auch in England wird er nur als Linkslenker verkauft. Für 50.000 Euro bekommt der Audi-Fan allerdings einen mit Liebe zum Detail aufgemotzten Krachmacher, mit zwei Zehn-Zentimeter Endrohren, Heckflügel auf dem Dach, schwarz lackiertem Dach und ebensolcher Heckschürze sowie rotem Drehzahlmesser und einer Front die "Rennstrecke" schreit. Nicht zu vergessen, die weiß lackierten 18-Zoll Felgen, eine Reminiszenz an den Sport Quattro der Achtzigerjahre.

Zu ersten Testfahrten konnten wir den kleinen Wilden im ewigen Norden Schwedens auf einem Eisparcours den nötigen Auslauf geben.

Meist seitwärts

Galerie: Erster Test Audi A1 quattroKraft hat die kleine Semmel ohne Ende, die Reifen dank Spikes genügend Grip auf dem Eis und die Sitzposition ist auf den hervorragenden Sportsitzen optimal einstellbar. Der Vollausstattung wird keine Beachtung geschenkt, Navi- und Entertainmentsystem bleiben ausgeschaltet. Der Schaltknüppel liegt gut griffig zur Hand, die Schaltwege sind jedoch etwas zu lang geraten.

Das maximale Drehmoment liegt zwischen 2.500 und 4.500 Touren an (350 Newtonmeter), der Turbo dreht gerne hoch und will sogar bei 6.000 noch mehr. Geschaltet wird auf dem See-Parcours nur zweimal in den dritten Gang, ansonsten wird der kleinste Quattro im zweiten durch die Kurven gezerrt.

Handling

Galerie: Erster Test Audi A1 quattroFür den Fan des gepflegten Drifts bedeutet die Zuschaltung der Hinterachse über die Lamellenkupplung etwas mehr Arbeit als mit einem hecklastiger ausgelegten Torsen-Allrad: Der A1 quattro ist tendenziell untersteuernd ausgelegt, er muss schon mit Nachdruck angestellt werden, die Handbremse liegt zur Not auch gut zur Hand. Hat man den kleinen Räuber aber erstmal quer, ist der Schrägtrieb enorm. Dabei ist die Lenkung angenehm direkt und das auftretende Zerren entkoppelt einen nicht vom Untergrund, man wird recht schnell eins mit dem Auto und kann sich voll auf die übernächste Kurve konzentrieren, Lenkeinschläge und Anstellwinkel folgen intuitiv.

Audi gibt 8,5 Liter Durchschnittsverbrauch an, was ich angesichts meines binär agierenden Gasfußes nicht nachzuvollziehen in der Lage bin und für einen Kleinwagen nicht akzeptabel ist. Für eine Sportwagen jedoch, der in deutlich unter sechs Sekunden auf 100 km/h sprintet, ist das ein beachtlicher Wert. Angesichts der limitierten Auflage erübrigt sich hier auch weitere Kritik am Sinn eines derart vom Sinn befreiten, weil auf Spaß optimierten Autos.

 
Fazit

Thomas Weiss

Braucht man nicht, wäre aber schön, wenn man ihn hätte: Der Audi A1 quattro ist ein herrlich agiles Sportauto mit famosem Motor, Kraft ohne Ende und einem Auftritt, der einen Mini John Cooper Works als Schaumschläger entlarvt. Hoffentlich werden ihn die 333 Besitzer nicht in einer Sammlung verschwinden lassen sondern sachgerecht bewegen.
 
 

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