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Galerie: Erster Test Audi A4

Erster Test: Audi A4

Mehr Komfort in der Mittelklasse

10.10.2007

Nein, alt war der Audi A4 noch nicht, höchstens ein bisschen in die Jahre gekommen. Egal wie man es formuliert, nach sieben Jahren ist es Zeit für den Nachfolger. Und der tritt in große Fußstapfen, ist doch der A4 eines der erfolgreichsten Modelle der Ingolstädter. Damit dies auch mit dem Neuen so bleibt, haben die Audi-Ingenieure auf Hochtouren getüftelt und dem A4 so manches Extra aus der Oberklasse spendiert.

Wie schon das Coupé A5 - mit dem sich der neue A4 die Plattform teilt - profitiert auch die nächste Generation der Mittelklasse-Limousine von einem modifizierten Vorderbau. Die Vorderachse ist um 15 Zentimeter nach vorne gerutscht, Differenzial und Kupplung haben ihre Plätze getauscht. Größter Vorteil der neuen Anordnung ist die bessere Achslastverteilung, zu der auch der Umzug der Batterie in den Kofferraum beigetragen hat.

Ausgewogener

Galerie: Erster Test Audi A4Für den Fahrer heißt das konkret, dass der sowohl als Fronttriebler als auch mit Allradantrieb erhältliche A4 spürbar dynamischer um die Kurven zirkelt als bisher. Bislang neigten die nur an der Vorderachse angetriebenen Modelle eher zum Untersteuern, diesen Drang konnten die Ingenieure merklich zügeln. Auch die mit dem quattro-Antrieb versehenen Fahrzeuge sind, dank einer heckbetonten Kraftverteilung (im Normalfall 40:60 zwischen Vorder- und Hinterachse) die sportlicheres Handling erlaubt, deutlich dynamischer.

Der neue Vorderbau ermöglicht einen 17 Zentimeter längeren Radstand, der sich zusätzlich positiv auf die Fahrstabilität auswirkt. In der Grundabstimmung ist der A4 komfortorientiert, federt sanft ein und bügelt Unebenheiten souverän glatt. Auf dem Sportfahrwerk mit verkürzten Federn basierend bietet Audi optional ein adaptives Dynamikfahrwerk an.

Nach Lust und Laune

Galerie: Erster Test Audi A4Über das „drive select“ genannte System lassen sich beim Dynamikfahrwerk drei Modi anwählen, „comfort“, „auto“ und „dynamic“ - wobei selbst der weiche Komfortmodus straffer ist als der Basis-A4. Das System beeinflusst nicht nur die Dämpfer sondern passt auch Gasannahme, die geschwindigkeitsabhängige Lenkkraftunterstützung und - falls vorhanden - die Schaltpunkte der Automatik an.

Wem diese Wahlmöglichkeiten noch nicht genug sind, der hat über den „individual“-Modus die Option, seine ganz persönliche Abstimmung aus 24 verschiedenen Parametern einzustellen. Doch egal ob mit Normal-, Sport- oder Dynamikfahrwerk, der neue A4 überzeugt mit sicherer Straßenlage, ausreichend Komfort und jeder Menge Fahrspaß.

Nicht nur für mehr Komfort, sondern auch für ein Plus an Sicherheit sorgt die neue Dynamiklenkung (im Paket mit dem Dynamikfahrwerk). Abhängig von der gefahrenen Geschwindigkeit (und dem per „drive select“ gewählten Modus) wird die Übersetzung kontinuierlich justiert. Beim rangieren arbeitet die Lenkung extrem direkt, auf der Autobahn hat sie aus Sicherheitsgründen mehr Spiel. Darüber hinaus arbeitet sie eng mit dem ESP zusammen und entlastet dieses: Nötige Lenkkorrekturen werden so nicht nur über das Bremssystem sondern direkt über Eingriffe in die Lenkung ausgeführt.

Leistungsstarke Aggregate

Galerie: Erster Test Audi A4Dafür, dass der 1,4 Tonnen schwere A4 überhaupt in die Gänge kommt sorgen momentan fünf leicht erstarkte Aggregate. Die drei Selbstzünder reichen vom komplett neuen Zweiliter Common-Rail-TDI mit 143 PS über den 190 PS starken 2.7 TDI bis hin zum 3.0 TDI quattro mit 240 PS. Sowohl der Vierzylinder als auch der große V6 fahren mit manuellem Sechsganggetriebe vom Band, der mittlere Sechszylinder verfügt serienmäßig über das stufenlose Multitronic-Getriebe.

Zum Verkaufsstart noch in diesem Herbst bietet Audi außerdem zwei Benzinaggregate an. Die vorläufige Spitze markiert ein 265 PS starker V6 im A4 3.2 FSI. Darunter rangiert ein 1.8 TFSI-Vierzylinder mit 160 PS. Nächstes Jahr erweitern die Ingolstädter die Palette der Ottomotoren nach unten und bieten den 1.8er auch mit 120 PS an, später soll ein 200 PS starker Zweiliter folgen. Wie die Diesel arbeiten auch die Benziner allesamt mit Direkteinspritzung.

Klein aber fein

Galerie: Erster Test Audi A4Im ersten Test erwies sich der kleine Benziner als souveräner Antrieb für den A4. Dank der Turboaufladung stellt er sein maximales Drehmoment von 250 Newtonmetern schon bei niedrigen 1.500 Umdrehungen zur Verfügung. Keine Spur also von einer sonst turbo-üblichen Anfahrschwäche. Zudem liegt die maximale Kraft konstant bis 4.500 Touren an. Gasbefehle setzt der Motor spontan in Vortrieb um.

Ab Werk ist der Vierzylinder mit einem knackigen Sechsgang-Getriebe gekoppelt, ab 2008 bietet Audi – wie auch für den Sechszylinder – optional die Multitronic an. Den Sprint auf Tempo 100 absolviert der A4 in weniger als neun Sekunden, die Maximalgeschwindigkeit gibt Audi mit 225 km/h an. Vor allem auf längeren Strecken gefällt der Ingolstädter durch seinen kultivierten und geräuscharmen Lauf.

Komfort in der ersten Reihe

Galerie: Erster Test Audi A4Zu längeren Reisen laden auch die komfortablen Sitze ein – zumindest in der ersten Reihe. Zwar lässt auch die Polsterung im Fond keine Kritik zu, doch bietet der A4 den Passagieren in der zweiten Reihe nur bedingt Platz. Vor allem die Kopffreiheit ist ob der schrägen Dachlinie deutlich eingeschränkt. Große Menschen etwa sitzen in der Stuttgarter Konkurrenz kommoder. Der Kofferraum dagegen übertrifft mit 480 Litern die Mitbewerber.

Das Interieur selbst wartet mit wenigen Überraschungen auf. Neu ist das Bediensystem MMI, das nun auch in der Mittelklasse Einzug gehalten hat – allerdings nur wenn man eines der beiden angebotenen Navigationssysteme ordert. Audi-typisch ist die Mittelkonsole nebst Bildschirm zum Fahrer hin orientiert, die übersichtliche Anordnung der Schalter und Tasten erleichtert die Bedienung. Verarbeitung und Materialauswahl sind durchaus klassenüblich, reichen aber nicht ganz an das Niveau von A6 oder gar A8 heran.

Große Preisspanne

Beim Preisniveau unterscheidet sich Audi in keinster Weise von den Mitbewerbern im Premiumsegment. Der billigste A4 ist ab 28.950 Euro Euro zu haben (1.8 TFSI), für den kleinsten Diesel sind 30.400 Euro fällig. Nach oben hin kennt die Preisliste lange keine Ende, für die Topmodelle in Basisausstattung müssen 40.000 Euro (Benziner) beziehungsweise 41.000 Euro (Diesel) bezahlt werden.

Immerhin gibt Audi allen Modellen eine umfassende Serienausstattung mit auf den Weg, die unter anderem CD-Radio, Tagfahrlicht (je nach Scheinwerfer in LED-Technik), Tempomat, Nebelleuchten und eine Klimaautomatik umfasst. Optional kann der Kunde viele Extras ordern, die bislang der Oberklasse vorbehalten waren. So stehen neben Bi-Xenon-Scheinwerfern auch ein Abstands-Tempomat, der Spurhalteassistent „lane assist“ oder ein System zur Überwachung des Toten Winkels („side assist“) in der Aufpreisliste.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Die Mittelklasse-Käufer werden älter und bequemer – nur so erklärt sich die komfortablere Grundabstimmung des neuen Audi A4 gegenüber dem Vorgänger. Doch keine Angst, die optional erhältlichen, strafferen Fahrwerke unterstreichen den Anspruch der Ingolstädter, die sportlichste Mittelklasse-Limousine zu bauen. Zu diesem Credo passen auch die starken und gleichzeitig sparsamen Motoren. Der gestestete 1.8 TFSI etwa soll trotz ausreichender Leistung nur 7,1 Liter Super je 100 Kilometer verbrennen. Dem 2.0 TDI sollen auf dieser Distanz sogar 5,5 Liter Diesel reichen.
 
 

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