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Galerie: Erster Test Audi A6 Avant

Erster Test: Audi A6 Avant

Je nach Last und Laune

24.02.2005

„Mann, der ist ja riesig!“. Einhellig war die Reaktion in der Redaktion, als die Erlkönig-Fotos eintrafen. Die ersten offiziellen Bilder und Daten untermauerten diesen Eindruck. Nun stehe ich davor, und wieder beeindrucken die schieren Ausmaße. Trotzdem haben es die Designer exzellent verstanden, die fast fünf Meter lange Karosse außerordentlich elegant in Szene zu setzen.

Die brennende Frage ist nun: Fährt sich der A6 Avant wie das Schiff, dass er zweifelsohne ist? Oder haben es die Techniker geschafft, mit den Designern gleichzuziehen und der Größe den Schrecken genommen. Schließlich will Audi ja als Synonym für Dynamik verstanden werden.

Galerie: Erster Test Audi A6 AvantNoch einmal muss der Wagen von allen Seiten betrachtet werden. Sofort fallen die fein gezeichneten Linien auf, die sich von der bulligen Front bis zum wohlproportionierten Heck ziehen: Die feine Lichtkante in der Flanke beginnt am oberen Ende der Frontscheinwerfer und endet passgenau an der äußersten oberen Spitze der Rückleuchten; der sich sachte zu einem Keil entwickelnde Seitenschweller findet seinen Abschluss im wuchtigen Heckstoßfänger; die Dachwölbung nimmt nach hinten leicht ab und endet in einer vergleichsweise zarten D-Säule. Dieser Kombi wirkt nicht nur wie aus einem Guss, er ist es.

Bevor es nun endgültig ans Volant geht, noch eben ein Blick in den Innenraum. Schöne Kombis brauchen bekanntlich nicht praktisch sein. Doch auch dieses Vorurteil ist beim Audi A6 Avant passé: 565 Liter fasst der mit Teppich ausgekleidete Kofferraum regulär; bis zu 1.660 Liter bei komplett umgeklappter Rückbank. Die Fabelwerte einer Mercedes E-Klasse (690 - 1.950) werden zwar nicht annähernd erreicht, aber auch so reicht der Laderaum selbst für einen großen Urlaub zu Viert.

Von Schienen und Gurten

Galerie: Erster Test Audi A6 AvantTeppich soll praktisch sein? Ist er nicht, aber daran hat Audi gedacht. Die Verkleidung ist herausnehmbar, darunter kommt Kunststoff zum Vorschein. Und eine kreisrunde Luke exakt da, wo man das Reserverad vermutet. Tire-fit statt Extra-Gummi macht es möglich, zwei Standard-Mountainbikes stehend zu verstauen. Festgehalten werden sie - wie alle anderen sperrigen Gegenstände - unter anderem mithilfe von Gurten (das gesamte System kostet € 140 Aufpreis), die in den serienmäßigen Bodenschienen arretiert werden.

Extra bezahlen muss man für die sinnvolle Wendematte (€ 100), die beispielsweise über den lackierten Stoßfänger gelegt werden kann, um beim Beladen nichts zu verkratzen. Auch das empfehlenswerte Fixierset mit einer flexibel einsetzbaren Teleskopstange und Gurten schlägt mit zusätzlichen 150 Euro zu Buche.

Sitzen vor Stauen

Galerie: Erster Test Audi A6 AvantDer Ladeboden ist bei umgeklappter Rückbank aus Komfortgründen nicht völlig eben. Man habe dünnere Polster getestet, sich letztlich aber doch für die bequemere Sitzposition im Fond entschieden, erklärt der technische Projektleiter Peter John. Und so sitzt man nun auch hinten wirklich gut. Platzprobleme könnte allenfalls ein dicker dritter Passagier verursachen, der seine Beine links und rechts des hoch aufbauenden Kardantunnels unterbringen muss.

Ansonsten ist der Innenraum aus der Limousine hinlänglich bekannt: Absolut hochwertige Materialien und eine über jeden Zweifel erhabene Verarbeitungsqualität machen den A6 zu einem Luxusautomobil. Das Cockpit ist vorbildhaft übersichtlich und leicht zum Fahrer gewandt, die Bedienung leicht verständlich, alle Tasten und Schalter sind in intuitiver Griffweite.

Da dieselt nichts

Endlich drehe ich am Zündschlüssel und erwecke den nagelneuen 2,7-Liter-V6-Diesel. Kaum wahrnehmbar surrt das EU4-konforme Aggregat im Leerlauf. Der erste von sechs manuellen Gängen eingelegt, schiebt der große Avant an. Das Gaspedal etwas zu forsch getreten, zeigt der A6 mittels blinkender Traktionswarnlampe sofort, dass das Frontantriebskonzept mit maximal 380 Newtonmetern Drehmoment - und das ab 1.400 Touren am Limit - angekommen ist. Zur Ehrenrettung: Der Untergrund ist feucht und gefliest. Auf normalem Asphalt dagegen ist die Traktion angesichts der geballten Kraft beeindruckend stabil.

Vehement beschleunigt der 1,7-Tonner los, passiert bereits nach 8,3 Sekunden die Tempo 100-Marke und macht weiter druckvoll Tempo bis zur Spitzengeschwindigkeit von 225 km/h. Auf der Autobahn wird klar, dass der A6 2.7 TDI der ideale Reisewagen ist. Kaum Windgeräusche, vom Motor ist ebenfalls fast nichts zu hören, lassen sich ganz entspannt Kilometer fressen. Dabei reicht es, ab Tempo 120 den sechsten Gang einzulegen - Zwischensprints werden über das hohe Drehmoment erledigt. Beim gemütlichen Cruisen begnügt sich der Motor dann auch mit durchschnittlich nur 7 Litern je 100 Kilometer.

Abstand halten

Wer auf vielbefahrenen Autobahnen unterwegs ist, für den empfiehlt sich das mit dem Tempomat gekoppelte Abstandsradar (€ 1.980). Es hält den vorgegebenen Abstand zum Vordermann, beschleunigt und bremst den Wagen entsprechend dem Verkehrsfluss. Droht aufgrund zu hoher Geschwindigkeitsunterschiede ein Aufprall - beispielsweise wenn plötzlich ein deutlich langsameres Gefährt auf die linke Spur ausschert - , bereitet die Elektronik eine Notbremsung vor: Unmerklich für den Fahrer wird die Bremsanlage vorgefüllt und der hydraulische Bremsassistent einsatzbereit gemacht.

Alles Audi

Galerie: Erster Test Audi A6 AvantWie es um die Fahrdynamik steht, überprüften wir auf breit asphaltierten Passstraßen. Nach wenigen Kurven wird klar: Es ist ein Audi. Die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung arbeitet präzise und leichtgängig, der Ganghebel flutscht nur so durch die kurzen Gassen und der V6 hängt sensibel am Gas. Unter Last erinnert die Akustik an das kernige Flattern eines Fünfzylinder-Benziners ungeschulte - Ohren kämen nicht auf Idee, dass sich das seidig hochdrehende Aggregat von Dieselkraftstoff ernährt.

Im Grenzbereich schiebt der frontlastige Avant bauartbedingt über die Vorderräder. Doch das ESP der neuesten Generation bremst die 1,7 Tonnen sachte und stets sicher ab. Wenn nötig, erfolgt der Bremseingriff mit separater Dosierung an allen vier Rädern. In der Praxis dürfte jedoch kaum ein Familienvater je so schnell in Spitzkehren einfahren, dass das System einschreiten muss. Lange vorher ist mit dem Eingreifen anderer aktiver Geschwindigkeitsregelsysteme zu rechnen, etwa den bösen Blicken der Beifahrerin oder dem Kreischen des Nachwuchses.

Mehr als eine nette Spielerei ist die optionale elektronische Luftfederung (€ 1.900), mit der unser Testwagen ausgerüstet war. Per Drehknopf lässt sich das Fahrwerk von komfortabel auf sportlich trimmen, wobei die Karosserie 15 Millimeter abgesengt wird. Sollte es einmal über unwegsamen Untergrund gehen, schafft die „Lift“-Funktion zusätzliche 15 Millimeter Bodenfreiheit.

Kampfpreis

Auch hinsichtlich der Preisgestaltung geht Audi voll auf Kampflinie. Mit einem Grundpreis von 38.900 Euro liegt der A6 Avant 2.7 TDI exakt 2.000 Euro unter der Münchner Konkurrenz in Gestalt des BMW 525d touring. Der Ladekönig Mercedes E 280 CDI T-Modell wird um fast 4.000 Euro unterboten. Und das, obwohl der Audi bereits in Serienausstattung sowohl in Sachen Sicherheit (u.a. Airbags rundum; Lichtsensor; Regensensor; Nebelscheinwerfer; Isofix-Kindersitzhalterung), als auch beim Komfort (u.a. Klimaautomatik; Lederlenkrad; CD-Radio mit Bildschirmanzeige; Leichtmetallfelgen) nahezu komplett daher kommt.

Fazit

Der erste Eindruck vom Audi A6 Avant wurde bestätigt, sämtliche Befürchtungen blieben aus: Der Kombi ist riesig, fährt sich dagegen alles andere als „schiffig“. Je nach Last und Laune ist der A6 Avant der ideale Begleiter für üppige Transporte wie sportlich ambitioniertes Fahren.

Fahrwerk, Lenkung, Platzangebot und Qualitätsanmutung sind auf überdurchschnittlich hohem Niveau, der neue 2.7 TDI ein Motor der Extraklasse. Auch das Preis/Leistungsverhältnis dürfte im Wettbewerberfeld für Staunen sorgen.

Schade nur, dass der kleine Diesel-V6 noch nicht mit Quattro-Antrieb zu haben ist. Wer die Kombination Diesel und Allrad wünscht, muss vorerst weiterhin auf den 3-Liter-TDI zurückgreifen und 5.000 Euro mehr investieren.

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