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Galerie: Erster Test Audi A6 Facelift

Erster Test: Audi A6 Facelift

Ed von Schleck

11.09.2008

Glattgeleckt präsentierte sich der Audi A6 anno 2004, als die Version C6 – so die interne Bezeichnung – das Licht der Welt erblickte. Mit etwas mehr Kontur kommt der A6 ab Oktober 2008 optisch und technisch aufgewertete in den Handel. Highlights sind der neue Spardiesel und der starke Dreiliter Kompressormotor.  

Bislang wurde der aktuelle Audi A6 rund 1,26 Millionen Mal verkauft – weltweit versteht sich. Damit ist er laut Hersteller die beliebteste Limousine in diesem Segment und gleichzeitig für 25 Prozent des Gesamtabsatzes bei Audi verantwortlich.

Genau hingucken

Galerie: Erster Test Audi A6 FaceliftAn der Außenhaut fingerten die Audi-Designer wohl auch wegen der anhaltend guten Verkaufszahlen nur behutsam herum. Warum etwas verändern, was sich gut verkauft; damit vergrault man höchstens die Kunden, die sich erst vor kurzem einen A6 ohne Facelift zugelegt haben. Gut so, denn selbst nach vier Jahren wirkt der A6 taufrisch.

Die Änderungen machen sich in Form einer modifizierten Frontschürze, LED-Tagfahrlicht im Scheinwerfer (Option) und einem spitzeren Singleframe bemerkbar. Wer die sportive S-Line-Variante wählt (von uns gefahren), erhält nochmals stärker konturierte Stoßfänger und runde statt der eckigen Nebelscheinwerfer. Neue Außenspiegel mit integrierten Blinkern und neue Seitenleisten versuchen die Flanke aufzuhübschen und mehr Sicherheit zu bieten. Für mehr Sicherheit wäre der Tausch der unpraktischen Klapptürgriffe gegen richtige Bügelversionen lobenswerter gewesen. Am Heck fallen – zumindest an der Limousine – die neu gestalteten LED-Rückleuchten auf, die nun stets Serie sind. Die neuen Leuchten passen tags wie nachts hervorragend in das Audi-Gesamtprogramm. Beim Avant-Heck veränderte man bis auf eine minimalistisch modifizierte Heckschürze und eine andere Leuchteneinfärbung nichts.  

Unsichtbare Änderungen

Galerie: Erster Test Audi A6 FaceliftEchte Neuheiten müssen demnach also im Inneren zu finden sein. Denkste: Wer den A6 vor dem Facelift kennt, kennt auch den Neuen innen. Eine klitzekleine Änderung erfuhr das MMI-Bedienelement, das nun eine Art Joystick erhielt, die Bedienung ist identisch zum alten Modell. Die Dekoreinlagen Aluminium-Radial rund um Schalthebel und Kombiinstrument wirken wertiger als das zuvor verwendete Kunststoff und soll kratzunempfindlicher sein. Neue Sitzbezüge runden das Gesamtbild positiv ab.

Neues MMI

Galerie: Erster Test Audi A6 FaceliftNeu ist das auf den ersten Blick unveränderte MMI-Navigationssystem.  Für stolze 3.800 Euro (nur in Kombination mit Multifunktionslenkrad und Bordcomputer) erhält der Käufer ein Navi mit gut nutzbarer Spracheingabe, 3D-Topographie-Darstellung und Pfeilanzeige im Kombiinstrument. Zusätzlich bietet das System etwa 20 GB Speicherplatz für Musik, Fotos und Kontaktadressen. Ferner ist das Abspielen von Audio- und Video-DVDs möglich und es gibt zwei Speicherplätze für SD-Karten. Damit sollte jeder Multimedia-Junky befriedigt werden können. Nachteil: Audi bietet derzeit keine günstigere Navi-Alternative an.

Als neue Assistenz-Systeme gibt es jetzt auch im A6 den Lane Assist, der den Fahrer durch Vibrationen im Lenkrad warnt, wenn die Fahrspur ohne Blinken verlassen wird. Zusätzlich kann der Tote-Winkel-Assistent (Side Assist) bestellt werden. Dabei flackern LED an der Innenseite des Außenspiegels, sobald sich bei betätigtem Blinker ein Fahrzeug im Toten Winkel aufhält. Beide Systeme im Paket gibt es für 1.125 Euro.

Neuer Spar-Diesel

Galerie: Erster Test Audi A6 FaceliftInsgesamt überarbeitete oder ersetzte Audi sieben der zehn Motoren des A6-Programms und minimierte damit den Gesamtverbrauch der Modellreihe nach eigenen Angaben um zirka 15 Prozent. Unangetastet bleiben die Zehnzylinder im S6 und RS6 sowie der 2.0 T mit 170-Benzin-PS. Neu ist der 136 PS starke 2.0 TDIe, der mit einem Norm-Verbrauch von 5,3 Litern und 139 g/km CO2-Ausstoß ab rund 35.000 Euro an den Start geht. Der Wagen hat es dank Leichtlaufreifen, Zehn-Millimeter-Karosserie-Absenkung und längerer Getriebeübersetzung voll aufs Knausern abgesehen. Beim Fahren merkt man von der asketischen Lebensweise nicht viel. Druckvoll und relativ ruhig schiebt der neue Common-Rail-Diesel an und verhilft zu hinreichenden Fahrleistungen. Lediglich das straffere  Fahrwerk in Verbindung mit 17-Zoll-Rädern (Serie 16 Zoll) kann auf langen Etappen nerven.

V6-Kompressor

Galerie: Erster Test Audi A6 FaceliftAls Neuheit feiert im A6 der 3.0 T sein Debüt. T steht bei Audi ab sofort als Synonym für aufgeladene Aggregate, nicht mehr nur für Turbomotoren. So erreicht der Dreiliter-V6-Benziner seine 290 PS und 420 Newtonmeter mittels Roots-Kompressor. Dieser Verdichter wurde zwischen beide Zylinderbänke implantiert und baut bis zu 0,8 bar Ladedruck auf. Laut Audi ist das Kompressorsystem bei einem Dreiliter-Benziner effizienter als ein Turbo oder gar Biturbo. Damit sticheln sie konkret gegen den BMW 335i, der mittels zweier Turbolader auf 306 PS gepuscht wird. Ob sich ein Vorteil, auch hinsichtlich des Verbrauchs, erfahren lässt, bleibt abzuwarten. Zumindest macht es nachdenklich, wenn Audi auf eine Ladertechnik setzt, die seit fast 80 Jahren im Unternehmen keine Rolle gespielt hat, ganz im Gegensatz zu den Turbos.

Der 3.0 T ersetzt übrigens den 3.2-V6-FSI, der kein Paradebeispiel für Laufkultur war. Der Neue ist nicht nur etwas laufruhiger, er ist vor allem stärker, schneller und sparsamer – laut Audi benötigt er 9,4 Liter Super. So legt der A6 3.0 T vom Start weg immens los. Fast linear erklimmt der Direkteinspritzer die Drehzahlleiter und begleitet die Vorführung mit dezentem Kompressor-Sirren. Zwischenspurts werden dank des bärigen Drehmoments zur Nebensache. Der Antrieb – den die Audianer intern tatsächlich als Turbo bezeichnen – soll die knapp 1,8 Tonnen schwere Limousine in 5,9 Sekunden auf 100 km/h schieben. Bei Tempo 250 ist Schluss. Souverän ist wohl der passende Begriff für dieses Triebwerk, das im A6 ausschließlich mit Quattro und Sechsstufen-Automatik für mindestens 48.000 Euro offeriert wird.

Luft zum fahren

Galerie: Erster Test Audi A6 FaceliftAls passende Ergänzung zum A6 kann nun endlich auch die Luftfederung Adaptive Air Suspension gelten, die bislang nicht vollends überzeugen konnte. Trotz der Mörderbereifung des Testwagens (245/35-R19-Pneus) rollt die Limousine in der Komfort-Einstellung satt und sanft über Unebenheiten. Wer es fliegen lassen möchte, dreht den MMI-Bedienknauf einfach auf Dynamic. Kosten dieses Luft-Spagats: 1.950 Euro. Wer das Geld übrig hat, soll zugreifen. Leider stand zum Erstkontakt kein Fahrzeug mit Standard-Fahrwerk bereit, so dass die Versprechungen von Audi, am Stahlfahrwerk viel getan zu haben, erst in einem Test von uns geprüft werden können.

Fazit

Notwendig war das Facelift nicht. Das sieht man insbesondere am Avant, der optisch nahezu unverändert ins Rennen geschickt wird. Hübsch ist die glatte Karosse nach wie vor. Technisch haben die Ingenieure dagegen einiges getan: Sieben Motoren überarbeiteten oder ersetzten sie, besonders empfehlenswert sind der 2.0 TDIe und der 3.0 T. Beides charismatische Antriebe mit Reiz. Der eine spart was das Zeug hält, der andere rennt sogar dem V8 bei der Leistungsentfaltung den Rang ab. Beste Voraussetzungen also, um die 25 Prozent Verkaufsanteil weiter zu steigern. Die Preise wurden übrigens nur moderat angehoben.

 
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