Genfer Autosalon 2011
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Galerie: Erster Test Audi A6

Erster Test: Audi A6

Auf Oberklasse-Niveau

01.02.2011

Audi setzt seine Premium-Offensive eindrucksvoll fort. Nunmehr demonstrierte uns der neue A6,  dass er das Zeug zur Oberklasse-Limousine hat. Nobel-Flair, edelste Komfort-Features, anspruchsvolle Technik-Schmankerl, druckvolle Antriebe – wer möchte, kann das eigentlich der oberen Mittelklasse zugehörige Modell derart hochrüsten, das einem der A8 als fast schon überflüssig erscheint.

Bereits optisch macht der A6 einiges her, ohne sich dabei der strengen Uniformität anderer Audi-Limousinen zu unterwerfen. Der prominente Singelframe-Kühlergrill verfügt über ein paar neue Ecken und Kanten, die Schweinwerfer sind akzentuierter, die von vorn bis hinten durchlaufende Seitenlinie ist plastischer geworden.

Fast coupéhaft schick verläuft die Dachlinie, die der A6-Limousine schwungvolle Eleganz verleiht. Und egal aus welchem Winkel man ihn betrachtet, der fast fünf Meter lange Ingolstädter wirkt nie plump, unförmig oder verfettet. Im Gegenteil: Der Viertürer präsentiert sich dynamisch, stimmig, wie aus einem Guss und vermag damit mehr Eindruck schinden als sein irgendwie unscheinbar wirkender Oberklasse-Bruder A8.

Attraktiver proportioniert und mit mehr Platz

Galerie: Erster Test Audi A6Besonders gelungen sind die Proportionen des neuen A6. Erreicht wurde dies unter anderem durch eine Verlängerung des Radstands bei fast unverändert langer Karosserie. Entsprechend rückten die Räder weiter nach außen und sind die einst so unschön langen Überhänge des Vorgängers deutlich kürzer ausgefallen. Der größere Radstand und ein im Vergleich zum Vorgänger besseres Packaging sorgen zudem für spürbar mehr Platz innen.

So ist es nicht verwunderlich, dass der A6 mit einem fürstlichen Platzangebot aufwartet, welches dem des A8 schon recht nahe kommt. In allen Dimensionen kann die Fahrgastzelle vier Erwachsene luxuriös transportieren. Diesem Anspruch werden auch Verarbeitung und Materialwahl gerecht, selbst kleinste Details zeugen von höchsten Qualitäts-Standards. So sind die Passungen perfekt, die Oberflächengüte exzellent und findet sich kaum ein Anlass zur Kritik.

Viele neue Technik-Features

Galerie: Erster Test Audi A6Recht plump wurde bei Audi lediglich die Integration des optionalen Head-up-Displays gelöst. Technisch handelt es sich um eine attraktive Funktion, denn eine Vielzahl fahrrelevanter Informationen lassen sich so direkt ins Blickfeld des Fahrers projizieren. Doch ursprünglich war bei der Entwicklung des A6 kein Head-up-Display eingeplant. Die Folge: Ein etwas klobiger und improvisiert wirkender Kasten wurde nachträglich auf die Tachohutze gesetzt. Dafür funktioniert das neue Feature technisch einwandfrei und dürfte vor allem Langstreckenfahrer begeistern.

Und für die hat Audi noch viele weitere Schmankerl parat. Hierzu gehören ein aktiver Spurhalteassistent, das radarbasierte Unfallvermeidungssystem Pre Sense, ein Nachtsicht-Assistent oder ein adaptiver Tempomat. Bei letzterem werden genau wie beim Abblendlicht die Navigationssdaten mit in die Funktionsweise einbezogen.

LED ist Trumpf

Galerie: Erster Test Audi A6Und dann sind da noch die LED-Vollscheinwerfer mit ihrem besonders augenfreundlichen, adaptiven Licht. Neben einer besseren Nachtsicht zeichnen sich die Scheinwerfer im Vergleich zu Xenon-Licht noch durch geringen Energiebedarf und Langlebigkeit aus. Und schließlich verleihen sie der Front eine unverwechselbare Nachtgrafik mit viel Überholprestige. 2.750 Euro Aufpreis kosten allerdings allein diese Hightech-Scheinwerfer.

Noch teurer ist das neue MMI Navigation plus (3.500 Euro) mit zusätzlichem Touchpad. Wer möchte, kann über diese vom A8  bekannte Funktion die Buchstaben des Navigationsziels mit der Fingerspitze eingeben. Eine irgendwie nette Spielerei, die aber nur geringen Nutzwert bietet. Ebenso eine Spielerei und gewiss kein Muss ist die Einbindung der Google-Earth-Satellitenansicht in die Kartendarstellung des Navisystems.

Voll internetfähig

Galerie: Erster Test Audi A6Vielversprechender ist hingegen eine Erweiterung der Verkehrsinformation für die dynamische Routenführung. Zusätzlich zu den TMC-Verkehrsinformationen werden dann Echtzeit-Information via Internet in die Routenplanung eingebunden, die denen von TMC in Sachen Aktualität deutlich überlegen sein dürften.

Apropos Internet: Neu und zukunftsweisend ist auch ein W-LAN-Hotspot im A6, der es via UMTS-Telefonkarte ermöglicht, im Internet zu surfen. Im neuen A6 kann man jedes internetfähige Gerät via Bluetooth koppeln und dann beispielsweise mit seinem Laptop im weltweiten Netz stöbern. Bis zu acht Geräte lassen sich gleichzeitig an dieses Netz anbinden.

Starke, leise Motoren

Galerie: Erster Test Audi A6Antriebsseitig lässt sich der A6 mit feinsten Hightech-Aggregaten bestücken. Am eindrucksvollsten ist der 300 PS starke Kompressor-Sechs-Zylinder, der akustisch zwar sehr im Hintergrund bleibt, aber dennoch mächtig viel Dampf machen kann. 440 Newtonmeter stemmt das vorläufige Top-Aggregat der Baureihe fröhlich auf die Kurbelwelle und spannt daher bereits bei niedrigen Drehzahlen die Muskeln ordentlich an. So fühlt sich der A6 kraftvoll, antrittsstark und dennoch geschmeidig an. Sportwagen-mäßige 5,5 Sekunden dauert der Standardsprint, bei 250 km/h wird abgeregelt.

Ab Werk wird der Kompressor-Motor ausschließlich mit dem Sieben-Gang-Direktschaltgetriebe und Allradantrieb (40:60-Verteilung) kombiniert. Trotz der besonders windschlüpfigen Außenhaut (cW-Wert 0,26), Start-Stopp-Automatik und den diversen Leichtbau-Maßnahmen ist der A6 mit dem 3.0 TFSI kein wirklich sparsames Auto. Der Normverbrauch soll zwar bei nur etwas über acht Litern liegen, Praxistests bei anderen Audi-Modellen mit diesem Motor haben allerdings Durchschnittswerte hervorgebracht, die deutlich jenseits dieser recht bescheidenen Normwerten lagen.

Oase der Ruhe

Galerie: Erster Test Audi A6Besonders eindrucksvoll ist die dezente Akustik des 3.0 TFSI. Auf unserer kurzen Testroute konnten wir zwar maximal nur 150 km/h schnell fahren, doch zumindest bis dahin erreichten weder Antrieb noch Fahrtwind ein aufdringliches Niveau. In der Topversion präsentierte sich der A6 wie eine Oase der Ruhe. Erst wenn man volle Leistung abfragt, macht sich der Motor mit einer dezenten sonorig-kernigen Akustik bemerkbar.

Ebenfalls erstaunlich ruhig werkelt der große Drei-Liter-V6-Diesel 3.0 TDI im A6. 245 PS und phänomenale 500 Newtonmeter Drehmoment stellt er zur Verfügung. Souveräne 6,1 Sekunden dauert der Sprint, maximal sind auch hier 250 km/h angesagt. Dabei soll sich der Motor trotz S-Tronic-Getriebe und serienmäßigem Allradantrieb mit sechs Litern begnügen.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Audi A6   Audi A6
    3.0 TFSI quattro   2.0 TDI
Motor        
Hubraum (ccm) / Bauart   2.995 / V6   1.968 / R4
Leistung (kW / PS)   220 / 300   130 / 177
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   440 / 2.900 - 4.500   380 / 1.750 - 2.500
Antriebsart   permanenter Allradantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   7-Gang-Doppelkupplung   6-Gang-Schaltgetriebe
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.915 / 1.874 / 1.455   4.915 / 1.874 / 1.455
Radstand (mm)   2.912   2.912
Wendekreis (m)   11,9   11,9
Leergewicht (kg)   1.815   1.650
Kofferraum (Liter)   530 - 995   530 - 995
Bereifung Testwagen   255/35 R20   225/60 R16
Verbrauch        
Krafstoffart   Benzin   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   8,2   4,9
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   190 / Euro 5   129 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.   k .A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   5,5   8,7
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.   k .A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.   k .A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   250   228
Preise        
ab (Euro)   51.200,00   38.500,00
Empfohlene Extras   Dämmglas (1.190 Euro), LED-Vollscheinwerfer (2.750 Euro)   Dämmglas (1.190 Euro), LED-Vollscheinwerfer (2.750 Euro)
 
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Verbesserter Basismotor

Positiv überrascht hat uns die Basismotorisierung 2.0 TDI. Im Vorgänger leistete der Vier-Zylinder noch bescheidene 140 PS und fühlte sich der A6 damit irgendwie etwas untermotorisiert an. Jetzt bringt der kleine Diesel respektable 177 PS an die Kurbelwelle, mit denen sich der große Audi recht munter bewegen lässt. Klar, die Souveränität der Sechs-Zylinder beeindruckt mehr, doch die immerhin 380 Newtonmeter verkürzen den Sprint auf 8,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit soll bei 228 km/h liegen. Trotz dieser schon sehr üppigen Fahrleistungen soll der Verbrauch unter fünf Liter liegen. Als gelegentlich störend haben wir allerdings die raue Akustik des Vier-Zylinders empfunden. Dieser Motor hat dann keinen Oberklasse-Charme mehr.

Mehrere Fahrwerksoptionen

Galerie: Erster Test Audi A6Ein wiederum typisches Oberklasse-Feature des A6 ist die optionale Luftfederung, die es dem Fahrer ermöglicht, zwischen unterschiedlichen Fahrwerksmodi wie Comfort oder Sport zu wählen. Doch so recht überzeugen konnte uns das Adaptive Air Suspension genannte System trotz seiner besonderen Funktionalität nicht. Zwar vermittelt die Luftfederung den Insassen vor allem bei hoher Geschwindigkeit durchaus ein Gefühl, über den Dingen zu schweben. Doch bekommt man selbst im Komfortmodus sehr häufig leichte Anregungen vom Untergrund zu spüren und ist nicht immer geschmeidiges Dahingleiten angesagt. Und bei flotten Kurvenfahrten blieben die Dynamik-Freuden ebenfalls hinter unseren Erwartungen zurück.

Einen deutlich besseren Kompromiss aus Komfort und Sportlichkeit bot uns der A6 mit konventionellen Stahlfedern in Kombination mit dem Sportfahrwerk und gewaltigen 20-Zoll-Rädern. Angesichts einer Fahrwerksabsenkung um 20 Millimeter und den riesigen Rädern ist überraschend viel Restkomfort geboten, werden kurze Stöße weitgehend sauber weggebügelt.

Bestens austariertes Standard-Fahrwerk

Galerie: Erster Test Audi A6Die Federung spricht zudem sehr feinfühlig an und fährt sich der Zweitonner im Kurvengetümmel wie auf Schienen. Trotz der schweren Dieselmaschine wirkte unser Test-A6 mit Sportfahrwerk nicht zu kopflastig, folgte sehr spontan und exakt den Lenkbefehlen. Fahrdynamisch überzeugen konnte das Leichtbau-Fahrwerk auch dank der geringen ungefederten Massen und einer sehr hohen Torsionssteifigkeit der Karosserie.

Wer allerdings auf das besondere Quäntchen Dynamik des Sportfahrwerks verzichten kann, sollte einfach das Standardfahrwerk ordern. Bereits hier bekommt man neben dem hohen Komfortniveau ein ausreichend dynamisch ausgelegten Unterbau. Auch störte hier kein Poltern oder Hoppeln und bei flotter Fahrt kamen keine Unsicherheiten auf. Da möchte man den A8-Kunden fast bedauern, denn dieser kann nicht zwischen verschiedenen Fahrwerks-Optionen wählen. Auf Gedeih und Verderb muss man beim A8 mit der Luftfederung Vorlieb nehmen. Ein Vorteil scheint dies nicht zu sein.

Bereits die Basis bietet einiges

Galerie: Erster Test Audi A6Bereits mit der 38.500 Euro teure Basisversion des Audi A6 bekommt man ein rundes Paket. Der Diesel ist ausreichend flott, das Basis-Fahrwerk überzeugt und auch die Ausstattung ist ordentlich. Elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, Licht- und Regensensor, 16-Zoll-Alus, Klimaautomatik, Multifunktions-Lederlenkrad, Tempomat und ein MMI-Radio sind bereits bei jedem A6 ab Werk dabei.

Spannend ist jedoch der Blick in die extrem lange Optionsliste. Hier findet sich nahezu alles, was auch für die Oberklasse verfügbar ist und das Autofahren angenehmer sowie sicherer macht. Wer sich für die 51.600 Euro teure Top-Version 3.0 TFSI entscheidet und dazu noch eine umfangreichere Ausstattung bestellt, landet leicht jenseits von 70.000 Euro. Auch preislich bewegt sich dann der A6 auf Oberklasse-Niveau. Bei 73.000 Euro startet die Preisliste des Audi A8.

Fazit

Wer den ganz großen Luxus möchte, braucht im Fall von Audi nicht mehr zum A8 greifen. Bereits der neue A6, der Ende März 2011 startet, bietet nahezu alles, was man sich von einer modernen Oberklasse wünschen kann. Entsprechend beeindruckt waren wir vom neuen Ingolstädter, der zudem so ziemlich alles besser als sein Vorgänger kann und auch den direkten Mitbewerbern BMW 5er und Mercedes E-Klasse das Leben künftig schwer machen dürfte.

Der neue A6 ist optisch attraktiver, leiser, leichter, sparsamer, dynamischer, geräumiger und komfortabler als sein Vorgänger. Zudem gibt es viele neue attraktive Techniken, Assistenzsysteme und Komfort-Optionen, für die Audi allerdings kräftig zur Kasse bittet. Wer viele Extras ordert, kann seinen A6 auch preislich locker in A8-Sphären treiben.

Galerie: Erster Test Audi A6

 
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