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Galerie: Erster Test Audi Q3

Erster Test: Audi Q3

Kleines Q-uwel

01.07.2011

Audi setzt unvermindert auf Wachstum. Wo immer sich Lücken im Portfolio auftun, werden diese sukzessive gefüllt. Jüngster Spross dieser Modelloffensive ist der Q3. Er rundet ab Herbst 2011 nach dem 2006 eingeführten Q7 und dem zwei Jahre später nachgereichten Q5 die noch junge Q-Familie nach unten hin ab. Technisch handelt es sich zwar um einen engen Verwandten des VW Tiguan, doch die Ingolstädter haben die VW-Gene gut kaschiert, wie wir auf einer ersten Ausfahrt erfahren konnten.

Optisch gibt sich der knapp 4,40 Meter kurze Q3 klar als Mitglied der Q-Familie zu erkennen, wirkt auf den ersten Blick wie ein geschrumpfter Q5. Doch ein direkter Vergleich offenbart auch Unterschiede: So hat der recht windschlüpfig gestaltete Q3 einen sechseckigen Single-Frame-Kühlergrill und ein besonders stark angeschrägtes Heck. Sehr markant sind außerdem die c-förmigen LED-Tagfahrlichter der optionalen Xenon-Scheinwerfer.

Mit diesen und vielen weiteren Extras kann man den Q3 zu einem individuellen, kleinen Juwel gestalten. Audi bietet diverse schicke Metallic-Außenfarben, kann man zudem zwischen einer Voll- oder Kontrastlackierung wählen und das ganz noch mit 16 bis 19 Zoll großen Leichtmetallrädern garnieren. Zudem steht ein 1.210 Euro teures Glas-Panorama-Schiebedach zur Wahl.

Galerie: Erster Test Audi Q3Auch für die Innenraumgestaltung dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Neben vielen verschiedenen Textil- oder Ledersitzbezügen sind verschiedene Interieursfarben und Dekor-Applikationen wählbar. Offenporiges Lärchenholz oder Aluminium mit 3D-Wabenstruktur – die Edelakzente sind bisweilen sogar exotisch.

Hightech-Kommandozentrale

Ebenso ist bei den Multimedia-Infotainment-Optionen und den Sicherheits-Features der Markt der Möglichkeiten enorm vielfältig. Das Super-Navi MMI Plus mit großen Farbdisplay kann um eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, eine Sprachsteuerung und einen Online-Zugang aufgerüstet werden. Mit Letzterem taugt der Q3 als W-Lan-Hotpsot und lassen sich im Navi Google-Earth-Kartenmaterial und Online-Verkehrsinfo einbinden. Sogar eine klanggewaltige Surround-Soundanlage von Bose mit dreizehn Lautsprechern, Zehn-Kanal-Verstärker und Subwoofer kann man ordern.

Selbstredend waren unsere Testexemplare weitgehend mit dem vollen Options-Programm vollgestopft. Was dabei besonders positiv aufgefallen ist: Obwohl der Q3 vom Tiguan abgeleitet wurde, bietet das sehr hochwertig verarbeitete Innere ein deutlich anderes Ambiente und eine andere Architektur als das Wolfsburger Pendant. Wer den Tiguan kennt, wird kaum etwas von ihm im Audi-Bruder wiederfinden.

Enges und weniger Enges

Galerie: Erster Test Audi Q3Ansonsten sitzt man im Q3 vorne auf perfekt anliegenden Sitzen recht kommod, ist das Platzangebot ordentlich. Positiv aufgefallen ist uns vor allem eine nicht mehr so wuchtige Mittelkonsole. Während bei anderen Audi-Modellen diese weit in die Fahrgastzelle reicht und zudem recht hoch baut, fühlt sich der Q3-Fahrer wesentlich weniger stark eingemauert. Ein neues, leichter wirkendes Lenkrad oder die nach oben in die Mittelkonsole gewanderte MMI-Bedieneinheit sind weitere Neuheiten des kleinen Allradlers, die wohl auch einen Ausblick auf das Interieur des kommenden A3 bieten dürften.

Beim Einstieg in den Fond sollte man etwas auf seinen Kopf achtgeben, denn hier engt die stark abfallende Dachlinie ein. Die Kniefreiheit im Fond ist hingegen gut. Das trifft auch auf das Platzangebot des Kofferraums zu, der normal 460 Liter schluckt und sich dank der einfach im Verhältnis 60 zu 40 umlegbaren Rückbank auf 1.365 Liter erweitern lässt. Die Durchladebreite beträgt immerhin 1.07 Meter, und dank der optional umlegbaren Beifahrersitz-Lehne lassen sich auch besonders lange Gegenstände in den Q3 einladen.

Zunächst zwei Diesel

Galerie: Erster Test Audi Q3Doch viel wichtiger als sein Alltagsnutzen ist das gehobene Fahrspaßniveau des Q3. Als Basismotorisierung kommt der hinlänglich bekannte und bewährte 2.0 TDI mit 140 PS zum Einsatz, der allerdings ausschließlich mit einem etwas traktionsschwachen Frontantrieb angeboten wird. Immerhin soll der Sprint unter zehn Sekunden dauern, die Höchstgeschwindigkeit knapp über 200 km/h liegen. Den Verbrauch gibt Audi mit lediglich 5,2 Litern an.

Alternativ gibt es den Diesel noch in einer 177-PS-Version, die in Zwangskombination mit Allradantrieb und dem Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe angeboten wird. Dank der 380 Newtonmeter marschiert der dann 1,7 Tonnen schwere Top-Diesel ganz ohne Traktionsprobleme heftig voran, schafft den 100-km/h-Sprint in knapp über acht Sekunden und wird bis zu 212 km/h schnell. Trotz dieser Fahrleistungen soll der Verbrauch bei sechs Litern liegen. Der Bordcomputer zeigte am Ende unserer Testrunde 7,4 Litern an.

Starke Benziner und RS-Ausblick

Galerie: Erster Test Audi Q3Ebenfalls mit Quattro-Antrieb und Doppelkupplung tritt das vorläufige Top-Modell 2.0 TFSI mit 211 PS an. Im Vergleich zum Starkdiesel erfreut der Benziner mit seidigerem Lauf und einem deutlich breiteren Drehzahlband. Letzteres wird man ausgiebig nutzen, will man besonders flott unterwegs sein, denn im Vergleich zum Diesel fehlt hier etwas Drehmoment von unten heraus. So ab 3.000 Touren ist dann richtig Dampf im Kessel und kann der Sprint auf Wunsch nur 6,9 Sekunden dauern, während der Vortrieb bei 230 km/h enden soll. Wermutstropfen: Der Normverbrauch soll bei 7,7 Litern liegen, laut Bordcomputer waren es bei gelassener Fahrweise rund um Zürich gut zwei Liter mehr.

Doch so richtig längsdynamische Gaudi hat uns ein Prototyp mit Fünf-Zylinder aus dem TT RS bereitet, der im Q3 so zwischen 300 und 310 PS leisten wird. Der akustisch im Vergleich zum TT RS noch recht zurückhaltende Highend-Q3 macht richtig Laune, fährt sich der immerhin gut 1,60 Meter hohe Allradler enorm handlich und wie auf Schienen. Wann genau die besonders dynamische Top-Version mit dem überaus potenten Turbobenziner in den Markt kommt, will Audi allerdings noch nicht verraten.

Kurven machen Laune

Galerie: Erster Test Audi Q3Kurviges Geläuf – hier präsentiert sich der Q3 in Topform, lässt sich mit seiner leichtgängigen elektromechanischen Lenkung sehr präzise und spontan ums Eck zirkeln, zeichnet sich durch geringe Wankneigung und ruhigen Geradeauslauf aus. Hilfreich ist zudem der Allradantrieb, der via elektronisch gesteuerter Lamellenkupplung von Haldex die Verteilung der Antriebskräfte geschickt und blitzschnell zwischen den Achsen variieren kann. Auf Bergstrecken ist also breites Grinsen beim Fahrer garantiert. Egal in welcher Motorversion: Der VW Tiguan fährt sich nicht so sportlich-lustbetont.

Mit 18-Zoll-Rädern und Standardfahrwerk ist man allerdings auf holprigem Untergrund etwas hoppelig unterwegs, gibt sich der Q3 beim Abrollen etwas steif. Empfehlenswert ist von daher das 980 Euro teure Dynamikfahrwerk, dass sich elektronisch geregelt auf die jeweiligen Bedürfnisse per Knopfdruck anpassen lässt. Im Comfort-Modus rollt der Q3 selbst auf besonders großen Rädern noch erstaunlich geschmeidig über Unebenheiten hinweg.

Heftige Preise

Galerie: Erster Test Audi Q3Das adaptive Fahrwerk ist übrigens nur eine von diversen Optionen, mit denen sich der Q3 attraktiver, komfortabler und sicherer ausstatten und damit der Preis in erschreckende Höhen treiben lässt. Während die Basisversion mit 140-PS-Diesel und reinem Frontantrieb rund 30.000 Euro kostet, werden für den 211-PS-Benziner mit Doppelkupplung und Allradantrieb mindestens 36.800 Euro fällig. Immerhin ein CD-Radio, einen Klimaanlage, sechs Airbags oder 17-Zoll-Alus gehören dann zur Serienausstattung. Ein paar Häkchen nur in der Optionsliste und der Preis klettert auf deutlich über 40.000 Euro, wer gehobenen Luxus wünscht, kann locker die 50.000-Euro-Marke mit seinem kleinen Q-uwel reißen.

Damit liegt der Q3 preislich übrigens in etwa gleichauf mit dem direkten bayerischen Mitbewerber BMW X1. Einige tausend Euro günstiger gibt es übrigens den Technik-Verwandten VW Tiguan. Eine besonders günstige Alternative kann der SsangYong Korando sein, der in der allradgetriebenen Top-Version mit 175-PS-Diesel und Vollausstattung für nur 28.000 Euro zu haben ist. Doch die vom Premium-Virus des Audi Q3 Infizierten dürften einem billigen Korea-Import wohl kaum eines Blickes würdigen.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Audi Q3   Audi Q3
    2.0 TDI quattro S tronic   2.0 TFSI quattro S tronic (211 PS)
Motor        
Hubraum (ccm) / Bauart   1.968 / R4   1.984 / R4
Leistung (kW / PS)   130 / 177   155 / 211
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   380 / 1.750 - 2.500   300 / 1.800 - 4.900
Antriebsart   permanenter Allrad   permanenter Allrad
Getriebeart   Sieben-Gang-Doppelkupplung   Sieben-Gang-Doppelkupplung
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.385 / 1.831 / 1.590   4.385 / 1.831 / 1.590
Radstand (mm)   2.603   2.603
Wendekreis (m)   11,8   11,8
Leergewicht (kg)   1.660   1.640
Kofferraum (Liter)   460 - 1.385   460 - 1.385
Bereifung Testwagen   235/555 R 17   235/555 R 17
Verbrauch        
Krafstoffart   Diesel   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,9 (mit Start-Stopp)   7,7
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   156 / Euro 5   179 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.   k .A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   8,2   6,9*
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.   k .A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.   k .A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   212   230
Preise        
ab (Euro)   36.800,00   36.800,00
Empfohlene Extras   Adaptives Fahrwerk (980 Euro), Xenonlicht (990 Euro)   Adaptives Fahrwerk (980 Euro), Xenonlicht (990 Euro)
 
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Fazit

Gut, edel, teuer – der Q3 ist ein echter und typischer Audi. Wer also nicht so sehr auf den Preis schauen muss und sich vielmehr an gehobener Qualität, einem gehobenen Fahrspaßniveau und feinem Luxus erfreuen möchte, der kann in dem rundum eindrucksvollen Q3 ein weiteres Objekt seiner Begierde finden.

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