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Galerie: Erster Test Audi Q5

Erster Test: Audi Q5

X3²=Q5

11.07.2008

Ein Walross tanzt den Schwanensee? Ein Hinkelsteinen wird Tennisball? Ein Offroader wird Kurvenräuber? Was eigentlich abwegig klingt, hat BMW mit dem X3 vorgemacht. Starke Motoren, straffer Unterbau und eine direkte Lenkung relativieren üppige Pfunde und Hochbau. Jetzt prescht auch Audi mit einem mittelgroßen SUV in die lustbetonte Tempozone – agiler als alle anderen zuvor.

Rasanz ist für Audi seit einiger Zeit ein besonderer Schwerpunkt. Unter anderem mit R8 oder RS6 haben die Ingolstädter beeindruckende Ausrufezeichen der sportlichen Mobilität gesetzt. Und auch der neue Allradler unterhalb des mächtigen Q7 soll sich in diese Richtung bewegen. Ein erster Garant hierfür sind starke Motoren. Drei solcher Kraftwerke stellt Audi zum Marktstart im Spätherbst zur Wahl.

Effizient und stark

Den Einstieg markiert der bekannte Zweiliter-Common-Rail-Diesel in der 170-PS-Version, kombiniert mit Sechsgang-Schaltgetriebe. Beim mehr als 1,7 Tonnen schweren Q5 reicht dies bereits für respektable Fahrwerte: 9,5 Sekunden im Sprint und 204 km/h Spitze sind drin. Der Durchzug sorgt für gehobene Fahrfreuden, die Dieselakustik bleibt dezent. Wie auch der Verbrauch: 6,7 Liter gibt Audi an. Während unseres Erstkontakts zeigte der Bordcomputer einen üblichen Praxisaufschlag: 8,8 Liter.

Galerie: Erster Test Audi Q5Ebenfalls ein Zweiliter-Vierzylinder ist der 2.0 TFSI. Mit Benzindirekteinspritzung und Turboaufladung generiert dieses Aggregat 211 Pferdestärken und 350 Newtonmeter Drehmoment. Entsprechend mobil wird damit der Q5: 7,2 Sekunden dauert der Sprint, 222 km/h sind maximal möglich. Kombiniert wird das besonders kultivierte und starke Aggregat mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, welches sowohl bei Komfort, Effizienz und Schaltzeiten referenzverdächtig ist. Mit 8,5 Litern ist außerdem der Verbrauch auf erfreulich niedrigem SUV-Niveau.

Vorläufiger Vortrieb-Höhepunkt ist ein Dreiliter-TDI mit sechs Zylindern. 240 PS und 500 Newtonmeter Drehmoment verkürzen die Sprintzeit auf 6,5 Sekunden, der Vortrieb endet bei 225 km/h. Trotz dieser Fahrwerte: Der Verbrauch soll sich bei 7,5 Litern einpendeln, vorausgesetzt man bewegt den Wagen verhalten.

Hybrid-Q5 kommt

Galerie: Erster Test Audi Q52009 wird Audi für den Q5 noch einen Sechszylinder-Benziner mit 270 PS nachreichen. Weitere Antriebsvarianten sind geplant. Ebenfalls noch 2009 dürfte ein Hybrid-Q5 antreten. Zuvor könnten noch schwächere und sparsamere Motorisierungen kommen. Der Q5 ist technisch ein enger Verwandter des A4 und könnte weitere Motoren dieser Baureihe erhalten.

Für reichlich Längsdynamik ist zumindest zum Marktstart gesorgt. Doch kann das 1,7 Meter hohe Dickschiff die seitlichen Fliehkräfte derart relativieren, dass es dem Fahrer ein Grinsen aufs Gesicht zaubert? Es zaubert und dazu noch ein ziemlich breites Grinsen. Der 2,8 Meter lange Radstand sorgt für einen besonders ruhigen Geradeauslauf. Dennoch fühl sich der Wagen auch sehr handlich an. Mit direkter, präziser Lenkung, steifer Karosserie sowie geringer Seitenneigung in schnellen Kurven bietet das konventionelle Stahlfahrwerk fahrdynamisch bereits großes Kino. Der mittlerweile betagte X3 dürfte hier wohl seinen Meister gefunden haben. Zumindest vorläufig setzt sich der Q5 an die Pole. Mit dem Start des Mercedes GLK Ende 2008 oder der zweiten X3-Generation ab 2010 könnte dies wieder anders aussehen.

Viel Technik für viel Fahrspaß

Galerie: Erster Test Audi Q5Trotz hoher Dynamik ist der Q5 keine Verzichtserklärung beim Komfort. In Kombination mit selbst mit 18 Zoll großen Felgen waren auch auf schlechten Straßen keine harten Schläge zu spüren, nervte der Wagen nicht mit nervösem Gehoppel. Wer einen noch perfekteren Spagat aus Sport und Komfort wünscht, sollte Drive Select in Kombination mit dem adaptivem Fahrwerk ordern. Hier kann der Fahrer per Knopfdruck zwischen einer komfortbetonten und einer besonders sportlichen Einstellung wählen. In der Stellung Sport werden Fahrwerk und Lenkung spürbar härter und die Gänge im DSG länger ausgedreht. Hat man zusätzlich noch die Dynamiklenkung bestellt, verkürzen sich außerdem noch die Lenkwinkel und lässt sich der Wagen leichter durch schnelle und enge Kurven zirkeln.

Und der Q5 hat noch ein fahrdynamisches Ass im Ärmel: den Allradantrieb Quattro. Dieser sorgt für stets hohe Traktion, was vor allem beim Beschleunigen aus Kurven viel Freude bereitet. Im Normalfall gelangen 40 Prozent der Kraft an die Vorderräder. Der Antrieb ist also leicht heckbetont ausgelegt. Je nach Bedarf variiert die Kraft vorne zwischen 15 und 65 Prozent. Die Kraftverteilung geschieht blitzschnell und kaum spürbar. Spürbar ist vielmehr das permanent hohe Gripniveau. Kommen Traktion oder Haftung an Grenzen, hilft ein komplexes Regelsystem mit ESP für optimales und sicheres Vorankommen. Das serienmäßige Stabilitätsprogramm kann in einem toleranteren Modus auf Schotterpisten für ein hohes Drift- und Spaßniveau sorgen.

Mag es auch dreckig

Galerie: Erster Test Audi Q5Neben der schnellen und sicheren Kurvenfahrt sorgt der Allrad auch im Gelände für ein Traktionsplus. Seichte Offroad-Passagen dürfte der Q5 angesichts von 20 Zentimeter Bodenfreiheit, 50 Zentimeter Wattefe, 31 Grad Steigfähigkeit und 25 Grad Böschungswinkel an Front und Heck locker meistern. Das Offroad-ESP und eine elektronische Bergabfahrhilfe gehören zu den serienmäßigen Regelsystemen. Mit dieser Technik hat der Q5 zwar etwas Abenteuerpotenzial, ein beinharter Offroader ist er aber nicht. Wer möchte, kann die Offroad-Kompetenz des Q5 optisch betonen. Ein spezielles Styling-Paket schlägt beim 2.0 TDI allerdings mit 3.600 Euro zu Buche.

Diverse Möglichkeiten der Individualisierung bietet auch der geräumige Innenraum des Q5. Die Testfahrzeuge waren mit allem erdenklichen Schnickschnack vollgestopft. Neben Highend-Navi und gediegener Lederlandlandschaft sorgen hier Holz- und Aluschmuck für ein wohnliches wie komfortables Ambiente. Die Basisvariante kommt etwas nüchterner daher. Doch Funktionalität, Anmutung und Verarbeitungsqualität werden auch hier recht hoch sein.

Viel Platz in schicker Hülle

Galerie: Erster Test Audi Q5Für ein besonders gutes Raumgefühl kann das riesige, elektrisch öffnende Glaspanoramadach (1.350 Euro) sorgen. Selbst ohne Glasdach ist das Platzangebot im Allrad-Audi vorne erhaben. Auch hinten sitzen zwei Erwachsene mit guter Kopf- und Kniefreiheit. Auf der Rückbank gibt es zwar einen mittleren Sitz, der allerdings aufgrund des mächtigen Kardantunnels so gut wie keinen Fußraum bietet. Die im Verhältnis 40:20:40 umlegbare Sitzreihe ist gegen 200 Euro Aufpreis noch um zehn Zentimeter in Längsrichtung verschiebbar. Das normal 540 Liter große Gepäckabteil kann mit kurzem Handgriff vom Heck aus auf maximal 1.560 Liter erweitert werden. Das sind zwar keine Spitzenwerte, dafür ermöglicht die optional umklappbare Beifahrerlehne den Transport auch besonders langer Gegenstände.

Galerie: Erster Test Audi Q5Die Ausstattungsliste bietet eine große Bandbreite an Verschönerungsmöglichkeiten der Außenoptik. Das hat der Q5 nicht mal nötig, ist er doch eine grundsätzlich ansehnliche Erscheinung. Seine Silhouette weist zwar Ähnlichkeiten mit Cayenne oder X3 auf, ansonsten erkennt man den Q5 klar als Audi: Der riesige Single-Frame-Kühlergrill, die hohe und durchgehende Schulterlinie und der coupéhafte Dachverlauf kennt man bereits von anderen Modellen der Marke. Optisch handelt es sich aber nicht um einen Mini-Q7. Unter anderem charaktervolle Front- und Heckleuchten und einer in die Flanken verlaufenden Heckklappe geben ihm ein eigenständiges Erscheinungsbild. Die Außenhaut ist windschlüpfrig und lässt den über 4,6 Meter langen SUV zudem kompakt wirken, was seinen dynamischen Anspruch zusätzlich unterstreicht.

Premium-Preise

Galerie: Erster Test Audi Q5Den Q5 positioniert Audi nicht nur sportlich sondern zugleich als luxuriöses Premium-Fahrzeug. Das schlägt sich selbstredend im Preis nieder. Mit dem 170-PS-Diesel sind bereits in der Basis 38.300 Euro gefordert. Ein besonders günstiger Einstieg in die SUV-Welt ist der Q5 damit nicht. Immerhin ist die Serienausstattung umfangreich. Aluräder, Klimaautomatik, Audiosystem und vieles mehr gibt es ab Werk dazu. Die Ausstattungsmöglichkeiten sind zudem sehr umfangreich. Wer etwas mehr Luxus wünscht, kann den Preis locker auf 50.000 Euro treiben.

Im Vergleich zu den direkten Mitbewerbern ist der Q5 preislich gut aufgestellt. Der X3 mit 177-PS-Diesel kostet knapp 38.000 Euro, bietet allerdings weniger Ausstattung als der Audi. Der Mercedes GLK wird mit etwa ähnlicher guter Ausstattung plus Automatik etwas über 40.000 Euro mit 170-PS-Diesel zu haben sein.

Fazit

Ziel erreicht: Audi bringt mit dem Q5 den derzeit dynamischsten mittelgroßen SUV auf den Markt. Der Q5 fährt sich zugleich noch sehr komfortabel. Komfort und Platz bietet der Allradler auch sonst reichlich. Passend dazu ist die Verarbeitung auf hohem Niveau. Die Motoren sind stark, ohne ungebührlich durstig zu sein. Wer will kann mit dem Audi auch ins Gelände. Für all die Technik scheint der Preis des Gebotenen angemessen.

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