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Galerie: Erster Test Audi Q7 V12 TDI

Erster Test: Audi Q7 V12 TDI

Das etwas andere Kraftwerk

16.09.2008

Da versuchen die meisten Automobilhersteller sparsamere, leichtere und effizientere Autos zu bauen und Audi zelebriert mit Macht den Gegentrend. Die Ingolstädter bringen mit dem Q7 V12 TDI den stärksten Pkw-Dieselmotor – weltweit.

Eigentlich geht es in diesem Erstkontakt nur um den Motor, denn das Fahrzeug selbst ist ja keineswegs neu. Vorweg erlauben wir uns nur einige wenige allgemeine Worte zum Q7.

Gut aufgestellt

Der erste Geländewagen der Ingolstädter wurde 2006 präsentiert und reiht sich in Deutschland seitdem meist unter den fünf Besten der SUV-Verkaufsliste ein. Der Q7 ist mit zwei Metern Breite und über fünf Metern Länge einer der Größten im Segment. Unter den Q7-Modellen gibt es bislang zwei Benziner mit 280 und 350 PS sowie zwei Diesel. Der 3.0 TDI leistet 240 PS und ist damit der schwächste Motor im Programm. Gleichzeitig ist er aber auch der Topseller, da er am wenigsten unvernünftig ist und den schweren Wagen dennoch souverän bewegt. Als Top-of-The-Line-Modell bietet Audi den 4.2 TDI mit V8-Power-Diesel und 326 PS an. Das Drehmomentmonster stemmt 760 Newtonmeter auf die Kurbelwelle und ist ab 71.000 Euro zu haben. Damit hätte die Q7-Geschichte eigentlich enden können. Doch weit gefehlt: Ab sofort ist der Audi Q7 mit dem weltweit stärksten Pkw-Dieselmotor erhältlich.

V12 TDI

Galerie: Erster Test Audi Q7 V12 TDI Der Q7 V12 TDI mit 500 PS und 1.000 Newtonmetern Drehmoment ist auf den ersten Blick ein absolut sinnfreies Automobil. So setzt der Sechsliter-TDI den Q7 dermaßen unter Druck, dass man meint, die Fuhre reißt es in Stücke. Unter einer Klangkomposition aus markerschütterndem Grollen und schabend schnaufendem Fauchen läutet nach nur 5,5 Sekunden der Gong – die 100 km/h wurden vom Stand weg überspurtet. Auch Zwischenspurts sind extrem kurzweilig. Erst bei Tacho 280 ist Sense, das entspricht echten 250 km/h und ist elektronisch limitiert. Auf der Autobahn werden Vorausfahrende schon von Weitem mit der Bugwelle aus Wind, die der Q7 aufwirft, zur Seite geschwemmt. Anders kann man sich eine so freie linke Spur ohne aggressives Zutun des Fahrers nicht erklären.

Riesengetriebe

Galerie: Erster Test Audi Q7 V12 TDI Diese ultimative Vorstellung gelingt mithilfe des Sechsstufen-Automatikgetriebes, das im Antriebsstrang Lkw-Dimensionen erreicht hat. Klar, 1.000 Newtonmeter – die übrigens elektronisch begrenzt sind – müssen irgendwie verkraftet werden. Und da liegt die Krux dieses unglaublichen Pakets. Egal bei welcher Geschwindigkeit, die Überbrückungskupplung des Wandlerautomats ist ständig im Einsatz um den Antriebsstrang zu schonen. Selbst bei 100 km/h lässt die Sechsstufen-Automatik noch Schlupf zu und signalisiert damit, dass das gerade abverlangte Drehmoment zu viel ist. Dem Papier nach liegen die 1.000 Newtonmeter ständig zwischen 1.750 und 3.250 Umdrehungen an. Das Ergebnis: Das Fahren mit dem Ungetüm wirkt hektisch, unharmonisch und nicht Luxus-like; zudem ist der Diesel in jedem Geschwindigkeitsbereich hörbar. Daher ist unserer Meinung nach der 4.2 TDI der bessere Powerdiesel. Er ist akustisch wie optisch zurückhaltender.

Der Verbrauch

Galerie: Erster Test Audi Q7 V12 TDI Erstaunlich ist der Verbrauch des Zwölfzylinders. Nach Norm soll er sich nur 11,3 Liter genehmigen. Und das „nur“ ist tatsächlich berechtigt. Denn der V8-TDI benötigt im gleichen Zyklus 11,1 Liter. Betrachtet man den Markt, ist kein Power-SUV mit ähnlicher Leistung in der Lage, dem Wenigsäufer Q7 V12 TDI das Wasser zu reichen. Der Porsche Cayenne Turbo, ebenfalls mit 500 PS gesegnet, braucht laut Hersteller 14,9 Liter Superplus. Der Mercedes ML 63 AMG mit 514 PS benötigt für seine Brennraumbefüllung gar 16,5 Liter und selbst ein ML 500 mit nur 388 PS muss mit mindestens 12,8 Litern gefüttert werden, um 100 Kilometer weit zu kommen.

Da kann man den Herren in Ingolstadt gratulieren. Helfen sie doch, abnehmende Ressourcen zu schonen. Aber mal ehrlich: Die wenigen Super-SUVs erübrigen die Diskussion über Sinn und Unsinn solcher Fahrzeuge. Es gibt eben eine kleine Anzahl zahlungswilliger Kunden, die immer das Neueste, Beste, Stärkste und Teuerste haben wollen.  

Fette Straßenlage

Galerie: Erster Test Audi Q7 V12 TDI Damit diese Kundschaft vollends befriedigt wird, verpassten die Audi-Ingenieure dem V12-Diesel eine beängstigend gute Straßenlage. Selbst bei Topspeed kommt nie Unruhe in den Fahrzustand. Dafür zeichnet die von Haus aus straffe Luftfederung verantwortlich. Wer hier eine Luft-Sänfte erwartet, liegt falsch. Die Adaptive Air Suspension lässt für ein derart schweres Fahrzeug immense Kurvengeschwindigkeiten zu. Jedoch merken die Insassen spätestens beim Jaulen der 295er-Reifen, dass die Haftgrenze nicht mehr allzu fern ist.

Sonstige Veränderungen

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Wie bereits erwähnt, man sieht dem V12 TDI seine Potenz schnell an. Geänderte Front, muskulösere Flanke und eigenständige Abgasblenden am Heck; alles sieht nach Bodybuilding aus. Hinter den 20-Zoll-Alufelgen verbergen sich vorne 420 Millimeter große Keramikbremsscheiben (das ist Weltrekord), die von einer  Achtkolbenanlage in die Zange genommen werden. Hinten ergänzen Vierkolben-Pendants die Energievernichter-Einheit. Vollbremsungen werden auch aus höchsten Geschwindigkeiten lässig gemeistert – kein Rubbeln und kein Vibrieren, nur massive Verzögerungen.

Innen bleibt übrigens alles beim Alten und man erkennt hier nicht den wahren Charakter des V12-Monsters. Soll heißen: Herkömmliches Multifunktionslenkrad, normale Sportsitze und vor allem noch immer billige Plastik-Schaltpaddles.  Hier hätte man bei einem gut 130.000 Euro teuren Audi schon mal Aluminium verwenden können – wie übrigens bei den Spiegelkappen auch. Ansonsten sind alle Notwendigkeiten serienmäßig an Bord. Allerdings kosten Nettigkeiten wie das Kurvenlicht 410 Euro, die Freisprecheinrichtung 300 Euro und der digitale Radioempfang DAB 450 Euro. Lane Assist und der bei diesem Fahrzeug eigentlich überflüssige Side Assist, der vor Verkehrsteilnehmer im Toten Winkel warnt, kosten 525 beziehungsweise 600 Euro – aber wer soll sich da denn aufhalten.

Fazit

Brutal!

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