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Galerie: Erster Test Audi Q7

Erster Test: Audi Q7

Schneetreiber

14.02.2006

Spät, dafür umso heftiger, stürmt Audi in den SUV-Markt. Der lange angekündigte Audi Q7 rollt im März zum Händler, weshalb wir die V8-Topversion zu einem ersten Test gebeten haben. Und schnell wird klar: Die Konkurrenz sollte sich warm anziehen.

Dem Audi Q7 eilt seit der IAA der Ruf voraus ein kaschiertes Dickschiff zu sein, dem man die Größe gar nicht anmerkt. Wenn man sich jedoch die Karosserie ansieht, stellt man bald fest, dass sich über 5 Meter Außenlänge nicht wirklich verstecken lassen - wo auch...

Nordwand

Galerie: Erster Test Audi Q7Zudem gibt sich die Q7-Front nicht nur Audi-typisch dominant, sondern geradezu monströs, wie die Eiger-Nordwand. Der vor mir stehende Q7 4.2 quattro V8 FSI steht auf Winterreifen der Dimension 275/40-20 (€ 1.860), die die großen Radhäuser gerade ausfüllen. Solche Reifen waren vor wenigen Jahren noch Konzeptstudien vorbehalten, jetzt scheinen sie das Minimum für ein Serienfahrzeug zu sein. Ein daneben stehender TDI mit 235er Reifen auf 18-Zoll Felgen sieht geradezu schmalbrüstig aus...

Listenpreise

Galerie: Erster Test Audi Q7Mein Testexemplar (Grundpreis knapp € 65.000) würde mit etwa 85.000 Euro in der Preisliste beim Händler stehen. Mit einer Portion gestiegenem Respekt nehme ich also den Innenraum in Augenschein, der einige der schönsten Sachen der Aufpreisliste an Bord hat. Zwei Einzelsitze mit Mittelkonsole in der zweiten Sitzreihe (€ 1.630) etwa und das 1,7 Meter lange Panoramadach (€ 1.850) sind die wichtigsten Zutaten. Nicht zu vergessen die dritte Sitzreihe für (€ 980) und die mehrfach verstellbare Luftfederung mit Offroad-Modus (€ 2.510).

Das Cockpit gibt sich so, wie wir es vom A6 bereits gewohnt sind. Übersichtliche Armaturen und ein handliches Lenkrad dominieren den Fahrerplatz. Wie auch sein Beifahrer, kann er sich über mangelnden Kopfraum nicht beklagen, trotz tief bauendem Schiebedach. Man sitzt recht hoch im Q7, nicht so eingelullt wie in den anderen Audis. Das ist gut so, denn es steigert die Übersichtlichkeit des großen Wagens - zumindest subjektiv. "Command-Position" nennt man das bei Audi und auch anderswo.

Innen fest...

Galerie: Erster Test Audi Q7Alles ist gewohnt fest und hochwertig, allein die schicken Alublenden der Luftaustritte spiegeln sich sogar tagsüber in den daneben liegenden Seitenfenstern. Die Hintensitzer haben zunächst keine Zeit sich über die Festigkeit oder die Verarbeitung Gedanken zu machen, sie streiten sich darum, wer ganz nach hinten muss. Denn erstens kommt man da (trotz "easy-entry") schlecht hin, zweitens ist es dort eng und drittens finden sich die besten Sitze an Bord in der zweiten Reihe: Mittelkonsole und Beinfreiheit verbreiten Maybach-Atmosphäre, man sitzt bequem und hell unter dem auch hinten ausstellbaren Glasdach.

...und flexibel

Je nach Einsatzzweck lassen sich die hinteren vier Sitze, bequem herumfalten. Die von Audi versprochenen 28 verschiedenen Varianten habe ich jedoch nicht versucht nachzumachen. Alle Sitze klappen einfach mit der Lehne nach vorne und bieten einen ebenen, bis zu 2.035 Liter großen Gepäckraum. Ohne dritte Sitzreihe sind es 775 Liter, mit bleiben 330 Liter übrig.

Groß und leicht

Galerie: Erster Test Audi Q7Doch mehr noch als mit seinem gelungenen Innenraumkonzept soll der Ingolstädter Big-Mac im Fahrbetrieb zeigen, dass er ein Meilenstein in Sachen SUV ist.

Tatsächlich bemerkt man schon auf den ersten Metern und nach den ersten Kurven, dass man ein wirklich fahraktives Auto bewegt. Das liegt zum einen am vergleichsweise geringen Gewicht: 2,2 Tonnen sind für einen souverän ausgestatteten und 350 PS starken Fünfmeter-Koloss ein guter Wert.

Galerie: Erster Test Audi Q7Doch auch durch das kleine Lenkrad mit der straff ausgelegten, geschwindigkeitsabhängig arbeitenden Servolenkung ergibt sich subjektiv ein sehr handliches Fahrverhalten, durch seine direkte Übersetzung viel Präzision. Über Land und auf der Autobahn fühlt man sich mit dem 1,98 Meter breiten Dickschiff gut aufgehoben.

Der drei Meter lange Radstand trägt dort seinen Teil zum souveränen Geradeauslauf bei. Dynamischere Fahrstile werden durch ein Absenken der Karosserie je nach gewählter Fahrwerkscharakteristik und Geschwindigkeit um 1,5 (ab 120 km/h und im Dynamic-Modus) beziehungsweise drei Zentimeter ab Tempo 160 unterstützt

Abwegig

Noch ein anderes Extrem musste der Q7 absolvieren: Seine Eignung abseits befestigter Wege. Dafür haben die Audi-Techniker dem ESP einen weiteren Modus verpasst, der größeren Schlupf an den Rädern sowie ein anderes Ansprechverhalten des ABS ermöglicht und vor allem eines bewirkt: gesteigerten Fahrspaß mit Sicherheitsnetz.

Galerie: Erster Test Audi Q7Im Tiefschnee jedoch ist dieser Modus - ebenso wie in Sanddünen - absolute Voraussetzung fürs Fortkommen. In Verbindung mit dem hecklastig ausgelegten Quattro-Antrieb ergibt sich viel Driftpotenzial, doch das Offroad-ESP duldet diese Spielerei nur bis 80 km/h.

Die Luftfederung ist auch abseits der Teerstraßen von Vorteil, wenn sie via MMI-Knopf den Wagen im Offroad-Modus zweieinhalb Zentimeter höher sitzen lässt. Für gemeine Krabelleien bei niedrigen Geschwindigkeiten, Wasserdurchfahrten oder Bergungsmanöver stehen nochmals plus 3,5 Zentimeter mehr Luft unterm Bauch zur Verfügung.

Mit der damit erreichbaren maximalen Bodenfreiheit von 24 Zentimetern, dem kleinen vorderen Überhang und dem selbstsperrenden Torsen-Differenzial kommt der Q7 erstaunlich weit im Gelände. Der lange Radstand jedoch setzt ihm auch wieder Grenzen, die die Brüder Touareg und Cayenne nicht kennen.

Tod dem toten Winkel

Eine der besten Neuerungen jedoch kommt im Audi Q7 erstaunlich unspektakulär daher: der Überholassistent "side-assist plus (€ 550). Im Q7 blicken Radarsensoren nämlich auch nach hinten und halten die rechte und linke Fahrspur "im Auge". Nähert sich nun ein Auto, leuchtet am entsprechenden Außenspiegel eine gelbe Lampe auf, wie um zu sagen "Obacht, schau mal in den Rückspiegel".

Galerie: Erster Test Audi Q7Sieht der Fahrer dort aber nichts, weil der herannahende gerade im toten Winkel ist, warnt das System bei gesetztem Blinker mit flackerndem Gelb. Das funktioniert genau so unspektakulär wie gut, nichts muss aktiviert oder eingestellt werden, man weiß intuitiv, dass etwas nicht stimmt und reagiert entsprechend. Allein Blinkmuffel werden umdenken müssen.

Fazit

Ein überzeugender Allrounder ist der Q7 geworden, die Ingenieure haben ganze Arbeit geleistet, damit sich der Riese wie ein Zwerg anfühlt.

Dennoch bleibt der Q7 ein sehr großes Auto, mit den entsprechenden prinzipiellen Nachteilen. Unser 350 PS Testwagen war zwar flott motorisiert, erreichte jedoch die angegebene Vmax von knapp 250km/h nicht und Tempo 220 nur schleppend. Erschreckender noch war die Reichweite des 100 Liter Tanks, der vor Ablauf der 350 km-Teststrecke nachgefüllt werden musste - das passierte uns bisher nur einmal. Aber zugegeben: Ein Testverbrauch (zumal im Tiefschnee) ist allemal Praxisfern.

Den motorischen Einstieg bietet ab 48.900 Euro der 3-Liter TDI (233 PS und 500 Newtonmeter) der mit einem Normverbrauch von 10,5 Litern angeben ist (V8: 13,6) und somit im Alltag mit etwa 12 Litern zu bewegen wäre.

So ist der Q7 eine willkommene Alternative. Sicher wird er im Revier des Touareg wildern, ebenso beim Bruder Cayenne, denen er vor allem die dritte Sitzreihe voraus hat. Bei Mercedes sind mit M, R- und GL-Klasse gleich drei Konkurrenten auszumachen, aus München kommt Ende 2006 der gewachsene X5.

Die SUV-Oberklasse bleibt also spannend, bis der nächste Kampfplatz aufgemacht wird: Einen kleineren Q5 gegen den erfolgreichen X3 zu positionieren, wäre für Audi ein logischer Schritt.

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