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Galerie: Erster Test Audi R8 5.2 FSI

Erster Test: Audi R8 5.2 FSI

Zehnsationell

03.02.2009

Für Audi war 2008 trotz aufkommender Wirtschaftskrise ein extrem erfolgreiches Jahr. Neue Verkaufsrekorde wurden von einer Expansions- und Trophäenflut begleitet. Megastar war der R8, den etwa die AutoScout24-Nutzer zum „Beliebtesten Auto in Europa“ kürten (...mehr). Diesem Triumphzug wird der im Frühjahr startende R8 mit V10 neuen Vortrieb geben, denn der 525 PS starke 5.2 FSI Quattro ist Faszination pur – wie wir bereits erfahren durften.

Der optische Unterschied des 5.2 FSI Quattro zum nunmehr zwei Jahre alten V8 ist für den Laien wenig augenfällig. Nur Kenner dürften anhand der serienmäßigen Voll-LED-Scheinwerfer, speziellen 19-Zoll-Felgen, riesigen ovalen Auspuffendrohren und einer Heckschürze in Diffusor-Optik erkennen, dass hier die neue Zehnerpotenz posiert. Neben diesen optischen Modifikationen kündet noch ein dezenter V10-Schriftzug an den vorderen Kotflügeln von Extra-Power.

V10 prangt in Chromlettern auch gut sichtbar auf dem mächtigen Mittelmotor. Dieser präsentiert sich eindrucksvoll unter der großen Glasscheibe der Heckklappe. Statt von Plastikverschalung versteckt, inszeniert Audi den Zehnzylinder wie ein edles Sammlerstück in einer Vitrine. Das weitgehend freigelegte Technikwunder wird von viel Karbon stilvoll eingerahmt.

Der perfekte Innenraum

Galerie: Erster Test Audi R8 5.2 FSIDer nur dezent sportlich gestaltete Innenraum gefällt vor allem mit hohem Wohlfühlambiente. Für Sportwagen-Flair sorgen Alu-Pedale, ein unten abgeflachtes Lenkrad und gut konturierte Sitze. Auf der anderen Seite bietet die flache Flunder einen bequemen Einstieg, ein üppiges Platzangebot und schicke Luxusmaterialien. Faszinierend ist die Harmonie, die sich in fast jedem Detail widerspiegelt. Der geschmackvoll aufeinander abgestimmte Wechsel von Kunst- und Naturstoffen korrespondiert mit einer perfekten Anordnung und Haptik der Instrumente und Schalter.

Statt peinlicher Karbonorgien oder gewagter Farbexperimente dominieren in unserem Testwagen mattes Schwarz und helles Grau. Einige wenige schwarze Plastikteile in Hochglanzoptik und Alu-Applikationen setzen ein ausgewogenes Maß an Edel-Akzenten. So manches Teil im Innenraum ist aus Audis Großserienbaukasten bekannt. Selbst beim exklusiven R8 macht die Gleichteilepolitik keine Ausnahme.

350-km/h-Skala gut im Blick

Galerie: Erster Test Audi R8 5.2 FSIEin allein dem R8 vorbehaltenes Bauteil ist der faszinierende Gangwahlhebel aus Vollalu. Die mitlenkenden und gut zur Hand liegenden Schaltwippen hinterm Lenkrad sind hingegen aus Plastik, erfreuen aber dennoch mit einem exakt definierten Druckpunkt. Überhaupt: Das Rasten der Drehschalter, das Klicken der Druckknöpfe … in nahezu jedem Detail erlebt man den R8 als vollkommen.

Extrem gut sichtbar sind die kristallklar leuchtenden Anzeigen im Armaturenträger. Mit insgesamt sechs Rundinstrumenten und drei Digitaldisplays wirkt das Ensemble zwar leicht überfrachtet. Doch die wichtigste Information, den Zeiger auf der 350-km/h-Skala, hat man immer gut im Blick.

Dreht bis achteinhalb

Galerie: Erster Test Audi R8 5.2 FSIDie Rundskala des Drehzahlmessers endet bei 10.000 Touren, erst bei 8.500 beginnt der rote Bereich. Beim Erreichen dieser Grenze wechselt das automatisierte Schaltgetriebe, die R-Tronic, ungefragt in den nächsten Gang. Im Sportmodus bleibt der Motor im Begrenzer und ist deshalb ein manueller Gangwechsel nötig. Diesen vollzieht der Automat übrigens besser als im Achtzylinder-R8. Zumindest das Schaukeln des Fahrzeugs beim Hochschalten fällt nun spürbar geringer als bei den ersten Exemplaren. Optimal wäre ein R8 übrigens mit Doppelkupplungsgetriebe, doch ist Audi die Entwicklung eines solchen Getriebes für einen Mittelmotor noch zu teuer.

Wie schon zuvor im R8 4.2 FSI, so erlebten wir auch mit dem V10 das sprichwörtliche „Fahren wie auf Schienen“ so überzeugend wie in keinem Auto zuvor. Sehr präzise folgt das Kraftpaket den Lenkvorgaben. Das Volant liegt optimal zur Hand, die Lenkung fühlt sich für einen Audi-Sportwagen fast schon schwergängig an und ist damit für einen Supersportler eigentlich genau richtig dosiert.

Hightech-Chassis

Galerie: Erster Test Audi R8 5.2 FSIDer Unterbau des R8 wurde für sportliches Fahren auf höchstem Niveau konzipiert. Das Mittelmotor-Layout sorgt für eine nahezu ideale Gewichtsverteilung auf den Achsen von 44 zu 56 Prozent. Den Straßenkontakt beim R8 V10 stellen 19-Zoll-Leichtmetallräder mit 235/35er-Reifen vorn und 295/30er-Pneus an der Hinterhand her. Souveräne Verzögerungsarbeit leisten 380er-Scheiben und Achtkolben-Zangen vorn sowie 356er-Scheiben und Vierkolben-Zangen hinten. Gegen Aufpreis lässt sich der V10 auch mit einer Keramikbremsanlage aufrüsten.

Als angenehm komfortabel und feinfühlig erlebten wir die Federung. Dank des serienmäßigen Magnetic-Ride-Fahrwerks wird die Federung auf Knopfdruck spürbar härter. Dabei bremsen Magnetpartikel im Öl der Stoßdämpfer durch Anlegen einer elektrischen Spannung den Öl-Durchfluss durch Ventile. Die Alu-Spaceframe-Karosserie ist sowohl extrem leicht als auch steif. Hier wankt nichts, eiert nichts, knarrt nichts. Nur bei langsamer Fahrt über grobe Bodenwellen schwingt der Wagen etwas nach.

Fast immer Grip

Galerie: Erster Test Audi R8 5.2 FSIIm Kurvengetümmel überzeugt das R8-Fahrwerk mit einer spielerisch einfachen und unkomplizierten Art. Das nahezu narrensichere Handling kann jeder sofort verstehen und erübrigt für Neukunden einen Fahrerlehrgang. Sehr exakt und transparent werden die Befehle der perfekt verhärtenden Lenkung umgesetzt. Die Flunder saugt sich förmlich in jede Biegungen und durchpfeilt mit eingeschaltetem ESP extrem schnell die Kurven.

Erst wenn man auf nasser Straße richtig Vollgas gibt und die Vorderräder vielleicht noch leicht eingelenkt sind, fängt der Wagen an zu Gieren. Eine Übersteuerungstendenz wechselt blitzschnell in ein leichtes Untersteuern, doch ESP und Quattro-Antrieb sorgen dafür, dass umgehend ein Höchstmaß an Grip aufgebaut wird und der Wagen selbst bei widrigsten Straßenverhältnissen mächtig anzieht.

Quattro-Heckmeck

Galerie: Erster Test Audi R8 5.2 FSIDie Auslegung des Allradantriebs qualifiziert den R8 übrigens fast schon zum Hecktriebler, jedoch mit vergleichsweise ausgeprägten Grip-Vorteilen. Maximal 35 Prozent der Kraft werden an die Vorderräder geschickt. Dank seiner mindestens 65-prozentigen Hinterachs-Power lässt sich relativ problemlos ein Heckdrift einleiten.

Eindrucksvoll ist außerdem, wie gut dosierbar die stets sattsam vorhandene Leistung ist. Am besten fühlt und klingt der V10 so um 100 km/h im dritten oder vierten Gang zwischen 3.000 und 5.000 Touren. Auch Außenstehende können an diesem akustischen Hochgenuss teilhaben. Zumindest sorgte bislang noch kein anderer Testwagen in so kurzer Zeit so viele euphorisierte Passanten, die ihr Handy zückten und uns mit der Aufforderung richtig Gas zu geben, filmten.

Kreischen, Bollern, Sirren

Galerie: Erster Test Audi R8 5.2 FSIObwohl der V10-Motor für ein weitgehend sinnliches Hörerlebnis sorgt, gesellt sich sp4testens ab 6.000 Touren ein richtig giftiges Röhren hinzu, das von außen fast an den Klang eines ein Formel-1-Boliden heranreicht. Der Motor ist jedoch ein Kreischer der etwas tieferen Tonlagen, klingt aber andererseits nicht ganz so bassig und bollerig wie sein V8-Bruder. Von der bisweilen martialischen Akustik ist man auch als Insasse beeindruckt, doch wirklich aufdringlich oder nervig klingt der Motor für die Passagiere nie. Die extrem steife Karosserie ist für die auf Gummi gelagerte Kraftmaschine nämlich ein denkbar schlechter Resonanzkörper. Besonders präsent ist deshalb auch ein von Ketten und der Einspritzung produziertes turbinenhaftes Sirren.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Audi R8 5.2 FSI Quattro
Ausstattungsvariante    
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.435/ 1.930 / 1.252
Radstand (mm)   2.650
Wendekreis (m)   k.A.
Leergewicht (kg)   1.620
Kofferraum (Liter)   100
Bereifung Testwagen   235/35 R 19 - 295/30 R19
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   5.204 / V10
Leistung (PS)   525
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   530 / 6.000
Antriebsart   permanenter Allrad
Getriebeart   automatisiertes 6-Gang-Getriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   13,7
CO2-Emissionen (g/km)   327
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   3,9
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   316
Preise    
ab (Euro)   149.800
Empfohlene Extras   Das automatisierte Sechsgang-Schaltgetriebe R-Tronic. Es bietet weniger Verbrauch und mehr Komfort.
 
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Obwohl die Insassen die Akustik als sehr kultiviert erleben, sind die Fahrleistungen des R8 auf allerextremstem Sportwagenniveau. Die Endgeschwindigkeit soll bei 316 km/h liegen, der 100-km/h-Sprint nach nur 3,9 Sekunden zu Ende sein. Zumindest fegte der bombastische V10 bei unserer ersten Testfahrt jegliche Zweifel an dieser Angabe aus unseren Köpfen. Im spanischen Straßenverkehr haben wir uns aus naheliegenden Gründen an die mögliche Höchstgeschwindigkeit jedoch nicht herangetastet.

Nicht sparsam, aber effizient

Galerie: Erster Test Audi R8 5.2 FSITrotz der enormen Kraft soll der Verbrauch des Zehnzylinders unter 14 Liter liegen. Ein Wert, der den R8 in der 500-PS-Liga als extrem genügsam qualifiziert. Nach über 200 Kilometern zeigte der Bordcomputer unseres Testwagens einen Durchschnittsverbrauch von rund 18 Litern an. Das mag nach viel klingen, ist für einen großen V10 jedoch wenig.

Gleiches trifft auf den Anschaffungspreis zu: 142.000 Euro (mit R-Tronic sogar 150.000 Euro) sind für eine über 500 PS starke Mittelmotorflunder fast schon ein Schnäppchen. Zum Massenphänomen wird der R8 V10 damit hierzulande dennoch nicht werden.

Fazit

Kaum haben sich die Wogen, die der stürmische R8 vor rund zwei Jahren auslöste, etwas gelegt, folgt mit dem V10 nun der nächste Hammer. Wie bereits die V8-Version, so ist auch der neue 500-PS-R8 kein kompromissloser Supersportler. Trotz extremer Fahrleistungen und höchster Faszination überzeugt der Über-Audi auch als Alltags- und Tourenwagen. Und dieser Umstand macht ihn umso begehrenswerter. Mit dem R8 5.2 FSI steht einem ganzheitlichen Fahrvergnügen nichts im Wege. Einzige große Hürde ist der hohe Preis, der angesichts des Gebotenen aber absolut angemessen erscheint.

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