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Galerie: Erster Test Audi RS3 Sportback

Erster Test: Audi RS3 Sportback

R-Echt S-pät

10.03.2011

Man könnte meinen, der Audi RS 3 ist ein Südländer. Er tritt selbstbewusst auf, begeistert Menschen mit seinem Temperament und, er kommt viel zu spät. Zum Ende der Bauzeit des aktuellen A3 zeigen die Bayern und mit dem RS 3 eindrucksvoll, was südländische Zuspätkommer alles zu leisten im Stande sind - Ingolstadt liegt ja irgendwie auch im Süden.

Dabei ist das Design des RS 3 alles andere als südländisch. Es symbolisiert vielmehr den perfekten Ausdruck von deutscher Gründlichkeit. Es begeistert wenig, stimmt in seiner Gesamtheit aber dennoch. Vor allem in der Ausbauform RS, denn dann sind die Kotflügel fein ausgestellt, ähnlich wie beispielsweise beim legendären Sport Quattro. Vorne bestehen die Exkrement-Fänger sogar aus leichtem Karbon (minus 2,1 Kilogramm).

Der Besonderheiten damit jedoch nicht genug. Das neue Topmodell der A3-Baureihe, das nur noch etwas mehr als ein Jahr Laufzeit zu erwarten hat, bevor der Nachfolger des A3 Antritt, besticht durch die RS-typische Front. Ihr wurden zugunsten der Kühlluftzufuhr die Nebelscheinwerfer geraubt. Markant stellt sich nun das Rautengitter in den Wind, der Orkan-Maximalstärke erlangen kann.

Neue Technik-Kniffe

Audi RS 3 SportbackIn der Seitenansicht fällt aufmerksamen Betrachtern die ungewohnte Reifengröße des 4,30 Meter langen RS 3 auf. Vorne 235 Millimeter breit, hinten 225 Millimeter. Diese umgekehrte Mischbereifung soll sich positiv auf die Fahrdynamik auswirken. Denn der Allradler kann aufgrund seiner nun direkt vor dem Hinterachsdifferenzial platzierten (unintelligenten) Haldex-Kupplung keine Hecklastigkeit produzieren. Im Normalfall gelangen sogar 100 Prozent der Motorkraft an die Vorderachse. ESP ist immerhin komplett deaktivierbar, was aus dem RS 3 trotzdem keinen Driftkünstler macht, selbst wenn dieser am Volant dirigiert. In diesen Gleit-Zustand will der Sport-Audi mit Gewalt geknüppelt werden. Dementsprechend unwohl fühlt er sich in diesem Modus.

So läuft also auch bei diesem Audi alles so, wie man es von einem Sport-Audi erwartet. Der RS 3 lenkt punktgenau ein, die elektromechanische Lenkung liefert begleitend den idealen Grad der Schwere, auch wenn Sportfahrer vielleicht eine etwas schärfere Abstimmung goutieren würden.

Die Dämpfer-Feder-Kombination tastet die Fahrbahnoberfläche exakt ab und gibt jede Sequenz fein an den Fahrer weiter. Das ist mehr Segen als Fluch. Einerseits ist man mit dem RS 3 nämlich so schnell unterwegs, dass kaum noch was vorbeikommt (querdynamisch). Andererseits ist er zwar sehr straff, kann aber auch auf Langstrecken zum Einsatz kommen. Dennoch: Wer sich einen RS 3 gönnt, sollte lieber nicht zu den chronisch Rückengeplagten gehören.

Brillanter Motor

Audi RS 3 SportbackWas der RS 3 beim Thema Querdynamik beherrscht, kann er in Längsrichtung mindestens genauso gut. 340 PS schöpft der Fünf-Zylinder aus 2,5 Liter Hubraum. Begleitet wird die Kraftentfaltung von einem einzigartigen Klang. Okay, wirklich einzigartig ist er nicht, denn den Motor kennen wir bereits aus dem TT RS. Drückt der Fahrer die Sporttaste in der Mittelkonsole, öffnet sich im linken Endrohr eine Klappe, die den Sound verstärkt – präsent  ist er indes immer. Außerdem wird die Gaspedalkennlinie geschärft.

In 4,6 Sekunden sind nach dem Durchlaufen der Launch-Control-Prozedur 100 km/h (Wählhebel auf S, ESP durch langen Knopfdruck deaktivieren, Bremse und Gaspedal gleichzeitig treten) auf dem Tacho zu sehen. Viel imposanter erscheint jedoch der Vortrieb ab Landstraßentempo. Die 1,2 bar Ladedruck wollen niemals enden, ebenso das Drehmoment von 450 Newtonmeter. Beides sind Zahlen, die das Erlebnis nur unzureichend beschreiben. Der 1.575 Kilogramm schwere Viertürer wird unbarmherzig nach vorne gedrückt, auf speziellen Käufer-Wunsch bis 280 km/h.

Mega-Scheiben

Audi RS 3 SportbackIrgendwie surreal, wenn man bedenkt, dass man in einem A3 sitzt. Damit diese unbändige Kraft auch vernichtet werden kann montiert Audi an der Vorderachse des RS 3 eine Vierkolben Festsattel-Bremse die auf 370er-Scheiben zugreift – exakt so, wie im TT RS. Das Lochmuster in den Scheiben senkt deren Temperatur im Ernstfall ab. Nicht ganz perfekt ist hingegen das Gefühl am Bremspedal, das ist zu sehr Audi und zu wenig Sportwagen.

Erhältlich ist der RS 3 ausschließlich mit der Siebengang-Stronic, sprich: mit einem Doppelkupplungsgetriebe. Dieser Schaltautomat funktioniert perfekt und harmoniert mit seiner teils etwas ruppigen Art ideal mit dem Gesamtkonzept RS 3. Schnell, unmerklich und wenn’s drauf ankommt etwas harsch. So wollen Sportfahrer das. Was in anderen Audi-Modellen manches Mal wie eine Notlösung wirkt, entpuppt sich hier als Glücksfall. Im manuellen Modus fährt er in den Begrenzer und ein Herunterschalten gelingt ausschließlich an der linken Lenkradtaste oder am Schaltwählhebel.

A3 halt

Audi RS 3 SportbackIm Innenraum sieht es übrigens so aus, wie in jedem anderen A3. Hier und da sind ein paar Spezialitäten implantiert, aber im Großen und Ganzen ist es ein A3 mit schwarzem Interieur, Stoppuhr-Funktion im Kombiinstrument und beispielsweise unten abgeflachtem Lenkrad.

Das Normale merkt man auch am Gepäckraum, der aufgrund des Allradantriebs mit 302 Liter dem aller A3 Sportback Quattro entspricht und Alltagsnutzen garantiert. Die knapp 2.900 Euro teuren Sportschalensitze sind empfehlenswert, wenn man öfters auf die Rennstrecke will und selbst auch sportlich ist. Andernfalls passt man nicht rein und die guten Seriensportsitze mit feinem Leder sind die bessere Wahl. Zudem besitzen diese Seitenairbags, die bei den Schalen fehlen.

eVote

 

Über die sonstigen Tugenden des A3 Sportback muss hier nicht viel geschrieben werden. Das Auto, das bereits seit acht Jahren (zuerst als Zweitürer) produziert wird, ist in dieser Fahrzeugklasse an Handwerklichem nicht zu überbieten. Allerdings stellt man mittlerweile Alterungserscheinungen fest, die auch beim mindestens 50.000 Euro teuren RS 3 nicht mehr abgestellt wurden.

Wer sich den RS 3 vernünftig ausstattet, das heißt in diesem Fall auch auf das alte Navigationssystem verzichtet, landet bei rund 54.000 Euro. Viel Geld für einen Kompaktwagen, wenig für einen 340-PS-Sportler mit Allradantrieb und perfekt agierendem Doppelkupplungsgetriebe. Unverschämt ist jedoch, dass Audi beispielsweise für die in Wagenfarbe anstelle auffälligem silber lackierten Außenspiegel 105 Euro extra berechnet und für deren Heizung weitere 125 Euro.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Audi RS 3 Sportback
     
Motor    
Hubraum (ccm) / Bauart   2.480 / R5
Leistung (kW / PS)   250/340
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   450/1.600-5.300
Antriebsart   Allrad
Getriebeart   7-Gang-Doppelkupplung
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.302 / 1.794 / 1.402
Radstand (mm)   2.578
Wendekreis (m)   10,7
Leergewicht (kg)   1.575
Kofferraum (Liter)   302-1.032
Bereifung Testwagen   VA: 235/35 R19; HA: 225/35 R19
Verbrauch    
Krafstoffart   Super Plus
Kombiniert laut Werk (l/100km)   9,1
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   212 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   4,6
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   250/280
Preise    
ab (Euro)   49.900,00
Empfohlene Extras   Metalic (640 Euro), Außenspiegel beheizbar (125 Euro), Kurvenlicht (350 Euro), Lendenwirbelstütze (245 Euro), Mittelarmlehne vorne (125 Euro), Sitzheizung vorne (330 Euro), Tempomat (270 Euro), Radio Concert (290 Euro), BT-Schnittstelle (300 Euro), USB-Anschluss (205 Euro)
 
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Fazit

Der RS 3 ist der ultimative A3, er wird sicherlich auch aufgrund seiner nur spärlichen Verbreitung mal ein gesuchtes Sammlermodell werden. Denn wer weiß, ob es solch ein unsinniges Auto in der ach so vernünftigen Elektro-Hybrid-Zukunft noch geben wird. Wir glauben nein, daher: zugreifen, wer kann. Denn besser spät als nie und lange Zeit zum Kaufen hat man nicht mehr.

 
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