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Galerie: Erster Test Audi RS4 Avant

Erster Test: Audi RS4 Avant

Schnell, fern, gut

14.06.2012

Platz ist in der kleinsten Nische. So oder ähnlich müssen bei Audi die Marketingexperten gedacht haben, als die für die nunmehr dritte Auflage des Sportkombis RS4 entstand. Rund zwei Jahre vor dem besiegelten Ende der aktuellen Mittelklassebaureihe servieren die Ingolstädter in guter Tradition erneut ein sportliches Spitzenmodell, das es mit den Supersportwagen dieser Welt problemlos aufnehmen kann.

Die spannende Frage bis zum Schluss lautete jedoch, mit welchem Motor diesmal der Sportkombi befeuert werden würde. Die Konkurrenz hatte ja bereits die Downsize-Notbremse gezogen, so dass der Einsatz eines V8 im RS4 eher unwahrscheinlich erschien.

Audi tickt da anders und setzt auf die Weiterentwicklung des bekannten 4,2-Liter-FSI-V8-Motors aus dem letzten RS4. Über 20 Prozent Einsparungspotential haben die Ingenieure durch konsequente Weiterentwicklung herausgeholt. Dazu speckte der Motor kräftig ab und bringt nur noch bescheidene 216 Kilogramm auf die Waage. Notwendig war dazu viel Feinarbeit, unter anderem im Kurbeltrieb sowie bei den Nebenaggregaten. So läuft die Ölpumpe des Motors nur dann mit voller Leistung, wenn es wirklich nötig ist.

Agiler Allradantrieb

Galerie: Erster Test Audi RS4 AvantGekoppelt wird der Motor ausschließlich mit einer Siebengang-S-Tronic und mit integriertem Allradantrieb. Zur Steigerung der Dynamik entschied sich die federführende Quattro GmbH für eine extrem fahraktive Auslegung des Antriebes und verzichtete auf das früher übliche Torsen-Mittendifferenzial. Ein sportlich abgestimmtes Kronenrad -Mitteldifferenzial sowie ein Sportdifferenzial an der Hinterachse sorgen für eine ausgewogene Kraftverteilung und Traktion in jeder Lebenslage.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: V8-Motor und S Tronic pushen den immerhin 1.700 Kilogramm schweren A4 aus dem Stand binnen 4,7 Sekunden auf 100 km/h. Wer mag, darf wenig später gegen Mehrpreis 280 km/h fahren, für den Rest der Kunden ist bei 250 km/h Schluss.

Dynamik sichtbar gemacht

Wer A sagt muss auch B sagen, so lautet wohl das Motto bei der Quattro GmbH. Und da verwundert es nicht, dass dieser Kombi exklusiv mit einer erheblich modifizierten Karosserie daherkommt. Breite Backen à la Ur-Quattro, üppige Lufteinlässe und die für S- und RS-Modelle mittlerweile typischen Aluminiumspiegel künden von der Sonderstellung des Modells  im Audi-Programm. Aluminium findet sich auch an zahlreichen Leisten und Rähmchen, matt eloxiert zwar, aber dennoch kaum zu übersehen.

Galerie: Erster Test Audi RS4 AvantDeutlich unauffälliger präsentiert sich dagegen der Innenraum. Lediglich ein paar RS4-Signets, ein abgeflachtes Dreispeichenlenkrad mit gelochtem Lederlenkradkranz sowie die beiden elektrisch verstellbaren Recaro-Sportsitze künden von dem Unterschied zum weiterhin produzierten „normalen“ S4. Geblieben ist leider auch die haptische Schwäche dieses A4-Modells. Trotz jüngst erfolgter Modellüberarbeitung kann die Auswahl der verschiedenen Kunststoffe im Innenraum nicht überzeugen. Zudem wirken die Passungen einzelner Blenden nicht so „Premium“ like,  was aber an dem extrem hohen Standard anderer Audi Modelle liegt.

Dennoch fühlt man sich im sportlichsten Audi-Kombi von Beginn an wohl, nicht zuletzt wegen der hervorragenden Ergonomie und der leichten Bedienbarkeit. Selbst das komplexe Infotainmentsystem mit seinen zahlreichen Menüs lässt sich dank logisch aufgebauter Struktur nach wenigen Minuten ebenso zielsicher steuern, wie die zahlreichen Assistenzsysteme.

Wer schnell sein will, muss drehen

Galerie: Erster Test Audi RS4 AvantDem unspektakulärem Innenraum steht ein Antrieb gegenüber, der es in sich hat. Mit dumpfen Grollen aus den beiden eloxierten Oval-Endrohren zeigt der V8-Sauger bereits im Leerlauf seine Potenz. Dabei täuscht der Motor auf den ersten Metern geschickt über seine 430 Newtonmeter hinweg. Fährt man nämlich im RS4 ganz normal los, passiert erst einmal wenig Spektakuläres. Erst wenn die Nadel des Drehzahlmessers die 4.000er-Marke passiert, geht die Post ab. Das Vergnügen hält bei Bedarf bis zur Höchstdrehzahl von 8.250 U/min an, ein Spiel, das die Getriebeelektronik mit blitzschnellen Gangwechseln nur zu gern unterstützt.

Dank Allradantrieb und üppigen 19-Zoll-Rädern bleibt der Audi bei Beschleunigungsorgien sicher in der Spur, selbst wenn es in Strömen regnet. Wer den Kick sucht, lässt dem RS4 auf winkligen Landstraßen freien Auslauf und erlebt, mit welcher traumwandlerischen Sicherheit auch hier die adaptive Getriebesteuerung immer die richtige Übersetzung parat hat. Dass das mit elektronisch verstellbaren Stoßdämpfern ausgerüstete Sportfahrwerk problemlos derlei Übungen pariert, überrascht angesichts des Perfektionswillens der Ingolstädter nicht wirklich.

Heftige Stopper

Gleiches gilt für die Bremsen, deren Scheiben mittlerweile fast die Dimension des Porsche-Rades der ersten RS2-Modelle erreicht haben. Serienmäßig verbaut Audi 365 Millimeter große Compound-Scheiben an der Vorderachse, deren Besonderheit in ihrem wellenförmigen Außendesign liegt. Ein Detail, welches zum niedrigen Gewicht der Stopper beiträgt. Ein Achtkolben-Bremssattel garantiert auch in Extremsituationen ein festes und nachhaltiges Zupacken. Wem das noch nicht genug ist, der kann gegen Mehrpreis eine Kohlefaser-Keramik-Bremse an der Vorderachse ordern. Für die Rennstrecke sicher eine sinnvolle Zusatzausstattung.

 
Fazit
 

Sven Jürisch

Was kostet der Spaß? Ab 76.600 Euro ist der RS4 Avant ab Herbst 2012 zu haben, lautet die Antwort von Audi. Zuviel? Nein, denn an diesem Sportkombi ist jedes PS seinen Euro wert, bekommt man doch mindestens zwei Autos zum Preis von einem.

Denn, dass der Audi RS4 es sowohl mit den üblichen Familienkombis in Sachen Alltagstauglichkeit und Platzangebot als aber auch mit der ersten Liga der Sportwagen aufnehmen kann, daran besteht spätestens nach der Probefahrt kein Zweifel mehr.
 
 
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