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Galerie: Erster Test Audi RS4 Cabrio

Erster Test: Audi RS4 Cabrio

Zieht gewaltig

31.05.2006

Der Erzrivale ist eben doch BMW. Und so ist es durchaus legitim, dass sich die Audi-Jungs ganz besonders freuen, wenn sie die Münchnern genau da alt aussehen lassen, wo die sich einen besonders guten Ruf erarbeitet haben: Bei den Sport-Modellen in der Mittelklasse. Während der neue BMW M3 nach wie vor auf sich warten lässt, bietet Audi den RS4 bereits in allen Karosserievarianten an.

Ein RS4 Avant hat freilich seinen Reiz. Doch weil der Sommer kurz vor der Tür steht, haben wir uns das Cabrio für erste Testfahrten geschnappt. Unter der Haube arbeitet exakt jener Hochdrehzahl-V8 mit Benzindirekteinspritzung (FSI), der jüngst in der Limousine vorgestellt wurde. 420 PS reißt der bei 7.800 Umdrehungen, gedreht werden darf bis 8.250 Touren. Ebenso beeindruckend ist das Drehmoment. Den maximalen Output von 430 Nm erreicht das Aggregat bei 5.500 Touren, doch mindestens 90 Prozent davon schüttelt es im extrem breiten Drehzahlbereich von 2.250 bis 7.600 U/min aus dem Ärmel.

Galerie: Erster Test Audi RS4 CabrioWas das bedeutet, ist offensichtlich: Power ohne Ende in allen Lebenslagen. Damit auch nichts davon verpufft, hat der RS4 Audi-obligatorisch den permanenten Allradantrieb quattro mit einem selbstsperrendem Mittendifferenzial an Bord. Die asymmetrisch-dynamische Momentenverteilung des Vierradantriebs beträgt in der Grundauslegung sportliche 40 : 60 Prozent auf Vorder- und Hinterachse. Geschaltet wird ganz traditionell mit einem kurz und knackig geführten manuellen Sechsganggetriebe.

420 PS im Alltagsbetrieb

Galerie: Erster Test Audi RS4 CabrioAuf Hightech ohne Elektronik baut Audi auch beim Fahrwerk namens Dynamic Ride Control (DRC). Die sich diagonal gegenüberliegenden Stoßdämpfer sind hydraulisch miteinander verbunden. Mittels Zentralventil passt sich die Dämpferkennung automatisch an die jeweilige Fahrsituation an und wirkt so unerwünschten Karosseriebewegungen entgegen. Bei schnellen Kurvenfahrten vermindert es die Seitenneigung, beim Anfahren und Bremsen die Nickbewegung.

Galerie: Erster Test Audi RS4 CabrioIm Alltagsbetrieb bietet das Fahrwerk erstaunlich viel Komfort, trotz der bei unserem Testwagen aufgezogenen 19-Zoll-Räder (optional; serienmäßig 18-Zöller). Das kommt besonders beim Cabrio gut an, schließlich will man offen auch hin und wieder gemütlich über die Lande gondeln. Keine Angst, das geht problemlos mit dem 420-PS-Boliden. Nach 21 Sekunden ist das Dach offen, scheint die Sonne auf die maximal vier Häupter. Der Achtzylinder blubbert gepflegt vor sich hin, reagiert spontan, aber nicht nervös auf Gasbefehle und bringt die immerhin 1.845 Kilogramm Leergewicht auch niedertourig zügig auf Tempo.

Und auf der Rennstrecke?

Galerie: Erster Test Audi RS4 CabrioDoch es geht auch anders, ganz anders - und dann zieht es gewaltig. Denn bei Bedarf ist der offene RS4 ein echter Sportwagen, der nur auf abgesperrten Strecken an den Grenzbereich gefahren werden kann: Superpräzise lenkt er ein, zieht messerscharf ums Eck und bleibt selbst mit komplett deaktiviertem ESP stets neutral.

Beim Herausbeschleunigen aus Kurven beißen sich die vier angetriebenen Räder in den Asphalt - Traktionsprobleme kennt der RS4 einfach nicht. Und das vergleichsweise hohe Gewicht? Nie ein Thema. Ob Slalom oder schnelle Richtungswechsel bei hohem Tempo, das RS4 Cabrio bietet das, was man sich unter höchster Agilität vorstellt.

Die Taste für den Sound

Galerie: Erster Test Audi RS4 CabrioAuch der extrem drehfreudige Motor übererfüllt die Erwartungen. Besonders scharf ist er im Sportmodus (aktivierbar über die S-Taste am Lenkrad). Dank veränderter Gaspedallinie reagiert das Triebwerk nun selbst auf winzige Gasstöße absolut verzögerungsfrei. Und klingt dabei wie ein hubraumstarker Rennmotor. Denn mit dem Druck auf die Sporttaste öffnet sich auch eine Klappe in der Abgasanlage: Aus dem Blubbern wird ein ungefiltertes, bassgeschwängertes Bollern.

Galerie: Erster Test Audi RS4 CabrioAngesichts der höchst sportlichen Fahreigenschaften kommt der RS4 beinahe zurückhaltend daher trotz der verbreiterten Spur, der ausgestellten Kotflügel, der zusätzlichen Lufteinlässe und der armdicken Endrohre. Gediegen sportlich präsentiert sich auch der Innenraum. Hier ein bisschen Aluminium, da ein wenig Carbon und drumherum ganz viel Leder. Rennsport vermittelt das unten abgeflachte und sehr handliche Lenkrad sowie die (beim Cabrio optionalen) Schalensitze, deren Wangen sich per Sporttaste aufblasen.

Fazit

Keine Frage, der neue Audi RS4 ist der Supersportler in der Mittelklasse und als Cabriolet ein wahrlich einzigartiges Vergnügen: Hochdrehzahl-V8 und Allradantrieb in einem Oben-Ohne-Viersitzer bietet keiner der direkten Konkurrenten.

Das lässt sich Audi auch fürstlich entlohnen: 82.900 Euro kostet der offene RS4 - rund 20.000 Euro mehr als das nicht eben schwache S4 Cabriolet (V8 mit 344 PS) oder das vor der Wachablösung stehende BMW M3 Cabrio (R6; 343 PS). Und Mercedes? Gut, das CLK 63 AMG Cabriolet (V8; 481 PS) kostet noch einmal einen Kleinwagen mehr als der Audi, steht für gut 93.000 Euro in der Liste.

Seitens der Fahreigenschaften kann ein RS4 allerdings auch einen Porsche Carrera 4S herausfordern. Den Vergleichstest lesen Sie in wenigen Wochen.

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