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Galerie: Erster Test Audi S8

Erster Test: Audi S8

Zehnerpotenz

12.12.2005

Porsche-Fahrer beispielsweise kennen es, auch Ferrari-Fahrer und Lamborghini-Fahrer: Es gibt Motoren, deren Sound süchtig macht. Doch was tun, wenn irgendwann einmal mehr als zwei Sitzplätze nötig werden? Audi liefert die Antwort mit dem neuen sportlichen Topmodell der A8-Reihe, dem S8. Sein famoser Zehnzylinder sorgt dafür, dass beim Umstieg auf eine Limousine keine Entzugserscheinungen aufkommen - weder was die Power, noch die Motormusik betrifft.

Zuerst die Power: 450 PS liefert der auf dem Lamborghini Gallardo-Triebwerk basierende Zehnzylinder. Für den Einsatz im S8 wurde er überarbeitet, unter anderem die Direkteinspritzung FSI draufgesattelt und der Hubraum um 0,2 auf 5,2 Liter vergrößert. Das Ergebnis: 50 PS weniger als im Sportwagen-Stier, dafür mit maximal 540 Newtonmeter mehr Drehmoment. 90 Prozent davon liegen übrigens schon knapp über 2.000 Touren an.

Galerie: Erster Test Audi S8Wie sich das anfühlt, wenn diese Urgewalt über alle vier Räder herfällt? Bombastisch! Und zugleich völlig relaxed. Bissig spricht der V10 auf Gasbefehle an und katapultiert den Zweitonner in aberwitzigen 5,1 Sekunden auf 100 km/h. Eigentlich nur ein Zwischenwert, denn der Schub hält unvermindert an. Untermalt vom unter Last kräftigen, dumpfen Hämmern des V10-Aggregats drückt es die Passagiere anhaltend in die Sitze: 200, 220, 250 - erst bei Tacho 270 nimmt der elektronische Begrenzer sanft Gas weg. Offiziell ist man dann mit 250 km/h unterwegs. Fragt man den Beifahrer nach dessen Einschätzung, erhält man als Antwort eine Gegenfrage: „Fast 200?“.

Die Ruhe und die Kraft

Wie passen nun der irre Vortrieb und die eklatante Unterschätzung der Geschwindigkeit zusammen? Es ist das satte, souveräne Gefühl, das der S8 in jeder Situation vermittelt. Beinahe unmerklich führt die Sechsgangautomatik (Schaltwippen am Lenkrad für den manuellen Eingriff) die Gangwechsel aus. Von Windgeräuschen zu sprechen ist fast übertrieben. Selbst bei 250 Sachen können sich die Passagiere dank doppelt verglaster Scheiben in gepflegter Zimmerlautstärke unterhalten. Formidabel sind auch der Geradeauslauf und Federungskomfort, trotz 265er Reifen mit 35er Querschnitt und grundsätzlich tiefer gelegtem Fahrwerk. Wirklich hart wird die Luftfederung erst im speziell anzuwählenden Sport-Modus.

Galerie: Erster Test Audi S8Warum der S8 trotzdem völlig zu recht als Sportmodell der A8-Reihe firmiert, wird spätestens beim flotten Kurvenwedeln klar. Direkt und superpräzise setzt die feinfühlige Lenkungen Richtungsänderungen um. Die Seitenneigung der Karosserie geht gefühlt Richtung Null. Zusammen mit den sehr kräftig zupackenden (optionalen) Keramikbremsen vermittelt der über fünf Meter lange S8 tatsächlich die Handling-Eigenschaften eines sportlichen Mittelklassewagens. Die nicht ganz optimale Achslastverteilung (57 Prozent lagern auf der Vorderachse) machen die hecklastige Auslegung des Allradantriebs (40:60) und das sehr dezent arbeitende, speziell abgestimmte Stabilitätsprogramm wett.

Dass maximale Power nicht unwürdig proletenhaft auftreten muss, unterstreicht Audi mit dem S8 einmal mehr. Wenige Details wie etwa ein bisschen Extra-Chrom am Grill, verchromte Außenspiegel, feingliedrige 20-Zoll-Felgen und leicht veränderte Schürzen unterscheiden das S-Modell vom regulären A8. Warum dann die vier verchromten Endrohre sein mussten?, mögen jetzt Ästheten fragen. Audi glaubt jedenfalls, S8-Kunden fänden das schick. Über alle Zweifel erhaben ist dagegen die Musik, die aus den vier verchromten Tröten nach draußen tönt: Je nach Gasstellung brabbelt, faucht und brüllt es unverwechselbar nach Supersportwagen.

Fein, feiner, S8

Galerie: Erster Test Audi S8Die Innenausstattung des S8 ist vom Feinsten. Serienmäßig sind unter anderem eine zweifarbige Lederausstattung und Sitzheizung rundum, Sportsitze vorn, Dekorleisten aus gebürstetem Aluminium und Carbon, eine Klimaautomatik, DVD-Navigationsgerät und ein Bose Surround Sound-System mit CD-Wechsler. Zu den serienmäßigen Technik-Features gehören der schlüssellose Zugang genauso wie Xenon plus-Scheinwerfer mit Kurvenlicht und LED-Tagfahrlicht.

Doch wen ein Grundpreis von knapp 100.000 Euro nicht scheut, der legt in der Regel noch ein paar Tausender für exklusive Extras drauf. Und derer gibt es viele für den S8: Komplettlederausstattung mit Alcantara-Himmel, Tempomat mit Abstandsradar, Vier-Zonen-Klimaautomatik, Motorstart per Fingerabdruck-Scan, Rückfahrkamera (das System rechnet die Fischaugen-Optik des Objektivs heraus und zeigt ein realistisches Bild) und als besonderes Schmankerl ein Bang&Olufsen-Soundsystem. Das kostet zwar gut 6.000 Euro Aufpreis, stellt aber alles bisher gehörte in den Schatten: 14 Lautsprecher und bis zu 1000 Watt Leistung sorgen für glasklaren Klang bis zur Schmerzgrenze.

Fazit

Galerie: Erster Test Audi S8Über Sinn und Unsinn einer Luxuslimousine mit den Fahreigenschaften eines Sportwagens kann man diskutieren. Muss man aber nicht. Schließlich ist der Markt da, und der will bedient werden. Der Vorgänger-S8 kam immerhin auf gut zwölf Prozent Verkaufsanteil innerhalb der A8-Reihe. Der neue S8 dürfte mindestens genau so erfolgreich werden.

Aus zwei Gründen: Zum einen boomt die 100.000-Euro-Klasse wie selten zuvor. Zum anderen ist der S8 ein beinahe perfektes Auto: superkomfortabel und superschnell, sportlich-elegant im Auftritt, mit einem süchtig machenden Motor gesegnet und neuer Handling-Meister in der Oberklasse. Der aus objektiver Hinsicht einzige Haken, ein Durchschnittsverbrauch von gut 20 Litern bei sportlicher Fahrweise, dürfte potentielle S8-Kunden kaum jucken. Denn derartige Werte kennen sie von ihren bisherigen, zweisitzigen Sportwagen.

Galerie: Erster Test Audi S8

 
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