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Galerie: Erster Test VW Touran 1.2 TSI

Erster Test: VW Touran 1.2 TSI

Ganzkörper-Lifting

02.06.2010

Ein geräumiger Sieben-Sitzer-Van, getrieben von einem 1,2-Liter-Benziner – kann diese Paarung gut gehen? Sehr sogar, wie wir mit der neuen Generation des Touran, den VW mit einem Ganzkörper-Lifting ins Modelljahr 2011 schickt, erfahren durften. Neben neuen Sparmotoren gibt es auch bei Optik und Technik viele Änderungen und Detailverbesserungen.

Facelift oder neue Generation? Wie bereits der Golf VI, so schlägt der Touran zum Modelljahr 2011 hier einen Mittelweg ein. Chassis und die Silhouette blieben zwar weitgehend unangetastet, doch sonst wurde der kompakt bauende Van in vielen Details aufgefrischt.

Wie zum Beispiel die Optik. Statt Chromlätzchen und Scheinwerfer-Einheiten mit Tränensäcken präsentiert sich das neue Gesicht straffer und schärfer. Die neuen Scheinwerfer bilden zusammen mit dem breiten und flachen Kühlergrill eine horizontale Einheit. In Kombination mit den optionalen Bi-Xenon-Scheinwerfern gibt es sogar hervorstechende LED-Tagfahrlichter.

Außen und innen aufgefrischt

Galerie: Erster Test VW Touran 1.2 TSIDas Heck des Touran wurde ebenfalls modifiziert. Statt vertikal sind die breiten, komplett in Rot gehaltenen Rückleuchten nun ebenfalls horizontal angeordnet. Die Rückleuchten sind zudem zweigeteilt, eine Hälfte befindet sich nun auf der Heckklappe. Die Karosserie wurde gleich noch ein wenig windschlüpfriger, was dem Verbrauch und dem Geräuschniveau im Innenraum zu Gute kommen soll. Trotz der Änderungen hat der neue Touran eine seinem Vorgänger sehr ähnliche Ausstrahlung: Er gefällt mit sachlichem Schick ohne viel Chichi.

Auch innen herrscht Wolfsburger Aufgeräumtheit, die ein vertrautes und überzeugendes Qualitätsniveau versprüht. In unserem höherwertig ausgestatteten Testwagen sorgt unter anderem ein wohldosiertes Maß an Chromakzenten für ein gewisses Edel-Flair. Auch die restlichen Materialien und die Verarbeitung sorgen für dieses VW-typische, grundsolide Wohlfühl-Ambiente.

Weiterhin Platz für zwei Kubikmeter

Galerie: Erster Test VW Touran 1.2 TSIDie meisten Neurungen im Touran-Innenraum sind bereits vom Golf VI her bekannt. Kombiinstrument, Bedieneinheit der Klimaautomatik oder das Drei-Speichen-Lenkrad mit Bedientasten gibt es so auch im Kompakt-Bruder. Geblieben sind dem Touran sein üppiges Raumangebot sowie der hochvariable Fond, der bis zu sieben Sitze und den sogar größten Stauraum im Segment bietet.

Während sich die optionale dritte Reihe, mit zwei Sitzen für kleine Passagiere, im Kofferraumboden einfach wegklappen lässt, kann man bei den drei Einzelsitzen der zweiten Reihe umlegen, nach vorne wickeln oder alternativ komplett herausnehmen. Dann können beim Sieben-Sitzer bis zu 1.913 und beim Fünf-Sitzer bis zu 1.989 Liter Gepäck eingeladen werden. Auch sind die Sitze sowohl in Längsrichtung als auch quer verschiebbar.

Galerie: Erster Test VW Touran 1.2 TSIZur praktischen Nutzbarkeit gibt es noch zusätzliche Staufächer im Kofferraumboden und in den nunmehr mit kratzunempfindlichem Filz ausgekleideteten Seitenwänden. Verzurrösen ermöglichen eine sichere Arretierung von Ladegut und die ab der Ausstattung Comfortline vorhandene, umklappbare Beifahrersitz-Rückenlehne erleichtert den Transport besonders langer Gegenstände.

Nur noch Turbos im Programm

Als Antriebe stehen für den neuen Touran ausschließlich Vier-Zylinder mit Turboaufladung zur Wahl. Den Zwei-Liter-Diesel gibt es wie gehabt mit 140 und 170 PS. Neu ist der 1,6-Liter-Diesel mit 105 PS, der sich mit bescheidenen 4,6 Litern begnügen soll. Bei den Benzinern gibt es den 1.4 TSI ebenfalls in den Leistungsstufen 140 und 170 PS sowie in der 150 PS starken Erdgas-Variante EcoFuel. Bereits Ende 2009 wurde diese EcoFuel-Version eingeführt und empfiehlt sich seither bei guten Fahrleistungen und über 500 Kilometer Reichweite als interessante Spar-Alternative.

Technische Daten
 
Marke und Modell   VW Touran 1.2 TSI
Ausstattungsvariante   Highline Bluemotion Tech.
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.397/ 1.794 / 1.634
Radstand (mm)   2.678
Wendekreis (m)   11,2
Leergewicht (kg)   1.460
Kofferraum (Liter)   695 - 1.989
Bereifung Testwagen   205/55 R16 91H
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.197 / 4, Reihe
Leistung kW (PS)   77 (105)
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   175 / 1.550 - 4.100
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 6-Gang-Getriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,9
CO2-Emissionen (g/km)   139
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   11,9
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   188
Preise    
ab (Euro)   26.800
Empfohlene Extras   Den Touran sollte man besser als Fünf-Sitzer bestellen. Die dritte Sitzreihe nimmt Stauraum, kostet Aufpreis und kann nur von kleinen Passagieren genutzt werden.
 
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Den bisherigen 1,6-Liter-Vier-Zylinder ersetzt der eingangs erwähnte 1.2 TSI, der dank Turboaufladung immerhin 105 PS bereitstellt. In Kombination mit dem herrlich präzisen Sechs-Gang-Handschaltgetriebe sprintet der 1,5-Tonner in gut zwölf Sekunden auf Tempo 100 und wird fast 190 km/h schnell. Im Vergleich zum bisherigen 1.6er mit 102 PS bietet der neue 1.2 TSI bei etwas besseren Fahrleistungen etwas weniger Verbrauch.

Leise, kraftvoll, genügsam

Galerie: Erster Test VW Touran 1.2 TSIWährend die Normal-Version des 1.2 TSI 6,4 Liter konsumieren soll, ist eine Spar-Variante mit der Zusatzbezeichnung BlueMotion Technology (Start-Stopp-Automatik, Leichtlaufreifen und weitere Verbrauchsoptimierer) laut Datenblatt sogar mit 5,9 Litern zufrieden. Auf unserer Testfahrt zeigte der Bordcomputer unseres Bluemotion-Exemplars allerdings 7,8 Liter an, was angesichts der zügigen Fahrweise dem üblichen Praxisaufschlag entspricht.

Der neue 1.2 TSI ist in jedem Fall ein ausreichend starker Motor. Auf der Autobahn wird der Durchzug so ab 120 km/h allerdings etwas verhalten. Dafür beeindruckt der Vier-Zylinder bis etwa 100 km/h mit einer sehr homogenen und fülligen Leistungsabgabe und gefällt zudem mit einer exzellenten Laufruhe.

Leiser und komfortabler

Auch sonst ist der neue Touran ein besonders leises Fahrzeug. Trotz seines etwas hohen Aufbaus gleitet der Wagen selbst bei Autobahntempo mit geringen Abroll- und Windgeräuschen entspannt dahin. Zu diesem angenehmen Eindrücken passt auch das feiner abgestimmte Fahrwerk. Bereits der Vorgänger empfahl sich mit einem nahezu vorbildlichen Unterbau. Doch dank einiger Änderungen beeindruckt der Touran mit einem noch geschmeidigeren Anfedern und einem höheren, polterfreien Komfort.

Galerie: Erster Test VW Touran 1.2 TSITrotz des Komfortgewinns ist der neue Touran auch fahrdynamisch ein besonders ausgewogener Vertreter seines Segments. Die angenehm direkte Lenkung, seine mäßige Wankneigung und eine satte Straßenlage bei hohen Geschwindigkeiten geben keinerlei Grund zur Kritik. Geht man etwas flotter in Kurven, neigt der Touran zum sanften und besonders transparenten Untersteuern und wird dabei durch das serienmäßige ESP auf Kurs gehalten.

Neue Optionen

Zu den optionalen Neuerungen gehört übrigens das DCC. Hier kann man zwischen den Fahrwerks-Einstellungen Comfort, Normal und Sport wählen, die für spürbare Unterschiede sorgen. Wem der Wagen im Sportmodus zu hoppelig ist, der kann alternativ im Comfort-Modus deutlich entspannter cruisen.

Ein weiteres Technik-Extra ist der in seinen Funktionen verbesserte Park-Assistent. Wie gehabt sucht dieser per Radar beim Vorbeifahren nach geeigneten Längs- und neuerdings auch Quer-Parklücken. Gang einlegen, Gas geben und bremsen muss der Fahrer weiterhin zwar selbst, dafür müssen die Längs-Parklücken nur noch 80 Zentimeter länger als das Fahrzeug selbst sein. In der Ursprungsversion musste die Parklücke noch 1,40 Meter länger als das Fahrzeug sein.

Schließlich neu im Programm ist für den Touran ein Fernlichtassistent, der 2010 von VW mit dem neuen Touareg eingeführt wurde. Der einfache Fernlichtassistent in Verbindung mit dem Halogen-Scheinwerfern verhindert eine Blendung des Gegenverkehrs, indem er automatisch das Abblendlicht aktiviert. Eine technisch aufwändigere Variante in Kombination mit Bi-Xenon-Scheinwerfern geht noch einen Schritt weiter: Hier wird bei weiterhin aktivem Fernlicht der Lichtkegel an den Gegenverkehr angepasst.

Mehr für mehr Geld

Galerie: Erster Test VW Touran 1.2 TSIBereits in der Basis Trendline (die bisherige Ausstattung Conceptline entfällt) bietet der neue Touran einige Komfortdetails. So verfügt der Vier-Türer über elektrische vorne und hinten, Klimaanlage, ein MP3-fähiges CD-Radio, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, etwas Chrom-Deko innen, den drei Einzelsitzen im Fond, sechs Airbags und ESP.

Allerdings verlangt VW angesichts der vielen Neuerungen und der leicht verbesserten Ausstattung auch mehr Geld. 22.400 Euro kostet die Basisversion und ist damit gut 1.000 Euro teurer als bisher. Mitbewerber wie der Peugeot 5008, Toyota Verso oder Renault Scenic liegen da zum Teil deutlich drunter.

Fazit

Der neue VW Touran ist keine echte Neuentwicklung und das ist gut so. Denn der Klassenprimus bleibt so seinen überzeugenden Grundwerten treu, wurde aber in einigen wichtigen Punkten wirkungsvoll nachgeschärft. Unter anderem bietet der neue Basisantrieb bei besseren Fahrleistungen weniger Verbrauch, das Fahrwerk ist noch komfortabler, die Windgeräusche wurden niedriger.

Zudem präsentiert sich der Vielzweck-Innenraum moderner und edler. Schließlich hat VW einige attraktive Optionen neu ins Touran-Programm genommen. Angesichts der bemerkenswerten Verbesserungen ist der Preisanstieg akzeptabel und der Touran im Wettbewerber-Umfeld damit ein weiterhin vergleichsweise hochpreisiges Angebot.

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