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Galerie: Gebrauchtwagen-Kaufberater BMW 3er E46 (1998-2006)

Gebrauchtwagen-Kaufberater: BMW 3er E46 (1998-2006)

Vielseitigkeits-Meister

24.02.2010

BMWs 3er bietet in der aktuellen Generation eine üppige Auswahl an Karosserien, Antrieben und Ausstattungen. Einen Überblick bekommen Sie mit dem aktuellen 3er-Kaufberater von AutoScout24. Sollte Ihnen der 3er als Neuwagen allerdings noch zu teuer sein, haben wir im Folgenden ein paar Tipps für den Gebrauchtkauf der Vorgänger-Baureihe E46.

Auf dem Gebrauchtmarkt tummeln sich zwar noch viele 3er älterer Generationen, doch der derzeit angesagteste 3er ist der zwischen 1998 bis 2006 gebaute E46. Der bislang erfolgreichste 3er überhaupt wurde in fünf Karosserie-Varianten produziert. Doch nicht alle E46-Derivate kamen beim Kunden gleich gut an. Ein nur dreieinhalb Jahre kurzes Gastspiel (2001 bis 2004) gab der zweitürige 3er Compact. Selbst ein Facelift in 2003 konnte trotz der schickeren Klarglas-Rückleuchten das kleinste und günstigste 3er-Derivat nicht mehr retten. Gründe für den Flopp gab es einige. So eckte das eigenwillige Außendesign an und schließlich war die Marktpositionierung des 3er Compact etwas diffus. BMW führte wohl auch deshalb den 1er ein, der als direkter Kontrahent zu Audi A3 und VW Golf eine eindeutigere Positionierung zuließ.

Auf dem Gebrauchtmarkt tummeln sich immerhin noch mehrere hundert Exemplare des 3er Compact. In nur wenigen Fällen werden fünfstellige Summen verlangt und markiert die Steilheckversion damit auch auf dem Gebrauchtmarkt den günstigsten Einstieg in die E46-Generation. Zwar hat der Compact kein wirklich starkes Image, doch handelt es sich immerhin um einen echten 3er, der trotz seiner kompakteren Abmessungen das Raumangebot und die Variabilität der Golfklasse bietet.

Wie beim E46 insgesamt, so empfehlen sich auch beim 3er Compact vor allem die beiden Dieselversionen 318 td und 320 td. Letztere sorgt mit ihren 150 PS für souveräne Fahrleistungen bei mäßigem Verbrauch. Allerdings sind nur rund 15 Prozent aller gebrauchten 3er Compact überhaupt Selbstzünder. Gut zwei Drittel werden nämlich als 316i angeboten, also mit dem 116 PS starken Vierzylinder-Benziner. Bereits mit diesem Aggregat ist man ausreichend flott unterwegs. Doch gehobener Fahrspaß ist erst mit dem 318 ti (143 PS) und vor allem dem feurigen Sechs-Zylinder 325 ti (192 PS) angesagt.

Das Cabriolet

Ganz egal welche Motorisierung: Als Cabriolet bietet der 3er immer den meisten Fahrspaß. Der E46 war der letzte 3er mit Stoffpelle, sein aktueller Nachfolger wurde nämlich mit variablem Stahldach ausgestattet. Zwischen Frühjahr 2000 und Ende 2006 wurde die immer noch heiß begehrte Frischluft-Ikone gebaut. Mit rund 1.000 Exemplaren auf AutoScout24.de (Stand: Februar 2010) ist das Angebot recht breit gefächert. So richtig günstig sind die Preise auch zehn Jahre nach der Markteinführung noch nicht: Selbst für günstigste Exemplare werden immer noch fünfstellige Summen verlangt.

Galerie: Gebrauchtwagen-Kaufberater BMW 3er E46 (1998-2006)Die Alltagstauglichkeit des Cabrios ist auf hohem Niveau. Zum einen ist der Geräuschkomfort des Dachs akzeptabel, und obwohl die Stoffhaube mit Glasheckfenster (ab 2003 sogar mit vollautomatischer Mechanik) im Heck verschwindet, bleibt der immerhin 300 Liter große Kofferraum unverändert groß. Generell ist das Cabrio, wie auch alle anderen 3er der E46-Baureihe, aufgrund der technischen Ausgereiftheit und Qualitätstiefe eine Empfehlung. Selbstredend sollte man bei einem Gebrauchten das Verdeck auf mögliche Schäden hin überprüfen.

Neben den üblichen Sechs-Zylinder-Benzinern 320i/323i, 325i und 330i mit 170, 192 beziehungsweise 231 PS gab es das E46 Cabrio ab 2001 auch als Vierzylinder 318i mit 143 PS. Erst mit dem Facelift in 2003 folgte der 204 PS starke Diesel 330d, dem 2004 noch die Allzweck-Wunderwaffe 320d zur Seite gestellt wurde. Vielen galt die Einführung von Dieselmotoren beim Cabrio als Tabubruch, doch mit dem 320d hat man den vielleicht besten Kompromiss aus Effizienz und Dynamik gefunden. Ausreichend kultiviert sind die Diesel-Direkteinspritzer allemal. Auf dem Gebrauchtmarkt ist das 320d Cabrio auch angesichts der späteren Baujahre allerdings noch recht teuer: Die allermeisten Exemplare liegen jenseits der 20.000 Euro.

Coupé/M3

Galerie: Gebrauchtwagen-Kaufberater BMW 3er E46 (1998-2006)In ähnlichen Preisregionen bewegt sich auch die Krone der Schöpfung: das M3 Cabrio mit 343 PS. Es bietet eine stilvolle Macho-Optik und ist zudem extrem schnell, herrlich laut, aber auch durstig sowie teuer. Gleiches gilt auch für das M3 Coupé, wobei hier das Preisniveau auf dem Gebrauchtmarkt knapp unterhalb vom Cabriolet liegt. Vorsicht bei M3-Versionen mit dem selbstschaltenden SMG-Getriebe: Den Nickeffekt bei den etwas harten Gangwechseln muss man mögen. Ausschließlich in Kombination mit dem SMG wurde übrigens die Leichtbau-Version CSL angeboten. Das 360 PS starke, limitierte M3-Derivat ist auf dem Gebrauchtmarkt eine absolute Rarität und ausschließlich als geschlossenes Coupé erhältlich.

Apropos Coupé: Im 3er-Reigen gilt die zweitürige Karosserie (Bauzeit 1999 bis 2006) als die schönste. Der Einstieg in den Fond und das Platzangebot sind zwar etwas eingeschränkt, dafür ist seine Außenhaut von fast zeitloser Eleganz. Allerdings liegt auch hier das Preisniveau im Vergleich zur Limousine höher, im Gegenzug bietet das Coupé dafür einen besseren Werterhalt.  Die vergleichsweise hohen Preise sind aber auch dem Umstand geschuldet, das es hier keine Einstiegsmotorisierung 316i gibt. Kleinster Motor beim Coupé ist nämlich der 318i. Doch eigentlich ist der 3er als Coupé das Auto für Genussmenschen und sollte besser gleich mit einem starken und seidigen Sechs-Zylinder angetrieben werden. Abgesehen vom erwähnten M3 ist hier der 231 PS starke 330 Ci das Höchste der Gefühle und die wohl überzeugendste Mischung aus Eleganz, Dynamik und Fahrkultur im 3er-Reigen.

Die Vernünftigen: Kombi und Limousine

Galerie: Gebrauchtwagen-Kaufberater BMW 3er E46 (1998-2006)Wem das Erscheinungsbild eher egal ist und für wen vor allem praktische Eigenschaften im Vordergrund stehen, der sollte zum Touring greifen. Nach der klassischen Viertürer-Limousine ist der Stauraum-3er die häufigste Karosserie-Variante. Der zwischen 1999 und 2005 gebaute Nutzwert-3er ist allerdings ein Paradebeispiel für schlechte Raumökonomie. Selbst viele Kombis unterer Klassen bieten mehr Stauraum als der Bayer. Dennoch ist auch er dank klassenüblicher Variabilität als geräumigere Familienkutsche absolut alltagstauglich. Entsprechend erfreut sich diese Karosserie-Variante auch besonderer Beliebtheit. Über die Hälfte aller Touring werden als Diesel angeboten. Seltener sind allerdings 318d und 330d. Auch hier ist der 320d die goldene Mitte.

Vom klassischen 3er mit vier Einstiegstüren finden sich vom E46 auf dem Gebrauchtmarkt die meisten Angebote. Hier ist sowohl die Zahl der Fahrzeuge wie auch die Wahl der Motoren am vielfältigsten. Ausnahme macht hier allein die Top-Version, also der M3 mit 343 PS: Sie ist ausschließlich Coupé und Cabrio vorbehalten. Die Preise variieren stark, Schnäppchen finden sich schon für wenige tausend Euro, starke Varianten wie der 330i und 330d können auch noch um 15.000 Euro kosten.

Obacht vor Umbauten

Grundsätzlich sollte man als Käufer eines 3er, egal welche Variante, auf Fahrwerksumbauten achten. Ob fachmännisch oder nicht, laut eines TÜV-Experten ist hier die Grundregel: Moderne BMW-Fahrwerke lassen sich mit Zubehörlösungen nicht optimieren. Was immer auch mit Zubehörteilen verändert wird, geht unterm Strich mit Nachteilen einher. Dennoch gibt es viele 3er, an denen bereits Hand angelegt wurde. Achten Sie also auf Originalzustand, Umbauten mindern den Wert. Auch bei Reifen und Felgen eines gebrauchten 3ers sollten Sie im Fahrzeugbrief nachsehen, ob die montierten Größen überhaupt zulässig sind.

Galerie: Gebrauchtwagen-Kaufberater BMW 3er E46 (1998-2006)In Sachen Fahrdynamik gilt das 3er-Fahrwerk mit seinen kräftigen Bremsen in der Mittelklasse als referenzverdächtig. Andererseits finden sich beim E46-Fahrwerk auch die größten Schwachstellen. Hier sollen defekte Traggelenke, Risse in der Hinterachsaufnahme, defekte Querlenker, gebrochene Fahrwerksfedern sowie verschleißfreudige Bremsen ein häufig auftauchendes Problem sein. Schuld daran ist wohl aber auch die oft dynamische Fahrweise der Besitzer. Wer den Unterbau des E46 überstrapaziert, fördert einen frühen Verschleiß.

Sicher und gut verarbeitet

Hinsichtlich der Sicherheit ist ansonsten beim 3er viel geboten. Die Karosserie konnte unter anderem dank ihrer hohen Steifigkeit für immerhin vier Sterne beim EuroNCAP-Crashtest sorgen. Den Schleuderschutz DSC  gibt es erst in den späteren Baujahren serienmäßig, sechs Airbags gehörten hingegen stets zur Standardausstattung.

Ebenfalls vorne ist der bayerische Dauerbrenner hinsichtlich der Verarbeitung. War der Vorgänger noch von vielen Qualitätsproblemen heimgesucht, zeigt der E46 mehr Beständigkeit hinsichtlich der Fehleranfälligkeit und Korrosion. Der Rostschutz ist gut, auch die Auspuffanlagen gehören zu den robusteren. Dennoch sollten Sie bei älteren Exemplaren vor allem an Kofferraumdeckel und Motorhaube auf mögliche Roststellen achten.

+ Riesige Auswahl an Typen und Motoren
+ Agile Fahreigenschaften bei gutem Komfort
+ Hoher Werterhalt
+ Gute Sicherheit, starke Bremsen
+ Kultivierte Motoren, tolle Diesel
+ Hervorragende Verarbeitung
- Enger Einstieg beim Coupé
- Kombi mit mäßiger Raumökonomie
- Hohe Preise
- Hohe Kaskoeinstufungen
- Schleuderschutz DSC nicht Serie

04/1998 Einführung des E46 als Limousine
03/1999 Einführung 3er Coupé und M3 Coupé
10/1999 Einführung 3er Touring
04/2000 Einführung 3er Cabrio und M3 Cabrio
10/2001 Facelift Limousine und Touring
06/2001 Einführung 3er Compact
03/2003 Facelift Coupé und Cabrio
04/2003 Facelift 3er Compact
10/2004 Compact-Version wird eingestellt
02/2005 Produktionsende von Limousine und Touring
12/2006 Produktionsende von Coupé und Cabrio

Motorprobleme

Grundsätzlich gelten die Motoren des E46 als zuverlässig und langlebig, allerdings gibt es auch hier ein paar Schwachpunkte. Allgemein kann es zu Ölundichtigkeiten kommen. Speziell bei den Dieselmotoren soll es bisweilen auch defekte Turbolader geben. Dieselaggregate mit modifizierter Motorsteuerung für mehr Leistung sind bedenklich. Grundsätzlich ist Vorsicht bei Fahrzeugen mit Chiptuning geboten.

Bei den Benzinern können gelegentlich die Thermostate den Geist aufgeben. Speziell beim 316i und 318i führt das Zufrieren des Ölabscheiders im Winter gelegentlich zu kapitalen Motorschäden. Wer der Ölabscheider-Problematik aus dem Weg gehen will, sollte deshalb zu einem der drei Sechs-Zylinder-Benzinmotoren greifen.

Preislich sprechen für den BMW 3er sein relativ guter Werterhalt, die gehobene Verarbeitungsqualität, lange Wartungsintervalle sowie günstige Ersatzteile. Andererseits muss man im Vergleich zu vielen anderen Mittelklassemodellen für einen gebrauchten 3er etwas tiefer in die Tasche greifen. Und auch bei den Versicherungseinstufungen liegen die Tarife auf gehoberem Niveau.

 
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