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Galerie: Gebrauchtwagen-Kaufberater Porsche 914

Gebrauchtwagen-Kaufberater: Porsche 914

Liebhaberstück mit Schwachstellen

08.07.2015

Porsche ist seit 2009 Teil des Volkwagen-Konzerns, doch schon vor über 45 Jahren gab es eine Kooperation zwischen den beiden Autobauern. Daraus entstanden ist der Porsche 914, der von Herbst 1969 bis Anfang 1976 gebaut wurde. Knapp 120.000 Einheiten wurden vom sogenannten Volksporsche produziert. Mittlerweile ist der Mittelmotor-Sportler ein Klassiker, doch Gebrauchtwagenkäufer sollten nach Einschätzung der Experten von „Oldtimer Markt“ nicht nur die Technik genau checken.

Karosserie und Innenraum

Galerie: Gebrauchtwagen-Kaufberater Porsche 914Fans können sich zwischen dem 914-4 und dem 914-6 entscheiden. Ersterer lief bei Karman in Osnabrück vom Band, der 914-6 kam aus Zuffenhausen. Da die Blechschneiderei Karman damals nicht berühmt war für ihre Rostvorsorge, kommt eigentlich jeder 914 mit der braunen Pest in Berührung. Bei der Qualität der Restaurierungsarbeiten an der Karosse trennt sich die Spreu vom Weizen. Besonders bei US-Importen wurde mit zentimeterdickem Spachtel getrickst. Die Rostherde sind bei einer Besichtigung schwer auszumachen, da sie meist verdeckt sind. Als Schwachstellen nennt der Oldtimer Markt auch die hinteren Wagenheberaufnahmen, die Unterkanten der Türen, Stoßstangenaufnahmen sowie den Targabügel. Im Innenraum sind die Schweller und der Boden, vor allem im Bereich der Sitzschienen, einen Blick wert. Im hinteren Gepäckabteil rostet das Kofferraumblech oft in den Ecken und kann sich im fortgeschrittenen Alter über die gesamte Breite ziehen.

Für den Innenraum gibt es fast nichts mehr neu. Bei Baujahren bis 1972 machen die Fensterscheiben Probleme. Klappernde oder abstürzende Scheiben sind bekannt. Wie auch andere Fahrzeuge in diesem Alter leidet das Instrumentenbrett je nach Dosis der Sonneneinstrahlung und reißt. Nicht übelnehmen sollt man auch die Risse in der Sitzflanke der gealterten Kunsthaut.

Motor und Fahrwerk

Galerie: Gebrauchtwagen-Kaufberater Porsche 914Angetrieben wird der 914-4 von einem 80 PS starken Vierzylindermotor, beim 914-6 steckt der Sechszylinder-Boxer des 911 T mit 110 PS unterm Blech. Mit 19.000 Mark kostete der 914-6 stolze 7.000 Mark mehr als der Vierzylinder. Dementsprechend liefen mit 3.332 Exemplaren recht wenige dieser teuren Exemplare vom Band und machen das Topmodell heutzutage zu einer gesuchten und teuren Rarität. Vom schwächeren 914 wurden rund 115.000 hergestellt. In der Regel ist ein gut gewarteter 914 ein zuverlässig fahrender Sportwagen.

Ersatzteile wie Einspritzdüsen, Druckfühler und Drosselklappenschalter sind recht teuer, entsprechend Wert sollten Käufer auf den Zustand des Motors legen. Klappert der Motor insgesamt, ist vom Kauf abzuraten. Schwachstellen des 914-4 und 914-6 sind undichte Ventildeckel. Beim kleineren Modell kommen undichte Stößelschutzrohre hinzu. Wer Lenkung und Fahrwerk testen will, dreht am besten eine Runde mit dem Fahrzeug. Klappert es aus dem Armaturenbrett, wenn man im Stand beherzt am Lenkrad zieht und drückt, sind die Lenkkopflager hinüber. Schlägt das Volant bei der Fahrt, ist das fast immer auf malade Lenkgestänge und Spurstangen zurückzuführen.

Ausstattung und Sicherheit

Galerie: Gebrauchtwagen-Kaufberater Porsche 914Beim Porsche 914 ein kurzes Kapitel. Für den 914-6 konnten als Zusatzausstattung Kotflügelverbreiterungen aus Stahl bestellt werden. Ein anderes Extra war das „Sportomatic“ genannte halbautomatische Viergang-Getriebe aus dem Porsche 911, für das sich aber nur sehr wenige Käufer entschieden.

Qualität

Besonders die Karosserie ist die Achillesferse des Volksporsches. Die Technik sowie die Elektrik des Mittelmotor-Sportlers sind überschaubar. Wer Wert auf Originalität legt, sollte vergleichen, ob der Motor zur jeweiligen Fahrgestellnummer gehört – hier wurde oft kräftig um- und nachgerüstet, warnen die Experten der Oldtimer Markt.

 
Fazit
 

Der Porsche 914 ist ein Auto für Liebhaber – diese sollten entscheiden, ob sie die zahlreichen Schwachstellen verkraften können. Die Ersatzteil- und Servicepreise sind sehr hoch. So schlägt eine komplette Leuchte beispielsweise mit rund 550 Euro zu Buche. Deshalb gilt: Das bessere Auto ist der bessere Kauf. Für Hobby-Schrauber ist die Technik zwar überschaubar, doch erfordern Eigenheiten wie die Einspritzanlage und die Karosseriestruktur bisweilen den Spezialisten. Das Fahrgefühl allerdings ist dafür ganz auf Porsche-Niveau. (sp-x)
 
 
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