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Mit dem A2 wollte Audi die Kompaktklasse revolutionieren. Tatsache ist: Die Ingolstädter Knutschkugel wurde nach nur fünf Jahren Bauzeit vom Markt genommen. Das Design des kleinen Ringkämpfers spaltete die Nation. Die einen fanden ihn schnuckelig, die anderen buckelig. Den Meisten war er aber schlichtweg zu teuer. Umso interessanter ist ein günstiger Audi A2 aus Vorbesitz.
Motor und Antrieb
Mit nur 895 Kilogramm Leergewicht ist der Audi zumindest der leichteste seiner Klasse. Genau aus diesem Grund braucht er auch gar keine starken Motoren, um voran zu kommen. Ihm genügen 75 PS und 1,4 Liter Hubraum. Wahlweise als Dreizylinder mit Turbodiesel-Direkteinspritztechnik (1,4 TDI) oder als Vierzylinder-Benziner mit 16 Ventilen (1.4). Wer es deftig mag, greift zum 110 PS starken 1.6 mit Benzin-Direkteinspritzung (202 km/h Spitze).
Weil so ein 1.6 FSI inklusive Vollausstattung schon mal auf 30.000 Euro Kaufpreis kam, griffen die meisten Klienten bloß zum 1.4. Volkswagen verwendete fast den gleichen Motor im knapp 200 Kilo schwereren VW Golf 1.4 16V. Kein Wunder, das der 1,4-Liter mit 75 PS im Audi A2 leichtes Spiel hat. Über das Triebwerk gibt es generell nichts zu meckern. Der Vierzylinder arbeitet kultiviert und relativ leise. Maximal 126 Newtonmeter bei 3.800 U/min ermöglichen schon bei niedrigen Drehzahlen ordentliche Durchzugskraft. In der Ebene schafft der Audi gestoppte 174 km/h, dabei gaukelt der Tacho 185 km/h vor.
Der Verbrauch hängt stark von der Geschwindigkeit ab. Hier rächt sich der hohe Karosserieaufbau. Wer unter Tempo 100 bleibt, kommt mit fünf Litern pro 100 Kilometer über die Runden. Fahrer, die permanent mehr als 170 auf der Uhr stehen haben, müssen mit doppelt so viel rechnen. Dann sind die 34 Liter Tankinhalt fix verbraucht. Zum Glück hat Audi dem A2 ab Modelljahr 2002 eine 42-Liter-Spritbevorratung gegönnt.
Der TDI 3L hat nicht nur keine Hutablage und kein Reserverad, sondern auch noch einen auf 20 Liter reduzierten Tankinhalt. Allerdings soll der TDI 3L auch super sparsam sein. In den einschlägigen Audi-Foren wollen die Besitzer zum Teil lediglich 2,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer verbraucht haben.
Was bei allen A2 vorkommen kann, sind Aussetzer in der Elektronik. Zum einen lieferten die Bosch-Lichtmaschinenregler zu viel Saft, so dass die Glühbirnen reihenweise den Geist aufgaben, zum andern spinnt bisweilen das Steuergerät. Erkennbar ist das am Aufflackern der roten Motormanagement-Lampe im Cockpit. Sehr ärgerlich ist die mangelhaft angebrachte Unterbodenverkleidung. Dem Autor selbst ist bei Tempo 160 km/h die Kapselung eines A2 1.4 TDI mit Ohren betäubenden Schleifgeräuschen flöten gegangen.
Der Audi A2 sieht nicht nur skurril aus, er wartet auch mit einer Menge witziger Ideen auf. Beispiel Service-Modul: Statt der Motorhaube öffnet man per Seilzug nur ein kleines Klappfach. Hinter den Audi-Ringen verbergen sich die Einfüllstutzen für Öl- und Scheibenwasser sowie der Ölmessstab. Die Motorhaube selbst muss nur noch während der Inspektion von den Audi-Mechanikern entriegelt und geöffnet werden. Das Wartungsintervall liegt übrigens bei guten 30.000 Kilometer.
Karosserie und Innenraum
Wer drinnen sitzt, kapiert sofort: Das Kugeldach macht Sinn. Mit knapp 1,55 Meter Innenraumhöhe bietet der Audi A2 fast das Innenraumgefühl eines Mini-Vans. Und für einen Kompaktflitzer mit nur 3,83 Metern Außenlänge haben die Passagiere auch noch reichlich Knie- und Beinfreiheit. Serienmäßig wird der A2 als Viersitzer ausgeliefert. Wer eine Dreier-Sitzbank im Fond und damit insgesamt fünf Plätze wollte, musste extra zahlen.
Auf den ersten Metern sind die vorderen Polster schön bequem. Doch wer den Sitz ganz nach oben schraubt, bekommt auf langen Etappen Rückenschmerzen. Denn zwischen Sitzfläche und Lehne klafft dann ein 1,5 cm großer Spalt. Es fehlt an einer guten Lordosen-Stütze. Beladen geht leicht von der Hand, denn die Ladekante ist niedrig und die Heckklappe schwingt weit nach oben. Unverständlich ist, warum dieses Auto keinen Heckwischer hat. Auch der Einarmwischer vorne nervt: Entweder liegt er im Blickfeld des Fahrers oder er schaufelt unter lautem Getöse mühsam das Spritzwasser von der Frontscheibe.
Optional gab es den Audi mit dem so genannten Open Sky System. Das ist ein riesiges Glasdach, das offen wie geschlossen eine gehörige Portion Licht in den Innenraum lässt. So ganz zuverlässig war das Ding leider nie. Kaputte Bowdenzüge sorgten vielfach für Ärger. Die besonders bunten Modelle der 2003 eingeführten Colourstorm-Linie sind Geschmackssache - und mitunter schwierig beim Wiederverkauf.
Fazit
Der Audi A2 gehört zu den skurrilsten Gestalten der Kompaktwagenklasse. Nichts desto trotz ist er ausgezeichnet verarbeitet und sehr zuverlässig. Unser Tipp ist der TDI 3L mit 61 PS: Das einzige Dreiliter-Auto, in dem vier Erwachsene entspannt 500 Kilometer reisen können. Außerdem steht jetzt schon fest: Bei nur 175.000 gebauten Exemplaren avanciert der kleine Alu-Audi zum Kultobjekt. Die besten Chancen für Autosammler bietet der A2 mit Open Sky System - wenn es funktioniert.
Der Markt
Die Preise für Audis ungeliebtes Kind sind derzeit erstaunlich niedrig. Die Auswahl ist riesengroß. Für Gebrauchtwagen-Käufer also eine tolle Sache. Schließlich bekommt man ganz viel Audi für wenig Geld. Beispiel gefällig? Ein VW Golf 1.6 FSI (NP 19.175 Euro) Baujahr 2004 kostet im Jahr 2006 noch 13.200 Euro. Der vergleichbare Audi A2 1.6 FSI hat mal 19.300 gekostet. Nun bringt er nur noch 12.750 Euro. Und das, obwohl die meisten A2 viel besser ausgestattet sind als ein Golf.
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21.05.2012
Studie: VW Polo R WRC Street - Rallye-Polo für die Straße: Beim GTI-Treffen am Wörthersee hat VW eine 220 PS sta... http://t.co/ZOBQgMUe
21.05.2012
Meldung: Mini John Cooper Works mit Stopp-Start - Stopp-Start-Sportler: Mini hat nun auch seine John-Cooper-Work... http://t.co/Zgao8yqq
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