Dem Traumwagen ein Stück näher. Worauf Sie beim Youngtimer achten müssen.
Fünf Jahre vor dem Q7 präsentierte Audi bereits den Allroad Quattro. Kein echter Offroader, sondern ein Schickimicki-Kombi, der sich dank elektronisch gesteuerter Luftfederung hoch und runter pumpen kann. Für tiefen Matsch ist der Allroad viel zu schade, aber er erfüllt alle Kriterien für den perfekten Gebrauchtwagen-Kauf: Luxuriöse Ausstattung, tolle Verarbeitung und extrem hoher Werterhalt.
Motor und Antrieb
Von einem Audi Allroad Quattro darf man einiges erwarten, nur nicht, dass er sparsam ist. Schon der kultivierte 2,5-Liter-V6-TDI mit 163 PS (bei Markteinführung waren es noch 180 PS) schluckt im Durchschnitt neun bis elf Liter Diesel. Der 300 PS starke V8-Benziner mit 4,2 Liter Hubraum jagt auch schon mal 20 Liter durch die Einspritzdüsen.
Relativ unbekannt und deshalb ein Kauftipp auf dem Gebrauchtwagen-Markt ist der 2,7-Liter-Benziner. Von allen drei Motorvarianten ist der 250 PS starke V6-Biturbo am günstigsten zu haben. Ein Geheimtipp für Leistungsfetischisten: Der Tuner MTM bringt den Allroad auf elastische 458 PS. Damit rennt der coole Cowboy aus Ingolstadt 282 km/h. Immerhin schneller als ein Porsche Cayenne Turbo S (512 PS, 270 km/h).
Die Allroad-Modelle entpuppen sich generell als äußerst beständig. In einigen wenigen Fällen sorgen abgerutschte Turboschläuche für Ärger. Während der 4,2-Liter-V8 serienmäßig mit Fünfstufen-Automatik daherkommt, müssen bei den V6-Modellen sechs Gänge tatkräftig durchgerührt werden. Automatik gab es nur als Sonderausstattung. Unsere Kaufempfehlung: Nach einem Allroad mit Automatik Ausschau halten - es fährt sich einfach entspannter.
Eine gute Sache ist die elektronisch angesteuerte Luftfederung. Auf der Autobahn kann sich der Allroad tief durch den Wind ducken. Üble Feldwege bezwingt er dagegen mit einer Bodenfreiheit von bis zu 208 Millimetern. Verblüffend ist, wie verwindungsfest und sicher der Allroad Quattro trotz des nach oben verlagerten Schwerpunktes um Kurven fährt. Kaum verwunderlich ist allerdings, dass er nicht sonderlich agil um die Pylonen zirkelt.
Karosserie und Innenraum
Da hat uns Audi ganz schön genarrt: Im TV-Werbespot zog der Allroad im Jahr 2000 einen 38-Tonner Truck über den US-Highway. Verboten, wie wir heute wissen. Denn aufgrund seiner selbst tragenden Karosserie ist die Zuglast stark eingeschränkt. Der Audi darf (gebremst) nur 1,9 Tonnen ziehen. Pech für Pferdebesitzer, da die meisten Gespanne nach 3,5 Tonnen Anhängelast verlangen. Aber Arbeit ist ohnehin nicht die Stärke des edlen Allroad.
Das beginnt schon bei den schmutzempfindlichen Stoffen und Teppichen. Die sind toll verarbeitet und sehen klasse aus, aber wer will schon gerne seine Gummistiefel auf einem beigen Veloursteppich abstellen? Auch der Kofferraum ist für ein 4,85 Meter langes Schlachtschiff ein Witz: Nur 455 Liter Gepäck passen rein. Soviel wie in einen VW Polo Classic.
Fazit
Permanenter Allradantrieb und gehobene Ausstattungen im Lifestyle-Dress machen den Audi Allroad zum perfekten Transporter in die Ski-Gebiete der Saison. Mit dem Ingolstädter Offroad-Kombi ist man immer schick angezogen. Dem Styling merkt man kaum an, dass es schon sechs Jahre auf dem Buckel hat. Vielleicht liegt das auch an den zeitlosen, dunklen Metallictönen, in den der Allroad meist geordert wurde.
Unser Kauftipp: Der Allroad Quattro 2,5-TDI V6 mit Automatik. Oder einen 2,7-Liter-Bi-Turbo erwerben, tunen bis der Arzt kommt und Cayenne Turbos auf der Autobahn jagen. Aber das wäre sicher zu unvernünftig.
Der Markt
Der Gebrauchtwagen-Markt verlangt nach mehr Audi Allroad Quattro, als tatsächlich gebaut wurden. Hinzu kommt, dass viele Fahrzeuge aus Vorbesitz sofort ins Ausland wandern. Besonders in Italien sind die Schickimicki-Laster beliebt. Entsprechend schwer ist es, an ein Exemplar unter 20.000 Euro zu kommen. Diesel sind am begehrtesten, der V8 am seltensten und der 2.7 Biturbo am günstigsten. Für jeden Geschmack ist also etwas dabei.
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