Auto Glossar - AutoScout24: Gespann

Gespann

Motorradgespanne, das heißt Motorräder mit angeschlossenem Seitenwagen, vereinen recht konsequent die Nachteile von Auto und Motorrad. Gespanne benötigen fast so viel Verkehrsraum wie Autos, trotzdem bieten sie nicht so viel Platz, und obendrein wird die Besatzung bei Regen nass. Gespanne brauchen in etwa genau so viel Kraftstoff wie Autos, trotzdem erreichen sie kaum deren hohe Endgeschwindigkeiten. Auch mit starken Motoren beschleunigen Gespanne schlechter als Solomotorräder. Außerdem sind ausgewachsene Motorräder mit Beiwagen sowohl in Anschaffung als auch im Unterhalt sehr teuer.

Trotz dieser Mängel haben Gespanne seit Jahrzehnten eine feste Fangemeinde. Denn diese seltenen, und für Laien auch seltsamen Fahrzeuge - den einzigen wirklichen Boom für Gespanne gab es etwa von 1949 bis zum Jahr 1960 - weisen auch unbestreitbare Vorzüge auf. Das Natur- und Reiseerlebnis ist zum Beispiel genau so groß wie mit der Solomaschine. Da kommt kein Auto, auch kein Cabrio, auch nur annähernd heran. Das Fahrerlebnis ist beeindruckend, wenn man es denn endlich richtig gelernt hat, was mehrere Jahre und fünfstellige Kilometerzahlen in Anspruch nehmen kann. Gespannfahren ist nicht einfach und hat weder mit Auto- noch mit Motorradfahren von der Fahrdynamik her echte Gemeinsamkeiten.

Ein praktischer Vorzug der Dreiräder sind die großzügigen Gepäckmöglichkeiten. Ein entspannter, fast luxuriöser Campingurlaub ist mit der Solomaschine nicht möglich. Mit dem Gespann schon. Ganz wichtig: Ein Motorradgespann ist ausgesprochen familienfreundlich. Kleine Kinder sind im Seitenwagen sehr viel besser aufgehoben als auf der Sitzbank der Maschine. Es gibt noch weitere Vorteile wie die sehr gute Wertbeständigkeit. Und noch etwas Praktisches: Kaum ein Fahrzeug lässt sich auf glattem Untergrund so exakt, schnell und sicher bewegen wie ein Motorradgespann. Da hält auch kein Allrad-PKW mit! Begeisterte Gespann-Fahrer fürchten keinen Winter. Sie freuen sich darauf.

Wer mit einem Gespann liebäugelt, sollte klein anfangen. Das heißt: mit wenig finanziellem Einsatz und geringer Motorleistung. Absolut empfehlenswert für Anfänger ist ein altes Zweitakt-MZ-Gespann für etwa 2.000 Euro. Erstaunlich robust und zuverlässig, 250 Kubikzentimeter, Motorleistung 17 bis 23 PS. Genug zum Lernen und für reichlich Spaß! Die Unterhaltskosten der MZ sind extrem gering (Versicherungsprämien auf Mofa-Niveau). Nur der Benzinverbrauch kann schon bei acht Litern auf 100 Kilometern liegen.

Für geübtere Gespann Fahrer eigente sich beispielsweise eine der seltenen 500-er Viertakt-MZ Maschinen. Alternative: Yamaha SR 500, ab etwa 3.000 Euro. Nach oben hin gibt es beim Gespann keine Grenzen. Ein BMW-Gespann mit 70 PS-Boxermotor eignet sich für alle Lebenslagen. Teure Gespanne sind praktisch Einzelanfertigungen. Umbauen lässt sich fast jede Maschine - zum Teil zu Schwindel erregenden Preisen. Komfortfreaks hängen an die Sechszylinder-Honda-Goldwing einen opulenten Beiwagen mit dem Traditionsnamen Stoye.

 

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