Auto Glossar - AutoScout24: Reiseenduro

Reiseenduro

Neben Tourern und Supertourern sind Reiseenduros bevorzugte Reise- und Langstreckenmaschinen. Mit den kargen Einzylinder-Enduros, die etwa 1980 aufkamen, haben die heutigen komfortablen Reiseenduros nichts mehr gemein. Waren die ruppigen Yamaha XT 500 und Honda XL 500 angeblich noch "echte Männer-Maschinen" so sind die heutigen großen Soft-Enduros problemlos auch von zarter Hand zu lenken. Wenn da nicht das Problem mit der Sitzhöhe wäre. Mit 80 Zentimetern Sitzhöhe kommen auch 1 Meter 70 bis 1 Meter 75 cm große Personen klar, die großen Reiseenduros erschrecken aber mit luftigen Hochsitzen von zum Teil über 90 Zentimetern.

Geschuldet ist diese enorme Höhe den langen Federwegen dieser Reiseenduros. Lange Federwege versprechen sehr hohen Fahrkomfort auch auf schlechten Straßen. Hier enttäuschen die Reiseenduros wahrlich nicht, mehr noch, sie stecken, was den reinen Federungskomfort betrifft, auch die doppelt so teuren Supertourer in die Tasche. Nachteil gegenüber den Supertourern: meistens sind die Enduros mit pflegeintensivem Kettenantrieb ausgerüstet. Ansonsten sind sie auch in den hohen Preissegmenten Vernunftentscheidungen. Reiseenduros bieten einen beachtlichen Gegenwert. Sie gehören zu den bequemsten Motorrädern und sind so vielseitig einsetzbar wie kaum eine andere Motorradkategorie. Reiseenduros absolvieren den täglichen Weg zur Arbeit ebenso problemlos wie eine schnelle Alpentour oder eine dreimonatige Fernreise durch Nordafrika.


Da ist es kein Wunder, dass das in Deutschland meistverkaufte Motorradmodell seit vielen Jahren eine Reiseenduro ist. Die fast perfekte BMW R 1200 GS erfreut sich trotz ihres stolzen Preises von mindestens 13.000 Euro ungebrochener Beliebtheit. Und sie wartet mit pflegeleichtem Kardanantrieb auf. Fast schon Expeditionscharakter hat die BMW R 1200 GS Adventure mit 33 Litern Tankinhalt und 220 Kilogramm Zuladung. Trotz verstellbarer Sitzbank ist die Sitzhöhe (890-910 mm) zu hoch.


Die Honda Varadero - ansonsten auch ein ziemlich dicker Brocken von 269 Kilogramm Lergewicht - bleibt mit einer Sitzhöhe von 838 mm auf dem Teppich. Auch sonst ist die große Honda eine kluge Entscheidung. 94 souveräne PS, sehr hoher Fahrkomfort und die gewohnte Honda-Qualität, die zusammen mit der von BMW und Triumph in der Motorradspitzengruppe zu finden ist.


Eine untypisch harte und ruppige Reiseenduro ist die österreichische KTM 990. Von einem brutalen, über 100 PS starken Zweizylinder angetrieben, hat sich diese Hard Core-Maschine eher dem Sport verschrieben. Hoch und leicht (227 Kilogramm) - eine Maschine für Könner mit Nehmerqualitäten. Natürlich macht so eine Maschine viel Spaß - wenn man sie beherrscht.


Ein Sonderling auf dem Motorradmarkt ist die Dreizylinder-Triumph Tiger. Sie macht ihrem Namen alle Ehre, der 116 PS starke Drilling faucht tatsächlich wie besagte Raubkatze - Gänsehaut garantiert. Die praktischen Qualitäten der Triumph sind überragend: sehr hoher Fahrkomfort, 220 Stundenkilometer schnell, enormer Durchzug, relativ geringer Kraftstoffverbrauch. Die Sitzhöhe ist mit lediglich 835 mm angenehm niedrig.

Ein Geheimtipp ist die Honda Transalp. Überragende Zuverlässigkeit, bequem (Sitzhöhe 841 mm), günstige Unterhaltskosten. Nur 60 PS, aber die sind von der gesunden Sorte. Kaufpreis: 7.790 Euro.

 

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