Auto Glossar - AutoScout24: Seitenaufprallschutz (SAS oder SIPS)

Seitenaufprallschutz (SAS oder SIPS)

Bis 1991 waren Fahrzeuginsassen bei einem Seitenaufprall den zerstörerischen Kräften, die auf die Türen wirkten, hilf- und schutzlos ausgeliefert. Schwere bis tödliche Verletzungen waren an der Tagesordnung. In jenem Jahr gelang es der Firma Volvo erstmals, ein sogenanntes SIPS (für "Side Impact Protection System") oder SAS (Seitenaufprallschutz) in das Modell Volvo 850 einzubauen. Dies war der Durchbruch für den drastischen Rückgang von Unfallverletzten bei dieser Art von Unfällen, bei denen die Kraft auf die Fahrzeugseite mit den Türen einwirkte.

Da es auf den Fahrzeugseiten keine "Knautschzonen" gibt, musste man sich etwas einfallen lassen, um die aus Schleudervorgängen bei anschließendem Aufprall resultierenden Verletzten und Toten zu vermeiden oder zumindest deren Zahl zu reduzieren. Nach entsprechenden Studien gingen mehr als 60% der Unfalltoten auf den Seitencrash zurück. Ganz oben stand deshalb bei Experten die Empfehlung, elektronische Systeme zur Fahrzeugstabilisierung verpflichtend zu machen. Gleich danach wurde ein verbesserter Seitenaufprallschutz angemahnt, der auch Seitenairbags in Kopf und Brusthöhe mit einschloss. Die konstruktiven Elemente eines mechanischen Seitenaufprallschutzes bestehen in erhöhter Türsteifigkeit sowie widerstandsfähiger Karosserieteile, wie etwa einer verstärkten B-Säule. Auch Aluminiumtraversen, die in die Türen eingebaut werden, verhindern das Eindringen von vorstehenden Teilen in die Fahrgastzelle. Ebenso verbessern stabile Schlösser, verstärkte Strukturen im Sitz- und Lehnenbereich und der gezielte Einsatz von stoßabsorbierenden Kunststoffen den Schutz bei einem Seitenaufprall.

Erstmals in einem Serienfahrzeug verwirklicht wurde das SIPS (Side Impact Protection System) von Volvo, wie schon erwähnt, in seinem Modell 850 in 1991. Hier wurden schon die heute noch gängigen Maßnahmen ergriffen, wie Verwendung hochfester Aluminiumprofile, Stahlverstrebungen in den Türen sowie Einbau von steifen Rohren unter den Vordersitzen, um ein Verschieben der Sitze Richtung gegenüberliegender Tür bei einem Aufprall zu ermöglichen. Alle anderen Fahrzeugbauer haben den Seitenaufprallschutz seit 1995 serienmäßig im Programm.

Neueste Forschungen, z.B. in einem Frauenhofer Institut, gehen hin zum sogenannten APROSYS (Advanced Protective Systems) System, das aus einer Vielzahl von Daten den Crash "ahnt" und die relevanten Strukturen blitzschnell stärkt (Formgedächtnislegierungen), sowie nach einem Crash oder auch bei Fehlalarm diese Reaktionen rückgängig macht.

 

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