Auto Glossar - AutoScout24: Zahnriemen

Zahnriemen

Wann immer es um die Einhaltung präziser mechanischer Steuerzeiten geht, begegnet man früher oder später dem sog. Zahnriemen. Obwohl die Bezeichnung irreführend ist und nicht korrekt, hat sich dieses Wort mehr oder weniger stark eingebürgert. Die richtige Bezeichnung für dieses Bauteil lautet Steuerriemen.

Der Einsatz von Steuerriemen in der Motorentechnik ist vergleichsweise jung. Es gibt ihn vermehrt erst seit etwa 1980 und er wurde damals zunächst zur Steuerzeitenübertragung laufruhiger Ottomotoren eingesetzt. Ältere Verbrennungsmotoren wiesen bis zu dieser Zeit allesamt Ketten- oder Stößelsteuerung auf. Vor allem in der Landwirtschaft war und ist diese Art der Nockenwellenansteuerung bis heute erhalten geblieben, da Ketten oder Stößel extrem robust sind und die Vibrationen von Dieselmotoren ihnen nichts anhaben können.

Der Zahnriemen bildet das Bindeglied zwischen Kurbelwelle und Nockenwelle. Er überträgt den zur Ansteuerung der Nockenwelle notwendigen Drehimpuls in einem festgelegten Verhältnis. Ohne diesen Riemen funktioniert ein Motor nicht. Durch das Antreiben der Nockenwelle werden die Ein- und Auslassventile angesteuert und die Arbeitstakte somit festgelegt. Nur eine exakt aufeinander abgestimmte Steuerzeit lässt einen Motor ordnungsgemäß laufen. Reißt ein solcher Riemen während des Betriebes aufgrund von Alterungserscheinungen oder unkorrektem Einbau, so können tiefgreifende Motorschäden die Folge sein.

Der Steuerriemen besteht aus mehrlagig fadenverstärktem Gummi und kann die unterschiedlichsten Längen, Breiten und Querschnitte besitzen. Er ist ähnlich aufgebaut wie ein flankenverzahnter Keilriemen, nur dass er eine breitere Auflagefläche besitzt und insgesamt einen dünneren Querschnitt aufweist.

Neben der Nockenwelle werden aber oftmals auch die Wasserpumpe und die Lenkhilfepumpe über diesen sog. Steuertrieb angetrieben. Für die korrekte Führung innerhalb des Zahnriemenschachtes sind eine oder mehrere Umlenkrollen sowie eine spezielle Vorrichtung mit einer Spannrolle verantwortlich. Die meisten Fahrzeuge weisen einen Zahnriemen auf; große Motoren hingegen können auch zwei oder gar drei derartige Riemen besitzen. Sondermotoren benötigen vielfach auch doppelseitige Steuerriemen mit zwei Laufflächen.

Es gibt Zahnriemen mit unterschiedlichen Flankenformen. Gängige Formen sind die Trapez- sowie Halbkreisform. Auch gibt es Steuerriemen für weitere Nebentriebe, wie beispielsweise Ausgleichswellen bei Dieselmotoren. Da auch ein Zahnriemen verschleißt, ist ein Wechsel in festen Intervallen vorgeschrieben. Diese sind je nach Fahrzeughersteller unterschiedlich und liegen meist bei etwa 100.000 Kilometer Laufleistung.

 

Begriffe

0-9
A
B
C
D
E
F
G
H-J
K
L
M
N
O-Q
R
S
T
U-V
W-X
Y-Z
 
Suche nach Angeboten
Marke
Model
Bereit für den Verkauf?

Sie haben alle Informationen?
Erstellen Sie jetzt Ihr kostenloses Inserat.

Jetzt loslegen