Auto Glossar - AutoScout24: Zylinder

Zylinder

Obwohl umgangssprachlich im Zusammenhang mit Angaben zum Motor meist der Begriff Zylinder gebräuchlich ist, lautet die korrekte Bezeichnung Zylinderlaufbuchse. Es gibt Fahrzeuge mit einem Zylinder (vor allem Motorräder), mit zwei Zylindern (beispielsweise Trabant), mit drei Zylindern (Wartburg 353) sowie mit vier bis zwölf Zylindern. Auch Sondermotoren mit mehr als zwölf Zylindern existieren, doch nicht mehr im PKW-Bereich.

Eine Zylinderlaufbuchse besteht aus einem speziellen Stahlguss mit geringstem Ausdehnungsspiel unter Wärmeeinwirkung. Da eine solche Laufbuchse für sich genommen funktionslos ist, wird im Bereich der Motorinstandsetzung der Begriff Kolben-Buchse-Einheit oder auch Assembly benutzt. Diese besteht aus der Laufbuchse samt Fußabdichtungen, dem Kolben, dem Kolbenbolzen, den Kolbenringen sowie dem Ölabstreifer.

Bei Blockmotoren gibt es derartige Assemblies nicht mehr und man spricht dann von sog. Rumpfmotoren, welche aus dem vorkonfektionierten Kurbeltrieb samt Laufbuchsen bestehen.

Im Inneren der Laufbuchse gleitet der Kolben, abgedichtet durch die Kolbenringe und den Ölabstreifer, auf und ab und überträgt diese Bewegung auf das Pleuel und auf die Kurbelwelle. Die Zylinder werden komplett vom Kühlwasser umspült und können somit ihre Betriebswärme effektiv abgeben.

Je nach Durchmesser der Zylinderlaufbuchse und dem Hubweg des Kolbens, errechnet sich daraus der Hubraum in Kubikzentimetern.

Man unterscheidet Zylinderlaufbuchsen für 4-Takt- sowie für 2-Takt-Motoren. Erstere sind durchgängig gefertigt und gleichen einem Rohr. Sie haben ausschließlich die Aufgabe, den Kolben zu führen. Bei einem 2-Takt-Motor hingegen übernimmt die Zylinderlaufbuchse noch eine weitere Aufgabe; die der Gemischzuführung. Zu diesem Zweck sind in derartigen Laufbuchsen sog. Spülkanäle eingelassen, also Öffnungen in der Wandung des Zylinders, durch welche sowohl die Auspuffgase aus der Brennkammer hinaus bzw. frisches Gemisch in die Brennkammer hineinströmen kann.

Da die Zylinder funktionsbedingt einem gewissen Verschleiß unterliegen, nimmt man bei Motorinstandsetzungen die Hohnung vor. Dies bezeichnet das Ausdrehen der Innenwandung mit speziellen Werkzeugen, um einen neuen Kolben mit Übermaß aufnehmen zu können. Die Anzahl der möglichen Hohnungen ist begrenzt, da es nur Kolben bis zu einem bestimmten Übermaß gibt. Sie stellt eine preiswerte Alternative zur Erneuerung des kompletten Motors dar.

 

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